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Dusenddüwelswarf

Dusenddüwelswarf

Dusenddüwelswarf

Die „Tausendteufelswarft“ (Warft) liegt zwischen Epenwöhrden und Hemmingstedt in Dithmarschen. Am 17.2.1900 – vierhundert Jahre nach der Schlacht von Hemmingstedt – wurde dort von den Landkreisen Norder- und Süderdithmarschen ein zentrales Landesdenkmal eingeweiht. Geplant hatte es der Kieler Architekt Wilhelm Voigt (1857 bis 1916), der auch schon das Museum Dithmarscher Altertümer sowie das Kreishaus in Meldorf gebaut hatte. Voigt, zu jener Zeit einer der führenden Planer im Lande, verzichtete auf jede figürliche Zutat. Im Zentrum der Anlage auf der erhöhten Warft steht das sogenannte „Goos-Ei“, ein mächtiger Findling vom Barlter Vierth. Auf der nach Norden ausgerichteten flachen Seite des Steines ist das Motto der siegreichen Dithmarscher „WAHR DI / GARR / DE BUR DE / KUMT“ (nimm Dich in acht, Garde, der Bauer kommt) zu lesen. Das Denkmal verdeutlicht, wie bedeutend die Schlacht von Hemmingstedt für das kollektive Selbstbewußtsein der Dithmarscher ist. Da stört es nicht, daß es nicht am historisch richtigen Platz steht. Inzwischen ist sicher, das Denkmal steht nicht an dem Ort der Schanze, an dem es dem Bauernheer gelang, die Schwarze Garde zu stoppen und damit die Schlacht für sich zu entscheiden.

Heinz-Detlef Theen (1002)

Quelle: Heinz-Detlef Theen in: Denk Mal!, Zeitschrift für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein, Jahrgang 9, 2002, Heide, Boyens & Co, www.denkmal.schleswig-holstein.de, ISBN 3-8042-0906-8

Bildquelle: Friedhelm Schneider, Landesamt für Denkmalpflege