SH von A bis Z
     A B C D E F G H I J
     K L M N O P Q R S
     T U V W Y Z
So lebte man in SH um …
     1150, 1350, 1650,
     1800, 1830, 1900,
     1925, 1955

Döschdamper

Döschdamper treibt Dreschkasten, Gut Saxdorf um 1930

Döschdamper treibt Dreschkasten, Gut Saxdorf um 1930

Döschdamper ist der plattdeutsche Begriff für eine fahrbare Dampfmaschine. Sie wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Die Dampfmaschinen trieben über Transmissionsriemen Dreschkästen (daher „Dreschdampfer“), Schnitzelwerke und Häcksler an. Sie waren meist im Besitz von Lohnunternehmern. Döschdamper gab es sowohl als Dampfmaschinen auf Rädern, die von Pferdegespannen gezogen wurden, wie auch als Lokomobile, also selbstfahrend (z.B. baute „Lanz“ schon vor dem ersten Weltkrieg Lokomobilen). Weil sie oft zu schwer für den Einsatz auf dem Feld waren, arbeiteten sie überwiegend auf den Hofstellen. Pro Maschine wurde je Kampagne zwölf bis 18 Arbeitskräfte eingesetzt. Das waren überwiegend sogenannte Monarchen, die dann auch „Dampermonarchen“ genannt wurden. Döschdamper wurden ab 1920 zunehmend durch Traktoren verdrängt, die bis zum Aufkommen selbstfahrender Dreschmaschinen meist mit einer Scheibe ausgerüstet waren über die im Stand Transmissionsriemen angetrieben werden konnten. Seit Ende der 1950er Jahre werden Döschdamper nicht mehr eingesetzt. Döschdamper sind in Schleswig-Holstein im Landwirtschaftsmuseum in Meldorf, www.dithmarschen.de, im Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseum in Molfsee, www.freilichtmuseum-sh.de, sowie in der landwirtschaftlichen Sammlung des Landesmuseums in Schleswig ausgestellt. Tipp: Die Lebenserinnerungen von Franz Rehbein „Das Leben eines Landarbeiters“.

-ju-

Quellen: Wolf Könenkamp, SH Landwirtschaftsmuseum Meldorf, SHLEX

Bildquelle: Wilhelm Bronnmann in „Altes Handwerk“, Boyens & Co, 1999