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Kartoffeldeutsche

Als im Herbst 1759 die ersten Süd- oder „Oberdeutschen“ in Dänemark ankamen, die geworben worden waren, um die jütische Geest zu kolonisieren (Kolonisation), brachten sie die ihnen schon vertrauten „Potatos“ mit. Die Dänen um Viborg und Vejle lernten dadurch eine für sie noch weitgehend unbekannte Feldfrucht kennen. Sie nannten die Kolonisten deshalb auch „Kartoffeldeutsche“. Weil sich die Versuche, die Heiden um Viborg und Vejle in Kultur zu bringen, bald als nicht erfolgversprechend erwiesen, wurden die in Hessen, Baden, Württemberg und der Pfalz angeworbenen Kolonisten ab 1761 auf die Moor- und Heidegebiete der Geest des königlichen Anteils am Herzogtum Schleswig umgeleitet. Obwohl sie auch dort die Kartoffel heimisch machten, wurden sie dort nicht mehr „Kartoffeldeutsche“ genannt. Wie schon zuvor im dänischen Teil Jütlands bezeichnete man sie ungeachtet der verschiedenen Landsmannschaften alle als „Pfälzer“.

rgsh (0204)

Quelle: Christian Degn/Uwe Muuß, Topographischer Atlas Schleswig-Holstein, herausgegeben vom Landesvermessungsamt, dritte Auflage, Neumünster, 1966, Wachholtz-Verlag