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Altonarer Blutsonntag

7.000 SA-Männer (Sturmabteilung) der NSDAP (Nationalsozialismus) marschierten am Sonntag den 17.7.1932 durch die Straßen des als „rot“ geltenden Altona. Sie provozierten so Straßenschlachten mit den Anhängern von KPD und SPD. Es kam zu Schießereien, bei denen 18 Menschen getötet wurden. Die Krawalle gingen als „Altonaer Blutsonntag“ in die Geschichte ein. Sie hatten ein Nachspiel. Reichspräsident Paul von Hindenburg warf den preußischen Behörden Versagen vor, weil sie das Blutbad nicht hatten verhindern können. Dies wurde am 20.7.1932 zum Vorwand genommen, um die preußische Landesregierung Braun/Severing (SPD) gemäß Artikel 48 der Verfassung (Notverordnung) abzusetzen und Reichskanzler Franz von Papen zum Reichskommissar von Preußen zu ernennen. Mit dem sogenannten „Preußenschlag“ begann in der Provinz Schleswig-Holstein die erste bürgerlich-nationale Gleichschaltung, die den Weg für die Machtübernahme Adolf Hitlers am 30.1.1933 ebnete.

Quelle: Uwe Danker in Klaus-Joachim Lorenzen Schmidt, Ortwin Pelc (Hrsg), Schleswig-Holstein Lexikon (SHLEX), Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02441-4, SHG

Bildquelle: Museum für Hamburgische Geschichte