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Friesen

Friesen

Friesen

Die frühe nordfriesische Geschichte liegt weithin im Dunkeln. In zwei Schüben wanderten Friesen seit dem 8.Jahrhundert aus ihrem Ursprungsgebiet zwischen Zuidersee und Weser in das Küstengebiet nördlich der Eider ein und besiedelten die Utlande sowie Helgoland. Um die Jahrtausendwende wurde wahrscheinlich die Marsch am Festland in einer zweiten Einwanderungswelle von den Friesen in Besitz genommen. Politisch fanden sie nie zu einer Einheit. Die friesische Sprache als verbindendes Merkmal der Nordfriesen ging schon früh wieder zurück. Schon Anfang des 16. Jahrhunderts wurde sie vom Niederdeutschen auf Eiderstedt verdrängt, die Große Mandränke von 1634 zerstörte nicht nur die Insel Strand, sondern führte auch zum Sprachwechsel. Erst das „nationale Erwachen“ in der Zeit der Romantik am Anfang des 19.Jahrhunderts führte dazu, daß sich die Nordfriesen mit sich und ihrer Sprache beschäftigten. In den Jahren nach 1840 gab es Ansätze zu einer nordfriesischen Nationalbewegung, die jedoch vom aufkeimenden deutsch-dänischen Konflikt überlagert wurde. Erst als im Zuge des gesellschaftlichen Umbruchs der beginnenden Industriezeit (Industrialisierung) nach der Reichsgründung als Gegenbewegung regionale Traditionen und Heimat als kultureller Werte wieder entdeckt wurden, besann man sich der friesischen Wurzeln. Doch überlagerte der deutsch-dänische Streit das Leben im Landesteil Schleswig. Es entstanden so „Teuto-“ und „Danofriesische Vereine“. Der Konflikt überschattete die Kultur- und Spracharbeit der Friesen latent noch bis Anfang der 1980er Jahre.

-ju- (1002)

Quellen: Thomas Steensen in, Nordfriesland von A bis Z, Bredstedt/Bräist, 1998, Nordfriisk Instituut, ISBN 3-88007-271-X; Klaus-Joachim Lorenzen Schmidt in, Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02441-4