SH von A bis Z
     A B C D E F G H I J
     K L M N O P Q R S
     T U V W Y Z
So lebte man in SH um …
     1150, 1350, 1650,
     1800, 1830, 1900,
     1925, 1955

Instenunruhen

Die soziale Lage der unterbäuerlichen Schichten war während des gesamten 19. Jahrhunderts schlecht. Die Situation verschlechterte sich in Folge steigenden Lebensmittelkosten, der Mechanisierung der Landwirtschaft und daraus folgend auch einem Überangebot an Arbeitskräften, was wiederum Lohnsenkungen nach sich zog. 1846/47 kam es zu ersten Protesten gegen die hohen Getreidepreise. Die Angst der besitzenden Klasse vor einer politischen Revolution als Antwort auf die ungelöste „soziale Frage“ war groß, Gutsbesitzer (Gut) wie Bürger fürchteten Aufstände wie während der Revolution in Frankreich. Solche Vorbilder waren den Insten auch durch Agitatoren und städtischer Lehrer vermittelt worden, die dafür warben, sich für die Verbesserung der Situation einzusetzen. Ab Frühjahr 1848 wurde gefordert, die tägliche Arbeitszeit von zwölf auf elf Stunden pro Tag zu senken und die Wohnverhältnisse zu bessern. Im Juni 1848 erbaten die Güter Salzau und Lammershagen militärischen Schutz, im Juli mußte die provisorische Regierung 50 Dragoner nach Plön verlegen im gleichen Monat begannen Demonstrationen in Dithmarschen; wieder wurde Militär entsandt. Im Februar 1849 gab es weitere Streiks der Landarbeiter auf Farve und anderen Gütern, so das im März eine Kompanie nach Oldenburg verlegt wurde. Im Mai wurde Seedorf von der allgemeinen Empörung erfaßt. Ein Kommission zur Untersuchung der Lage der Insten wurde zwar eingesetzt, beendete ihre Arbeit jedoch nicht. Die Instenunruhen, die auch als Beginn der Arbeiterbewegung in Schleswig-Holstein angesehen werden, hatten keine Erfolge.

Quelle: SHLEX