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Brakteat

 Zeichnung eines Goldbrakteaten aus Geltorf (Kreis Schleswig-Flensburg). Es ist einem spätantiken römischen Kaisermedaillion nachempfunden und zeigt (wahrscheinlich) in der Mitte den germanischen Gott Wotan. Die Runenschrift "lalgwu" ist nicht deutbar

Zeichnung eines Goldbrakteaten aus Geltorf (Kreis Schleswig-Flensburg). Es ist einem spätantiken römischen Kaisermedaillion nachempfunden und zeigt (wahrscheinlich) in der Mitte den germanischen Gott Wotan. Die Runenschrift „lalgwu“ ist nicht deutbar

Nach dem lateinischen Wort für sehr dünnes Blech „bractea“ wurden im 17. Jahrhundert die besonders um den Wechsel vom 12. auf das 13. Jahrhundert geprägten großen Pfennige „Brakteaten“ genannt. Um große und prächtige Münzen (Geld) herstellen zu können, verwendete man dünnes Silberblech, um auf einer weichen Unterlage aus Leder, Blei oder Pech einen Pfennig oder Denarius zu prägen. Der Stempel drückte dabei durch und ließ das Prägen der Gegenseite nicht zu. Brakteaten werden deshalb auch als Hohlpfennig bezeichnet.

Neben den silbernen Blechmünzen werden auch Goldschmiedearbeiten aus der Völkerwanderungszeit als Brakteaten bezeichnet. Nach dem Vorbild der römischen Münzen wurden vor allem im 6. und 7. Jahrhundert sehr feine Goldanhänger geprägt oder – später – mit Punzen getrieben. Die Goldbrakteaten wurden wahrscheinlich als Amulette getragen und blieben uns als Grabbeigaben erhalten.

-ju- (1202)

Quelle: Ralf Wiechmann in Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und Ortwin Pelc (Hrsg.), Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02441-4; Jann Markus Witt und Heiko Vosgerau, Schleswig-Holstein von den Ursprüngen bis zur Gegenwart – Eine Landesgeschichte, Hamburg, 2002, Convent-Verlag, ISBN 3-934613-39-X