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Abgeteilte Herren

Johann der Jüngere war der erste "Abgeteilte Herr"

Johann der Jüngere war der erste „Abgeteilte Herr“

Als abgeteilte Herren werden seit dem 16. Jahrhundert die Herzöge bezeichnet, die nicht durch die Stände als Landesherren in Schleswig und Holstein anerkannt waren. Seit 1460 war stellte das Haus der Oldenburger nicht nur den König von Dänemark und Norwegen, sondern war in Nachfolge der Schauenburger auch Landesherr über Schleswig und Holstein. Die Stände stimmten dem nur unter der im Privileg von Ripen fixierten Auflage zu, daß beide Teile unter einem gemeinsamen Landesherren stünden. 1544 wurde diese Zusage jedoch schon zum zweiten Mal gebrochen. Christian III. (1503*/ 1534- 1559) teilte die Herzogtümer mit seinen Halbbrüdern Johann dem Älteren (1521 – 1580) und Adolf (1526-1586). Die Stände huldigten dem Gottorfer Adolf sowie Johann dem Älteren von Hadersleben als Landesherren. Zwanzig Jahre später entschädigte König Friedrich II. (1534*/1559-1588) seinen Bruder Johann den Jüngeren (1545 – 1622) mit einem Teil seines Besitzes in Schleswig und in Holstein. Das konnten die Stände nicht verhindern. Sie verweigerten Johann dem Jüngeren jedoch die Huldigung. Damit war ihm verwehrt, wie Adolf und Johann der Ältere als Herzog auch regierender Landesherr zu sein. Johann der Jüngere war damit der erste (nämlich von der Landesherrschaft) „abgeteilte Herr“ und bezog seine Macht und sein Einkommen nur aus dem von ihm verwalteten Landesteil. Johann teilte seinen ohnehin schon kleinen Besitz unter seinen Söhnen auf, so daß nun mehrere Duodezfürstentümer entstanden. Die Norburger, Plöner (siehe auch Schloß Plön) und Glücksburger Linie starben im 18.Jahrhundert aus, und ihr Besitz fiel an den König zurück. Die Sonderburger Linie, die sich wiederum in den Augustenburger und den Beckschen (später Glücksburger) Zweig der Oldenburger teilte, wurde im Zuge der Erbfolgeproblematik im 19. Jahrhundert wieder historisch bedeutend.

 -ju- (0103/0404)

Quellen: Ulrich Lange (Hrsg.), Geschichte Schleswig-Holsteins – Von den Anfängen bis zur Gegenwart (SHG), 2. verbesserte und erweiterte Ausgabe, Neumünster 2003, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02440-6; Eckardt Opitz in Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und Ortwin Pelc (Hrsg.), Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02441-4

Bildquelle: Schleswig-holsteinische Landesbibliothek (SHLB)