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So lebte man in SH um …
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     1925, 1955

II. Etappe der Zeitreise - 1100 bis 1799: Lokale Ordnung und zentrale Herrschaft

Johann Rantzau (1492-1565), holsteinischer Adliger, Feldherr der dänischen Könige

Johann Rantzau (1492-1565), holsteinischer Adliger, Feldherr der dänischen Könige

Das Bevölkerungswachstum seit dem 9. Jahrhundert (850 – 230.000, 1225/1340 – 420.000 Einwohner) ermöglicht und erfordert den Landesausbau seit dem 12. Jahrhundert. Unter den Schauenburger Grafen und mit starker Beteiligung ihrer adligen Lehnsleute wird das slawische Wagrien erobert, kolonisiert und missioniert. Neu gegründete Dörfer und ein im 13. Jahrhundert sehr dicht werdendes Netz von Städten, die fast alle am Wasser liegen, an Förden und Flüssen, überziehen die Grafschaft Holstein und dann auch, weniger dicht, das Herzogtum Schleswig. Ein Stadtbewohner kann täglich etwa 30 km zurücklegen, das ist die mittlere Entfernung vieler Kleinstädte voneinander. Das Leben ist lokal organisiert: in Dörfern und kleinen Städten, deren Herren Landesherr,Klöster und Adlige sind. Inhaber von Herrschafts- und Schutzrechten, haben sie auch ein Besteuerungsrecht gegenüber ihren Untertanen. Diese „Herrschaften“, die Stände, und der Landesherr treffen sich zum Beispiel, um einen Krieg vorzubereiten oder „Land und Leute“ zu verteidigen. Sie sind das „Land“, das seit dem 15. Jahrhundert auf Landtagen – zunächst unter freiem Himmel – zusammenkommt. Über den holsteinischen Adel, der seit der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts zwischen Eider und Schlei Fuß faßt, ist auch das dänische Herzogtum Schleswig mit Holstein verbunden. In beiden Territorien regieren seit 1460 die Oldenburger, seit 1448 auch Könige von Dänemark. Seit dem 16. Jahrhundert, einer Zeit der agrarischen Hochkonjunktur, breitet sich die Geldwirtschaft aus. Der Adel errichtet seine Gutsherrschaft. Geld ist eine Voraussetzung für frühmoderne zentrale Herrschaftsformen, welche die Oldenburger entwickeln, um die Krisen und Katastrophen des 17. Jahrhunderts zu meistern. Der Adel verliert dabei seine politischen Mitbestimmungsrechte, bewahrt aber seine dominierende ökonomisch-soziale Stellung bis ins 19. Jahrhundert. Das aus den Landesteilungen des 16. Jahrhunderts entstandene Zwergfürstentum Schleswig-Holstein-Gottorf zerbricht in den Konflikten seiner Herzöge mit der königlichen Linie und geht 1773 im dänischen, von aufgeklärten Staatsmännern regierten Gesamtstaat auf.

Die prosperierenden Herzogtümer bringen eine reiche Herrenhauskultur und die ersten europäischen Agrarreformen hervor. Im 2. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts kündigen sich die ersten Kämpfe um Nation und Verfassung an. Sie bestimmen das weitere politische Geschehen.

-ulla-

 

Zeitleiste 1100 bis 1799 

1106 Lothar von Süpplingenburg wird Herzog von Sachsen
1111 Adolf I. (bis 1130) von Schauenburg wird mit der Grafschaft Holstein belehnt
1113 Knud Laward Grenzjarl von Südjütland
1126 Heinrich von Alt Lübeck erlaubt Vicelin die Mission
1127 Tod Fürst Heinrichs von Alt Lübeck; Knud Laward König der Abodriten; Vicelin gründet Augustiner-Chorherrenstift Faldera (Neumünster), um von dort die Christianisierung Wagriens voranzutreiben (Klöster)
1131 Knud Laward ermordet
1134 Bau der Burg Segeberg
1137 Tod Lothars von Süpplingenburg; Heinrich der Stolze Herzog von Sachsen; König Konrad III. belehnt den Askanier Albrecht den Bären mit Sachsen; nach der Flucht Adolfs II. erhält Heinrich von Badwide die Grafschaft Holstein-Stormarn
1138 bis 1139 Kriegszüge der Abodriten in Holstein (Herzogtümer) und der Holsten in Wagrien; Eroberung Wagriens
1139 Rückkehr Heinrichs des Stolzen nach Sachsen und Adolfs II. nach Holstein-Stormarn
1143 Heinrich der Löwe sächsischer Herzog; Adolf II. erhält Wagrien, Heinrich von Badwide die Grafschaft Ratzeburg; Beginn der Besiedlung Wagriens durch Siedler aus dem Westen; Gründung des deutschrechtlichen Lübeck (Stadtrecht)
1147 Wendenkreuzzug
1154 Heinrich der Löwe erhält von Kaiser Friedrich I. das Recht zur Bischofsinvestitur und setzt die Bischöfe von Oldenburg und Ratzeburg ein
1157 Waldemar I. König von Dänemark; Stadtbrand in Lübeck
1158 Adolf II. muss Lübeck an Heinrich den Löwen abtreten
1159 „Neugründung“ Lübecks unter Heinrich dem Löwen
1160 Verlegung des Bistums Oldenburg nach Lübeck (Christianisierung)
1163 Weihe des ersten Lübeckers Domes
1164 17.2. Julianenflut. Erste bezeugte Sturmflut, die vor allem in Niedersachsen große Schäden anrichtete
1175 Erste Erwähnung des Johannisklosters (Klöster) in Lübeck
1180 Sturz Heinrich des Löwen
1181 Friedrich I. Stadtherr von Lübeck
1188 Gründung der Hamburger Neustadt
1189 Gründung des Zisterzienserklosters Reinfeld  (Klöster)
1200 Beginn des Deichbaus in den Marschen.
1201 Nordelbien kommt unter dänische Herrschaft; Albrecht von Orlamünde wird Graf von Holstein, Stormarn, Wagrien und Ratzeburg
1202 Stadtrecht für Mölln
1211 bis 1212 Gründung des Klosters der Benediktinerinnen in Preetz
1219 16.1. „Marcellusflut“. Die Sturmflut betraf vor allem Westfriesland, doch auch an der Westküste Schleswig-Holsteins ertranken rund 10.000 Menschen
1225 Adolf IV. (bis 1261) Graf von Holstein
1226 Reichsfreiheitsprivileg für Lübeck
1227 22.7. Schlacht bei Bornhöved und Ende der dänischen Herrschaft in Holstein
1229 Gründung des Zisterzienserinnenklosters Reinbek (Klöster)
1235 Stadtrecht für Oldenburg und (wahrscheinlich) Rendsburg
1236 Stadtrecht für Plön
1238 Stadtrecht für Itzehoe und Oldesloe
1241 Schriftliche Fassung des Jütischen Landrechts (Jyske Lov); Vertrag zwischen Hamburg und Lübeck zur Sicherung des Landverkehrs zwischen den Städten
1242 Stadtrecht für Kiel
1244 Stadtrecht für Neustadt
1250 Herzog Abel von Schleswig wird dänischer König (bis 1252)
1251 Stadtbrand in Lübeck
1257 Stadtrecht für Eutin
1260 Die Grafen von Holstein aus den Hause Schauenburg erhalten das Land zwischen Eider und Schlei als Pfand; Rendsburg wird an die Grafen von Holstein übergeben; Segeberg und Lauenburg erhalten Stadtrecht
1261 Nach dem Tod des Schauenburger Grafen Adolf IV. erfolgt die erste Landesteilung in Holstein unter seinen Söhnen Gerhard und Johann
1265 Stadtrecht für Meldorf
1267 14.12 „Luciaflut“ rund 50.000 Opfer (Sturmflut)
1273 Erneute Landesteilung in Holstein; am Ende des Jahrhunderts ist Holstein in fünf Grafschaften geteilt: den Kieler, Segeberger, Plöner, Rendsburger und den späteren Pinneberger Anteil
1275 Stadtrecht für Lütjeburg
1276 Stadtbrand in Lübeck
1282 Stadtrecht für Wilster
1284 Flensburg erhält das Stadtrecht
1285 Stadtrecht für Ratzeburg
1286 Erich Menved (bis 1319) König von Dänemark
1290 Lübeck kauft die Wakenitz und den nördlichen Teil des Ratzeburger Sees
1292 Krempe bekommt das Stadtrecht
1300 An der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert kommt der Wachstumsprozeß von Bevölkerung und Wirtschaft zum Stehen
1305 Stadtrecht an Heiligenhafen
1312 Belehnung Erichs II. mit dem Herzogtum Schleswig
1325 Gerhard III. von Rendsburg Vormund des unmündigen Herzogs Waldemar von Schleswig
1326 König Waldemar von Dänemark verlehnt des Herzogtum Schleswig an seinem Vormund Gerhard III.; Graf Johann III. von Plön erhält Fehmarn
1329 Burg auf Fehmarn erhält das Stadtrecht
1339 Gerhard III. bestätigt Rendsburg das Stadtrecht
1340 Waldemar IV. (bis 1375) König von Dänemark
1350 Pest in Schleswig und Holstein
1356 Erster allgemeiner Hansetag (Hanse) in Lübeck
1362 16.1. Sturmflut „De grote Manndränke“ („2.Marcellusflut“), über 100.000 Tote, 34 Kirchen und die Stadt Rungholt zerstört; danach Beginn der Landgewinnung in Nordfriesland
1375 20.-30.10. Besuch Kaiser Karls IV. in Lübeck
1386 Erneute Belehnung des Grafen von Holstein mit den Herzogtum Schleswig
1390 Die Plöner Linie der Schauenburger stirbt aus; Vereinigung der Grafschaften Plön und Rendsburg; Baubeginn des Stecknitzkanals
1406 Pest in Lübeck und Neustadt
1408 Bürgerunruhen in Lübeck, der alte Rat verlässt die Stadt
1415 Der alte Rat kehrt nach Lübeck zurück
1420 Pest in Rendsburg und Lübeck; Eroberung Bergedorfs durch Lübeck und Hamburg
1423 Pest in Hadersleben
1432 Deich zwischen Husum und Rödemis
1433 Pest in Lübeck
1439 Pest auf Eiderstedt
1440 Pest in Preetz; Adolf VIII. wird mit dem Herzogtum Schleswig erblich belehnt
1447 In Dithmarschen etabliert sich der Rat der „Achtundvierziger“, die Kirchspiele verlieren ihre Selbständigkeit
1448 Pest in Wewelsfleth; Christian I. König von Dänemark
1450 Pest in Lunden (bis 1453)
1451 Pest in Lübeck
1459 Mit Herzog Adolf VIII. stirbt der letzte Schauenburger
1460 2.3. Wahl Christians I. zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein; 5.3. Privileg von Ripen; 4.4. Kieler Tapfere Verbesserung
1462 Auf Grundlage des „Privilegs von Ripen“ tagt zum ersten Mal ein Landtag (bis 1675 181 Tagungen)
1464 Pest in Lübeck und weiteren Orten in Holstein und Dithmarschen
1465 Husum wird erhoben zum Flecken
1469 Erste Erwähnung des Kieler Umschlags
1472 Husum verliert nach der „Rebellion“ gegen Christian I. die Fleckensrechte (Rebellensteuer)
1474 Erhebung der Grafschaft Holstein zum Herzogtum
1475 Erste Druckerei in Lübeck
1477 Brand in Oldesloe; Bau des Holstentors in Lübeck
1483 Pest in Lübeck
1484 Pest in Lübeck, Preetz und Lunden
1485 Pest in Preetz; Brand in Flensburg
1486 Druckerei in Schleswig
1490 Erste Landesteilung unter den seit 1460 (Privileg von Ripen) auch die Herzogtümer regierenden Oldenburger
1492 Föhrer Marsch bedeicht; Brand Eutin
1494 Druck der ersten Bibel in Lübeck
1495 Pest in Flensburg; erstmals Syphillis in den Herzogtümern
1496 Um unabhängig von Lübeck zu werden, wird für die holsteinischen Städte KielRendsburg, Itzehoe und Oldesloe in Kiel als oberste Instanz das Vierstädtegericht eingerichtet
1500 17.2. Schlacht bei Hemmingstedt
1501 Sturmflut in Nordfriesland
1502 Pest in Flensburg
1506 Sturmflut in Nordfriesland; Pest in Dithmarschen
1508 Zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1521 Pest in den Städten und Dithmarschen
1522 Beginn der Reformation in Husum
1524 Herzog Friedrich wird mit Waffengewalt König von Dänemark
1525 Baubeginn Alster-Trave-Kanal (bis 1529)
1526 Hafenkaimauer, Kran und Waage in Husum
1528 Fanziskanerkloster in Schleswig wird Armenhaus
1529 Im zweiten Versuch gelingt es, Hamburg und Lübeck durch den Alster-Trave-Kanal mit einer Wasserstraße zu verbinden
1530 Beginn der Hexenverfolgung mit der ersten Verbrennung in Kiel; Franziskanerkloster in Flensburg wird Armenhaus
1531 Lübecker Katharineum wird Lateinschule
1533 Erbhuldigung des Landtages in Kiel an Christian III. und seine Brüder und damit Anerkennung der Union zwischen den Herzogtümern und Dänemark; bis 1536 versucht Lübeck in der Grafenfehde, sein Handelsmonopol in der Ostsee zu erhalten
1534 Brand Segebergs
1537 Sturmflut an der Unterelbe
1542 9.3. der Landtag in Rendsburg vollendet die Reformation in den Herzogtümern durch die Annahme der Kirchenordnung
1543 Stadtrecht für Eckernförde wird bestätigt (siehe Liste Städte)
1544 Landesteilung zwischen Christian III. und seinen Halbbrüdern Johann dem Älteren und Adolf. Adolf begründet das Haus Schleswig-Holstein-Gottorf
1546 Brand in Heide
1548 Pest in Lübeck, Segeberg und Tondern
1549 Brand in Husum
1550 Der Verkehr auf dem Alster-Trave-Kanal wird eingestellt; Pest in Eutin und Lübeck
1551 Sturmflut in Nordfriesland
1557 bis 1598 Heinrich Rantzau königlicher Statthalter in den Herzogtümern
1558 Stadtschule Eutin
1559 „Letzte Fehde“: Dreiteilung Dithmarschens nach der Eroberung durch Herzog Adolf von Gottorf sowie Herzog Johann dem Älteren und dem dänischen König
1564 Johann der Jüngere wird nach der erneuten Landesteilung des königlichen Anteils durch Friedrich II. von den Ständen nicht als Landesherr anerkannt und wird damit der erste (von der Landesherrschaft) abgeteilte Herr
1565 Pest in Flensburg und Holstein
1566 Bordesholmer Gelehrtenbschule
1567 Lateinschule in Hadersleben
1571 Zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1573 Sturmflut in Nordfriesland
1575 Blattern und Masern in Holstein
1581 Letzte Landesteilung: Friedrich II. und Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf teilen das Erbe Johann des Älteren. Dithmarschen wird in Norder- und Süderdithmarschen geteilt; Sturmflut an der Westküste
1584 Erster bekannter Schutzbrief für Juden in Altona durch die Schauenburger
1586 Die Gottorfer stellen fortan den Bischof von Lübeck
1590 Stadtrecht für Tönning und Garding
1595 Zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1598 Pest in Kiel und Umgebung
1600 Sturmflut in Nordfriesland
1601 Armenordnung in Lübeck
1603 Stadtrecht für Husum; Apotheke in Flensburg
1604 Fleckensrecht für Altona
1609 Münze in Lauenburg (bis 1689)
1610 Zwei Sturmfluten in Nordfriesland. Mit dem Deichbau für den Sieversflether Koog auf Eiderstedt übernehmen Unternehmer die bis dahin von den Küstenbewohnern genossenschaftlich betriebene Landgewinnung
1612 Edikt gegen Bettler und „Zigeuner“
1613 Erster Deicharbeiteraufstand (Lawai) in Tönning; Apotheke in Husum
1614 Leibeigenschaft von der Landesherrschaft anerkannt
1615 Christian IV. gibt den Planungsbefehl für Glückstadt
1616 Glückstadt gegründet
1617 Stadtrecht für Glückstadt
1621 Stadtrecht für die Gottorfer Gründung Friedrichstadt
1623 Union von 1533 zwischen den Herzogtümern und Dänemark erneuert; Portugiesische Juden, Sepharden, siedeln sich in der „Toleranzstadt“ Glückstadt an
1624 Christian IV. erläßt die erste Postordnung (Post) für die Herzogtümer
1625 Christian IV. wird auf Seiten der Protestanten in den Dreißigjährigen Krieg (Kaiserlicher Krieg) ein; Fünf Sturmfluten in Nordfriesland
1627 19.9. Erstürmung Breitenburgs durch Truppen Wallensteins
1628 Belagerung von Krempe und Glückstadt
1629 12.5. bis 25.5. Kaiserlicher Krieg endet mit dem Frieden zu Lübeck zwischen Dänemark und Kaiser Ferdinand II.
1630 Zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1631 Zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1632 Buchdruckerei in Glückstadt
1634 11.10. „Buchardiflut“, nach 1362 die Zweite „grote Manndränke“, bei dieser Sturmflut kamen allein in Nordfriesland 9.000 Menschen um, von der Insel Strand bleiben nur Nordstrand und Pellworm sowie die Hallig Nordstrandischmoor
1635 bis 1639 Gesandtschaft Herzog Friedrich III. nach Persien
1637 Mäuseplage bedroht Ernte
1639 Pest in Eutin und Lübeck
1640 Das Haus Schauenburg stirbt aus, die Herrschaft Pinneberg fällt an Christian IV., ein anderer Teil an das Haus Schleswig-Holstein-Gottorf
1642 Brand in Eutin; Hofapotheke in Kiel
1643 bis 1645 der Dreißigjährige Krieg greift erneut auf die Herzogtümer über, man spricht vom Schwedisch-Dänischen Krieg
1644 König Christian IV. vergibt das Privileg für den Walfang an einen Hamburger Reeder niederländischer Herkunft
1655 Beginn des Dänisch-Schwedischen Krieges, auch „Polackenkrieg“ genannt (bis 1660)
1657 Niederbrennung Elmshorns und Itzehoes durch schwedische Truppen
1658 Ein brandenburgisches Heer mit kaiserlichen und polnischen Truppen besetzt Schleswig und Holstein; 12.5 Kopenhagener Vergleich zwischen Dänemark und Gottorf: Dänemark verliert alten Besitz östlich des Sundes, Gottorf erhält Souveränität über den herzoglichen Anteil von Schleswig
1659 Guineacompanie in Glückstadt; Pest und Typhus in Holstein
1661 Jüdische Gemeinde Moisling unter königlichem Schutz; zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1662 Zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1664 Stadtrecht für Altona
1665 Gründung der Universität in Kiel unter dem Gottorfer Herzog Christian Albrecht
1669 Bürgerrezeß in Lübeck; Brand in Apenrade
1670 Zeitung „Nordischer (Altonaer) Mercurius“
1672 Erste auch für alle Ärzte und Apotheken des königlichen Anteils der Herzogtümer gültige „Medizinalordnung“
1675 10.7. Rendsburger Vergleich: Christian Albrecht unterwirft sich der königlichen Oberhoheit
1679 Frieden von Fontainebleau: Restitution des Herzogs von Gottorf
1681 Heilquelle Bramstedt entdeckt
1683 Lateinschule in Altona
1684 Christian V. zieht den gottorfschen Anteil von Schleswig ein
1687 Kupfermühle bei Flensburg
1688 Aufhebung der Leibeigenschaft auf Schmoel, Hohenfelde und Oevelgönne
1689 Altonaer Vergleich: Christian V. muß erneut die Restitution des Herzogs von Gottorf zulassen
1690 bis 1695: der dänische König Christian V. läßt Rendsburg zur Festung ausbauen und wirbt für die Ansiedlung von Juden im Neuwerk
1693 Brand in Ratzeburg und Oldenburg
1700 Frieden von Travental: dritte, durch großpolitische Situation erzwungene Verhandlungslösung im Streit um den Gottorfer Anteil an Schleswig zwischen den dänischen König Friedrich IV. und dem schwedischen Karl XII; Beginn „Nordischer Krieg“ bis 1719 und erneut 1721, Koalition mit Dänemark gegen Schweden
1704 Lateinschule Plön
1711 Bannmeilenverordnung zu Schutz des städtischen Handwerks vor dem Landhandwerk (gültig bis 1805 ein flexibel gehandhabtes Konzessionssystem eingeführt wurde)
1713 Letzte Pest in Schleswig-Holstein; Friedrich IV. läßt den Gottorfer Anteil am Herzogtum Schleswig besetzen; Peter der Große in Lübeck
1714 Kapitulation Tönnings
1715 Zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1719 Zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1720 3.7. Frieden von Frederiksborg: Der dänische Besitz des Gottorfer Anteils von Schleswig wird anerkannt; der Herzog von Gottorf erhält seinen holsteinischen Anteil zurück; zwei Sturmfluten in Nordfriesland
1721 Die Reichsgrafschaft Rantzau kommt an den dänischen König
1724 Palmschleuse im Stecknitzkanal
1729 Zuchthaus in Neumünster eingerichtet (bis 1820)
1734 Mit dem Köpfen eines Mannes in Rendsburg endet die Zeit der Hexenverfolgung; Zuchthaus in Glückstadt
1738 Christianeum Altona
1740 Zeitung „Glückstädter Fortuna“ gegründet
1750 Gradierwerk in Oldesloe zur Salzgewinnung
1751 „Lübeckische Anzeigen“ gegründet
1755 Fayencemanufaktur Schleswig
1759 Bauernunruhen in Travetal
1760 „Gesellschaft der Commercierenden“ in Altona durch Kaufleute und Gewerbetreibende gegründet
1761 Das Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön fällt an den König
1762 Herzog Karl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf wird als Peter III. russischer Zar, er gilt als geistesschwach und wird schon ein Jahr später ermordet; Gründung der „Königlich Dänischen Acker Akademie“ und damit der wahrscheinlich ersten ökonomischen Gesellschaft in Deutschland durch den Glücksburger Probst Philipp Ernst Lüders
1764 Erste Zuckerraffinerie in Flensburg; Fayencemanufaktur in Rendsburg
1767 Kopenhagener Vertrag, dänisch-russische Vereinbarung über die Regelung der „Gottorfer Frage“ durch Gebietsaustausch
1768 Im Gottorfer Vergleich wird die Reichsunmittelbarkeit Hamburgs von Dänemark anerkannt; Errichtung der Schleswig-Holsteinischen Landkommission zu Förderung der Agrarreformen (Verkoppelung)
1769 erste Volkszählung im königlichen Anteil der Herzogtümer
1771 der Wechsel der Familiennamen durch die Patronymische Namensbildung im Herzogtum Schleswig wird verboten 
1772 Hinrichtung des Arztes, Reformers und Ministers Johann Friedrich Struensee
1773 Mit dem Vertrag von Zarskoje Selo entsteht der dänische Gesamtstaat; Großfürst Paul tritt als gottorfischer Erbe Holstein an Dänemark ab, dieses überlässt der jüngeren Gottorfer Linie die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst; das Gedicht von Matthias Claudius „Der Schwarze in der Zuckerplantage“ ist die erste Kritik in der deutschen Literatur an der Sklaverei; Herrnhuter beginnen mit dem Bau der Brüdergemeine Christiansfeld
1775 Fortwährende Deputation der Schleswig-Holsteinischen Prälaten und Ritterschaft (Landtage)
1777 bis 1784 Bau des Schleswig-Holsteinischen Canals
1779 Das Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg fällt nach dem Tod des letzten Herzogs an den dänischen König
1785 Einrichtung eines Mustergutes durch Caspar Voght in Nienstedten und Baumschule in Düsternbrook bei Kiel
1788 Beschluß zur Aufhebung der Leibeigenschaft im Gesamtstaat zum 1.1.1805; die Herzogtümer bekommen ihr eigenes Geld, die Mark Courant, das nur in Altona geprägt werden darf
1790 Erste Instenunruhen in Kaltenkirchen
1791 Armenordnung in Eutin; drei Sturmfluten in Nordfriesland
1792 Erstes europäisches Verbot, mit Sklaven zu handeln (Dreieckshandel)
1793 Gesellschaft freiwilliger Armenfreunde in Kiel
1794 Lesegesellschaft Eutin
1795 erste Baumschulen in der Region um Halstenbek, Rellingen und Pinneberg
1796 Soldatenaufstand in Lübeck; Kieler Spar- und Leihkasse; drei Sturmfluten in Nordfriesland
1798 Brand von Oldesloe; erstes Adressbuch in Lübeck; erste kommerzielle Baumschule
1799 Gründung des Taubstummeninstitutes in Kiel

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