Editorial |
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Es ist
wie immer vor Weihnachten: das Fest der Liebe ist auch das der Bücher
und in der Redaktion stapeln sich daher die Neuerscheinungen, die
absichtlich zufällig alljährlich zum Fest erscheinen. Nicht alle
konnten wir noch lesen und müssen darauf vertrösten, dass neues zur
Landesgeschichte eigentlich das ganze Jahr von Interesse ist. Trotzdem
lohnt es, in unsere Rubrik
Das
Buch „Seekisten“ von Peter Barrot folgt eher konservativ der Tradition
historischer und volkskundlicher Darstellungen von Spezialgebieten.
Spannend wird es dadurch, dass Barrot eher zufällig darauf gestoßen
ist, dass Seekisten von der ansonsten breiten maritimen Forschung
bisher einfach vergessen worden sind. Als Podeste für Schiffsmodelle
oder „schiffige“ Zierstücke in Insel- und Halligstuben haben sie fast
nur noch dekorativen Charakter. Barrot hat das geändert und das
Universalmöbel der Seeleute in Museen, Archiven und auch in seiner
Werkstatt neu entdeckt und beschrieben. Die Seekiste wurde so auch zu
unserem
Als die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG) 2008 ihr 175-jähriges Bestehen feiern konnte, sind wir sozusagen in eigener Sache in die Archive vorgedrungen. Dabei wurde erneut klar und benannt, dass die Zeit des so genannten „Dritten Reiches“ nur unzureichend aufgearbeitet ist. Klar ist, die GSHG hat unter Schriftführer Volquart Pauls ihre Arbeit als landesgeschichtliche Publikationsgesellschaft kontinuierlich fortgesetzt. Obwohl seit 1933 klar im Sinne der neuen Machthaber nach dem Führerprinzip organisiert, lief die Arbeit von wenigen Ausnahmen thematisch weitgehend unbeeinflusst durch die vermeintlich neue Zeit. Hat Volquart Pauls die GSHG nur geschickt durch die 13 Jahre laviert, inwieweit hat er sich dafür arrangiert oder sogar kollaboriert? Im Urteil seines Nachfolgers Olaf Klose hat die Gesellschaft laviert und sich arrangiert. Ob dem so ist, hat Lena Cordes in ihrer Staatsexamesarbeit untersucht. Wir haben mit großem Interesse auf die Ergebnisse gewartet. Die liegen nun gedruckt vor (Zum Lesen empfohlen). Leider müssen wir unsere eigene Geschichte nicht umschreiben. Der Grund ist das Fehlen der internen Schriftwechsel, die bei einem Bombenangriff 1944 verbrannten. Das ist bedauerlich, bestärkt uns aber darin, dass es auch nach 178 Jahren weiter unsere Aufgabe ist, Quellen zur Geschichte des Landes zu erschließen und zugänglich zu machen.
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