2. Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte

Ein voller Erfolg für die „Wendepunkte“:

Typisch Ehrenamt. Alles war besprochen, alles verabredet. Eine halbe Stunde vor Beginn war klar: das große Banner „Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ hatte den Weg zum Sparkassenveranstaltungszentrum am Faluner Weg in Kiel nicht geschafft. Doch die Krisenstimmung legte sich schnell. Auch ohne Banner füllte sich das Zentrum schnell, die Stände waren umlagert. Gut 200 hatten sich angemeldet doch am Ende fanden auch ohne Banner fast die doppelte Anzahl an Interessierten den Weg zum 2. Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte.

2. Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte

2. Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte

„Wendepunkte“ lautete dieses Mal das Leitthema. Nach den „Mythen“ vor zwei Jahren beim 1. Tag im hohen Arsenal in Rendsburg schien dem Beirat der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte klar, Mythen ziehen mehr als Wendepunkte. Das Gesicht von Beiratsvorsitzenden Professor Thomas Steensen hellte sich in der Woche vor dem 9. Juni zusehends auf. Immer mehr Zusagen liefen bei Schriftführer Dr. Christian Pletzing auf. Am Tag X wurden die Erwartungen dann übertroffen. Im großen Vortragssaal reichten zeitweise die Stühle nicht.

Zufrieden waren auch die Verbände, Vereine und Verlage die mit ihren Ständen das Foyer füllten. Zumindest Gespräche am Rande ergaben es gab trotz langer Vortragsblöcke zahlreiche Gespräche, Kontakte wurden geknüpft wurden und die Verlage waren mit dem Verkauf zufrieden. Weil GSHG-Vorsitzender Jörg-Dietrich Kamischke erkrankt war, begrüßte Thomas Steensen als Beiratsvorsitzender. Er und Professor Detlev Kraack führten durch den Tag. Die auf 20 Minuten getakteten Vorträge führten über die Schlacht von Bornhöved, die zweite große Mandränke, die Grenzlandabstimmung 1920, die Bonn-Kopenhagener-Erklärungen, das Programm Nord schließlich bis zur Barschel-Pfeiffer-Affäre.

Den Tag begleitete die Diskussion, was ist den nun ein „Wendepunkt“ in der Geschichte Schleswig-Holsteins? Eine abschließende Antwort darauf gab es – wie zu erwarten – am Ende nicht. Klar allerdings, es gibt Wendepunkte die den Ablauf von Politik, Machtgefüge und Abhängigkeiten verändert haben und solche, die sich als gravierende Einschnitte für viele Menschen im Norden wahrgenommen werden können. Der Tag der Geschichte kann damit eine neue breite Diskussion anstoßen.

Preisübergabe an Dr. Greinert

Preisübergabe an Dr. Greinert

Neben den Ständen waren die Besucher auch aufgefordert, sich einmal über das Thema „Wendepunkte“ wie auch über das von der GSHG vorangetriebene Projekt eines „Hauses der Geschichte“ Gedanken zu machen. Studenten des Regionalhistorischen Lehrstuhls der Christian-Albrechts-Universität sammelten die Ergebnissen an Pinnwänden. Das „Haus der Geschichte“ war Thema einer kompakten aber intensiven Diskussion im Plenum. Highlight war wie schon beim ersten Tag der Geschichte Schleswig-Holsteins erneut der „Schleswig-Holstein History“ Slam. Die Studierenden Nele Dittrich, Dr. Nina Gallion, Karoline Liebler, Jan Ocker und Caroline Weber stellten ihre Forschungsarbeiten vor. Von Bischof Herrmann bis zur plattdeutschen Reise zur Kolonisation des Lokstedter Lagers begeisterten die Beiträge.

Auch wenn das Sparkassen-Veranstaltungszentrum etwas den Charme der 1970er Jahre konserviert hat, erwiesen sich die Möglichkeiten dort als gut bis sehr gut für einen Tag der Geschichte. Das Catering des Hauses sorgte ständig für Nachschub an Kaffee und (wichtig weil es wirklich Sommer war) Wasser, sowie Schnittchen und Suppen. Am Ende war auch Schatzmeister Dr. Martin Skaruppe zufrieden. Gut 600 € landeten im Spenden(weck)glas.

Kritik gab es auch. Etwa: Warum gab es keinen Stand der GSHG? – ja das war schade. Doch der Vorstand und die aktiven Mitglieder hatten reichlich und anderes zu tun. Schriftführer Dr. Christian Pletzing kam so um Suppe und Schnittchen, weil er Sonnabendmittag durch Kiel irrte, um noch einen Blumenstrauß zu besorgen. Der war für die Gewinnerin des diesjährigen Preises der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische bestimmt. Er war erfolgreich. Mit der Vergabe des Preises an Dr. Melanie Greinert endete ein schöner 2. Tag der Geschichte Schleswig-Holsteins.
-ju- (0618)

Veranstalter:

Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte

in Zusammenarbeit mit:

Akademiezentrum Sankelmark

Landeskulturverband Schleswig-Holstein

LAG Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein

Lehrstuhl Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Nordfriisk Instituut

 

 

 

 

 

 

>>> Das gesamte Programm der Veranstaltung als PDF-Download finden Sie hier <<<