SH von A bis Z
     A B C D E F G H I J
     K L M N O P Q R S
     T U V W Y Z
So lebte man in SH um …
     1150, 1350, 1650,
     1800, 1830, 1900,
     1925, 1955

Kleien

Kleien in der Marsch in Dithmarschen

Kleien in der Marsch in Dithmarschen

„Kleien“ nennt man das traditionell im siebenjährigen Turnus wiederholte Ausheben und damit Reinigen der Gräben und Wettern (Entwässerung) in den Marschen von Ablagerungen (Sedimenten) und Bewuchs. „Gekleit“ wird mit einem besonders stabilen Spaten mit einen sehr schmalen und sich zur Schneide wenig verbreiternden Blatt, das sehr lange überwiegend aus Holz bestand. Der Kleispaten erlaubt ein sehr präzises Arbeiten in den schweren tonigen und oft bläulichen Marschboden. Durch das Kleien soll der Abfluß des Wassers aus der Marsch gesichert werden. Heute wird die Arbeit oft mit Maschinen erledigt. Fast völlig durch Drainagerohre ersetzt sind inzwischen die kleinen Abzugsgräben auf Fennen (Weiden) und Feldern, die „Grüppen“. Sie behindern den Einsatz der großflächig arbeitenden Anbaugeräte der Schlepper. Grüppen prägen dagegen nach wie vor das Deichvorland. Hier sichert das regelmäßige Kleien den Bestand und das Anwachsen des Vorlandes. Das ist heute zwar nicht mehr wichtig für die Landgewinnung, jedoch entscheidend für die Sicherheit der Deiche. Ein hohes Vorland schützt nicht nur den Deichfuß, es bremst und beruhigt bei Sturmfluten auch das auf die Deiche drängende Wasser. In den Gräben und Grüppen setzen sich mit der Zeit Schwebstoffe ab (Sedimentation). Dieser Schlick wird beim Kleien jeweils in die Mitte eines Feldes zwischen zwei Grüppen geworfen. Durch die Fluten werden diese flachen Wälle geebnet, überwachsen mit Salzgras und führen so dazu, daß das Vorland langsam anwächst, sich also erhöht.

-ju-Quelle: SHLEX

Bildquelle: Archiv Heider Heimatmuseum