SH von A bis Z
     A B C D E F G H I J
     K L M N O P Q R S
     T U V W Y Z
So lebte man in SH um …
     1150, 1350, 1650,
     1800, 1830, 1900,
     1925, 1955

Eidersperrwerk

Das Eidersperrwerk bei Sturm

Das Eidersperrwerk bei Sturm

Die Eider entspringt an der Ostküste bei Kiel und mündet bei Tönning an der Westküste in die Nordsee. Durch menschliche Eingriffe verlagerte sich seit dem Mittelalter die Tiedegrenze (der Bereich, in dem die Flut der Nordsee einströmt) immer weiter nach Westen. Die Wasserstände stiegen, die Eider mußte in ihrem Unterlauf durch Dämme gesichert werden. Als der Nord-Ostsee-Kanal 1895 die Wasserscheide bei Rendsburg durchbrach, stieg der Wasserspiegel um 1,8 Meter. 1936 wurde die Eider deshalb oberhalb von Friedrichstadt bei Nordfeld mit einer Schleuse abgedämmt. Als Folge gab es Probleme mit der Entwässerung der Eiderniederung. Die Zufahrt zum Tönninger Hafen in der verbliebenen Tiedeeider versandete. Nach der Sturmflut von 1962 wurde mit dem Generalplan Küstenschutz auch der Bau des Eidersperrwerks beschlossen. Die Eider wurde dafür zwischen dem Eiderstedter Vollerwiek und dem Dithmarscher Hundeknöll abgedämmt. Die Seedeichline im Eiderbereich wurde damit von 60 auf 4,8 Kilometer verkürzt. Das Sperrwerk selber hat fünf gewaltige Doppelhubtore von je 40 Metern Breite und 250 Tonnen Gewicht als Sielverschlüsse. Sie können bei Sturmfluten das Eidergebiet komplett abriegeln. In normalen Zeiten sollen sie den Ein- und Auslauf von täglich im Durchschnitt 100 Millionen Kubikmetern Wasser so regulieren, daß einerseits die Entwässerung des Binnenlandes verbessert, andererseits durch einen durch Rückstau verstärkten Ebbstrom der Versandung vorgebeugt werden kann.

Eisgang vor dem Eidersperrwerk

Eisgang vor dem Eidersperrwerk

Eine Schleuse auf der Nordseite des Sperrwerkes erhält die Eiderschiffahrt aufrecht, ein Tunnel zwischen den Doppeltoren des Eidersperrwerkes verbindet Dithmarschen und Eiderstedt. Das Großprojekt wurde 1973 eingeweiht, kostete 170 Millionen Mark und gilt an der Westküste als Jahrhundertbauwerk. Während das Eidersperrwerk bisher allen Sturmfluten widerstehen konnte, haben sich die Hoffnungen nicht im vollen Umfang erfüllt, durch das Bauwerk ein Werkzeug zu haben, mit dem die Eider und die Binnenentwässerung perfekt reguliert werden könnten.

-ju-

Bildquelle: Boyens & Co, Fotos Günter Pump; Luftbild Walter Raabe, Friedrichstadt