KurZ NotierT

Mit dem Schwung des Tages der Geschichte

in die Mitgliederversammlung der GSHG

Etwas erschöpft, doch erleichtert und sehr zufrieden gingen Vorstand und Mitglieder der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG) im Anschluss an dem rund um gelungenen „2.Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ am 9. Juni 2018 in die anschließende Mitgliederversammlung im Sparkassen-Veranstaltungszentrum in Kiel Mettenhof. Nach der Übergabe des Preises der GSHG an Dr. Melanie Greinert (siehe unten) begann die Sitzung mit dem Gedenken an den im April im Alter von 87 Jahren verstorbenen Ernst Georg Jarchow. Als der Mann hinter der Brunswiker Stiftung war Jarchow der GSHG seit Jahren eng verbunden. Seiner Unterstützung ist es zu verdanken, dass die GSHG jährlich ihre Preise ausloben kann.

An Ernst Georg Jarchow und sein Wirken erinnerte Prof. Dr. Detlev Kraack. Er vertrat den leider an diesem Tag erkrankten Vorsitzenden Jörg-Dietrich Kamischke. Da der Tag lang war und die Versammlung erst um 17 Uhr beginnen konnte, bezog sich Schriftführer Dr. Christian Pletzing  im Wesentlichen auf den in den Mitteilungen, Heft 94, abgedruckten ausführlichen Geschäftsbericht. Als Schwerpunkte der Vorstands- und Beiratsarbeit hob er die auf Initiative der GSHG wiederbelebte Diskussion um ein „Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ sowie die Vorarbeiten für den „2.Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte hervor.

Mit Verweis auf den ebenfalls in den Mitteilungen, Heft 94, vorliegenden ausführlichen Kassenbericht unterstrich Rechnungsführer Dr. Martin Skaruppe die ingesamt bedrohliche finanzielle Lage der GSHG. Ein Grund dafür ist der Ausfall einiger institutioneller Mitglieder mit hohen Beiträgen wie etwa der EON Hanse. Doch auch die Zahl der Mitglieder sinkt kontinuierlich. So hatte die GSHG am 31. Dezember 2017 nur noch 913 Mitglieder. Martin Skaruppe mahnte, die Gesellschaft lebe von der Substanz und müsse angesichts des absehbar immer kleineren finanziellen Spielraums ihr Kerngeschäft neu definieren.

Es ist insgesamt zu wenig in der Kasse der GSHG, aber sie stimmt. Nachgeprüft hatten das Ulrich Milch und Konsul Dr. Ernst-Joachim Fürsen. Fürsen lobte die übersichtliche und gute Kassenführung von Martin Skaruppe und seiner Mitarbeiterin Frau Kähler. Der Rechnungsprüfer stellte den Antrag auf die Entlastung des Vorstandes. Die wurde bei Enthaltung der Betroffenen einstimmig erteilt.

Nach drei Jahren waren die Amtszeiten des Vorsitzenden Jörg-Dietrich Kamischke sowie der Beisitzer Dr. Jens Ahlers, Prof. Dr. Oliver Auge sowie von Prof. Dr.Dr. Rainer Hering abgelaufen. Sie stellten sich der Wiederwahl. Weitere Vorschläge aus dem Kreis der Mitglieder gab es nicht. Alle vier wurden in offener Einzelabstimmung einstimmig wiedergewählt. Persönlich konnte nur Dr. Jens Ahlers die Wahl annehmen. Der Beiratsvorsitzende Prof. Dr. Thomas Steensen regte an, doch darauf hinzuarbeiten, dass auch Frauen in den Vorstand kommen. Das wude allgemein zustimmend aufgenommen, Vorschläge aus dem Kreis der Mitglieder gab es nicht.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ kam es zu einer regen Aussprache. Dr. Jürgen Falkenaugen hatte schon im Vorfeld der Versammlung den Vorstand aufgefordert, sich über den Mitgliederschwund der GSHG ernsthaft Gedanken zu machen. Er erinnerte daran, dass die Gesellschaft im Jahre ihres 150-jähren Bestehens 1983 noch 1.938 Mitglieder hatte. Inzwischen seien es 1.000 weniger, damit entgingen der Gesellschaft auch die für die Arbeit dringend benötigten Mitgliedsbeiträge. Nicht nur Falkenhagen forderte den Vorstand auf, aktiv zu werden. Schriftführer Dr. Christian Pletzing  erinnerte daran, dass dem Vorstand das Problem bewusst sei und in den vergangenen Jahren schon eine Reihe von Maßnahmen ergriffen worden seien. Eine davon sei der ja nun zum zweiten Mal erfolgreiche „Tag der Geschichte Schleswig-Holsteins“. Trotzdem zeichne sich keine Trendwende ab. Der Vorstand sagte zu, sich weiter und verstärkt der Frage der Mitgliederwerbung zu widmen.

Kritik gab es aus dem Kreis der Mitglieder  insbesondere an der Homepage. Die sei häufig nicht aktuell und insgesamt altbacken. Diesen Eindruck teilte Werner Junge als zuständiges Vorstandsmitglied. Es liege einmal daran, dass er nicht mehr in der Lage sei den gewaltigen Zeitaufwand für die Pflege der Homepage zu leisten. Grundsätzlich sehe er zur Zeit wenig Möglichkeiten für einen Neuanfang, weil (auch angesichts der finanziellen Lage der Gesellschaft) es nicht leitbar sei ein zeitgemässeres Format zu entwickeln und zu pflegen. Zumindest was den Bestand angehe, versprach er mehr Aktualität. Nicht zufrieden sind einige Mitglieder nach dem Redaktionswechsel von Frank Lubowitz zur Abteilung Regionalgeschichte der CAU mit den „Mitteilungen“. Sie kritisierten, das Heft spreche inzwischen eher ein universitäres denn ein breites Publikum an. Es wurde angeregt, die letze Seite der „Mitteilungen“ zu nutzen, um die Exkursionen der GSHG anzukündigen.

Um 17.52 Uhr schloss Prof. Dr. Detlev Kraack nach einer angeregten Debatte die Mitgliederversammlung. Nach dem ereignisreichen „.2. Tag der Geschichte Schleswig-Holsteins“ musste noch abgebaut werden.

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Preis der GSHG geht an

Dr. Melanie Greinert

 

Der „2. Tag der Geschichte Schleswig-Holsteins“ endete mit der  Vergabe des Preises der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte an Dr. Melanie Greinert. Die GSHG hatte ihr die Auszeichnung  für ihr Werk „Teilhabe an dynastischer Herrschaft zwischen Unterordnung und Selbstbehauptung – Handlungsspielräume frühneuzeitlicher Fürstinnen am Beispiel der Herzoginnen von Schleswig-Holstein-Gottorf (1564-1721)“ zugesprochen. Das Werk und die Gründe für die Vergabe erläutertete Prof. Dr. Detlev Kraack in seiner Laudatio, 

 

„Was haben Christine von Hessen (1543-1604), Augusta von Dänemark (1580-1639), Maria Elisabeth von Sachsen (1610-1684), Friederike Amalie von Dänemark (1649-1704) und Hedwig Sophie von Schweden (1681-1708) gemeinsam? Bei ihnen handelt es sich um die frühneuzeitlichen Herzoginnen des Hauses Schleswig-Holstein-Gottorf, der wohl bedeutendsten Nebenlinie der oldenburgischen dänischen Königsdynastie. Und da diese Dynastie die Geschichte der Herzogtümer Schleswig und Holstein zwischen der Mitte des 16. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat, ist die Geschichte der – im Gegensatz zu ihren Ehemännern – bislang wenig erforschten Fürstinnen für jeden, der sich mit der frühneuzeitlichen Geschichte Schleswig-Holsteins beschäftigt von größerer Relevanz, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Mit diesen fünf Frauengestalten und ihren Handlungsspielräumen hat sich Melanie Greinert in ihrer an der Abteilung für Regionalgeschichte mit dem Schwerpunkt Schleswig-Holstein an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entstandenen und von Oliver Auge betreuten Dissertation beschäftigt, die wir in diesem Jahr mit dem Preis der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte auszeichnen.

Dass wir diesen mit der bemerkenswerten Dotation von 3.000,- Euro ausgestatteten Preis Jahr für Jahr ausloben und inzwischen auch noch einen Nachwuchspreis vergeben können, verdanken wir dem finanziellen Engagement der Brunswiker Stiftung. Dieser Stiftung, deren Kapital namentlich durch unseren jüngst verstorbenen Mäzen Herrn Jarchow bereitgestellt wurde, ist es zu verdanken, dass wir in Sachen Landesgeschichte engagierten Persönlichkeiten über unsere lobende Anerkennung hinaus einen Preis verleihen und die Verleihung selbst in einem so feierlichen Rahmen ausrichten können. Dieses noble Mäzenatentum zur Förderung herausragender Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung und Vermittlung der Landesgeschichte kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es möge das Andenken an Herrn Jarchow und seine bereits vor einigen Jahren verstorbene Ehefrau vermittelt durch die Aktivitäten der Brunswiker Stiftung noch lange erhalten, zumal gute Bücher dem Stifter seit jeher am Herzen lagen.

Doch zurück zu dem Werk, das unsere Juroren in diesem Jahr mit dem Preis der Gesellschaft ausgezeichnet haben: Frau Dr. Greinert hat sich in ihrer breit angelegten Untersuchung zum einen mit ganz realen Räumen beschäftigt, mit Residenzen als „Gehäusen der Macht“ und in diesem Zusammenhang speziell mit dem auch am Gottorfer Hof präsenten „Frauenzimmer“, außerdem mit Witwensitzen, die ebenfalls zu Gravitationszentren der Macht werden konnten.

Es geht ihr aber im übertragenen Sinne auch um soziale Räume, in denen es Handlungsspielräume auszuloten und zu verteidigen galt. In den Fokus der Betrachtung rücken dabei Menschen und soziale Gruppen. Die Verfasserin beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit Kommunikation, mit dem Rollenverständnis und mit dem Rollenverhalten von Töchtern, Bräuten, Ehefrauen, Müttern, Tanten, Landesherrinnen und Witwen. In all diesen Funktionen konnten weibliche Angehörige des höheren Adels von großer Bedeutung für den Machterhalt und den Machtausbau einer fürstlichen Dynastie werden.

Im Zentrum der Betrachtung steht die fürstliche Familia, das heißt, dass es um die in vielfache Hierarchien und Netzwerke eingebundenen Menschen bei Hofe geht. Doch schweift der Blick im weiteren Verlauf der Arbeit durchaus auch über den einzelnen Hof und die einzelne Dynastie hinaus. Wie bereits die weiter oben aufgeführten Namen der Protagonistinnen andeuten, geht es auf einer übergeordneten Ebene um überregionale dynastische Verflechtungen, etwa um Fragen des Konnubiums, das heißt um Heiratsallianzen, vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und politischer Konjunkturen. Wer genauer hinschaut, wird merken, dass hier die Impulse der in Kiel prominenten Residenzenforschung und die einschlägigen Forschungen des Doktorvaters den Weg zum Gegenstand und seiner Untersuchung gewiesen haben. Die von diesem entwickelten Instrumentarien und Fragestellungen sind von der Verfasserin indes dem vorliegenden Fall angepasst und eigenständig weiterentwickelt worden.

Innerhalb des vielfältigen Geflechts aus Bindungen, Loyalitäten und Normvorgaben fragt Frau Dr. Greinert nach den ganz konkreten Handlungsspielräumen der weiblichen Akteurinnen. Diese werden uns – von der Heiratsanbahnung bis zum Lebensabend auf dem Witwensitz – als Individuen aus Fleisch und Blut vorgeführt. Vielfach wirkten sie zweifellos eher im Verborgenen, traten aber bisweilen durchaus auch ins Rampenlicht, nahmen etwa ganz selbstverständlich Verantwortung war, wo männliche Angehörige ihre Rollen nicht auszufüllen vermochten.

Wer sich mit Hof und Residenz, mit fürstlicher Herrschaft und mit Geschlechterrollen im Spannungsfeld historischer Veränderung beschäftigt, wird in der Arbeit reichlich Anregungen finden – ein schönes Beispiel dafür, dass wir in Schleswig-Holstein eine ungemein reiche Geschichte haben, die zudem vielfach überregional verflochten ist und von der wir glauben, dass sie auch jenseits der Landesgrenzen mit großem Interesse wahrgenommen werden wird.

Ich könnte fortfahren mit meinem Lobpreis des Werkes von Frau Greinert, etwa die Akribie bei Quellenrecherche und -auswertung oder die Qualität der historischen Darstellung herausstreichen. Um es kurz zu machen: Unser Jurorenteam ist davon überzeugt, dass der diesjährige Preis der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte an eine würdige Preisträgerin geht: Sie hat einen ebenso spannenden wie relevanten Gegenstand als solchen zugeschnitten und auf hohem Niveau zur Darstellung gebracht. Herausgekommen ist ein Buch, das demnächst beim Wachholtz Verlag als Band Nr. 1 der neuen Reihe der „Kieler Schriften zur Regionalgeschichte“ veröffentlicht werden wird und das viele begeisterte Leserinnen und Leser finden dürfte – und das auch unserem unlängst verstorbenen Mäzen Herrn Jarchow viel Freude bereitet hätte. In diesem Sinne gratulieren wir Frau Dr. Melanie Greinert ganz herzlich zum diesjährigen Preis der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte.“

Preisübergabe an Dr. Greinert

Urkunde und Blumen: Dr. Melanie Greinert und Laudator Prof. Detlev Kraack

GSHG setzt sich ein für ein

Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte

KIEL. Die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG) setzt sich dafür ein, dass zum 75-jährigen Bestehen des nördlichsten Bundeslandes im Jahr 2021 ein modernes „Haus der Geschichte“ eröffnet werden kann. Sie hatte deshalb schon vor der Landtagswahl am 7.Mai 2017 die Fraktionen angeschrieben und um Stellungnahmen gebeten. Die fielen nach Ansicht des GSHG-Vorsitzenden Jörg Kamischke erfreulich positiv aus. Auf Initiative des Beiratsvorsitzenden Prof. Thomas Steensen schlug der Vorstand der Mitgliederversammlung am 20. Mai 2017 in der Landesbibliothek vor das Projekt durch eine Resolution weiter in der Diskussion zu halten. Inzwischen liegen auch darauf Redaktionen vor. Auch wenn der Weg für ein „Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ noch weit ist, deuten Vorstand und Mitgliederversammlung die Zeichen als insgesamt ermutigend.

Positive Reaktionen der Fraktionen

Nach Ansicht der GSHG Würde ein  solches Haus die besondere Rolle Schleswig-Holsteins zwischen Nord- und Ostsee sowie zwischen Skandinavien und Mitteleuropa widerspiegeln und die Identität stärken. Zudem könne ein Zentrum für die historische Forschung und Vermittlung entstehen. „Dem Verfall der historischen Kenntnis und Bildung würde entgegengewirkt“, meinen Kamischke und Steensen. Sie schrieben: „Es würde ein Ort für die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte Schleswig-Holsteins entstehen, die für die Zukunftsfähigkeit unserer demokratischen Gesellschaft unerlässlich ist.“ Die Antworten vor der Landtagswahl waren aus Sicht der Gesellschaft erfreulich. Der damalige Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag Daniel Günther schrieb, die Forderung nach einem Haus der Geschichte sei fest im CDU-Wahlprogramm verankert. In den Augen von Günther könnte das Haus der Geschichte Baden-Württembergs in Stuttgart ein Vorbild für Schleswig-Holstein sein. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Ralf Stegner äußerte sein grundsätzliches Interesse, verwies jedoch darauf, dass das Land bei der Gründung neuer Einrichtungen aus finanzpolitischen Rücksichten sehr vorsichtig vorgehen müsse. Eka von Kalben als Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen schrieb, sie begrüße die Auseinandersetzung mit der Geschichte unseres Landes, halte aber angesichts der engen finanziellen Spielräume die Errichtung eines eigenen Hauses für wenig realistisch. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki bezeichnete die Errichtung eines Hauses der Geschichte als sinnvolle und wichtige Maßnahme, um „die bewegte und wahrlich bewegende Geschichte unseres Bundeslandes“ auch an künftige Generationen weiterzugeben. Für den SSW begrüßte Landesgeschäftsführer Martin Lorenzen die Errichtung eines Hauses der Geschichte und erklärte, sich dafür in der kommenden Wahlperiode einzusetzen. Die Absicht findet sich inzwischen in dem von CDU, GRÜNEN und FDP ausgehandelten Koalitionsvertrag wieder.

Resolution an die neue Regierung

Dieser Stand wurde der Mitgliederversammlung am 20. Juni 2017 in der Landesbibliothek vorgestellt und mit Freude zur Kenntnis genommen. Die von Thomas Steensen verfasste Resolution wurde einstimmig angenommen. Hier der Wortlaut:

„Die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte setzt sich dafür ein, dass zum 75-jährigen Bestehen des nördlichsten Bundeslandes im Jahr 2021 ein modernes „Haus der Geschichte“ von den Anfängen bis in unsere Zeit eröffnet werden kann. Sie begrüßt es deshalb, dass im Koalitionsvertrag von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP ein „Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ als konkretes Ziel genannt wird.

Die GSHG, die als große und umfassende Vereinigung die Erforschung und Vermittlung der Geschichte im nördlichsten Bundesland fördert, hält eine solche Einrichtung aus mehreren Gründen für unverzichtbar. Ein „Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ würde die besondere Rolle unseres Landes zwischen Nord- und Ostsee sowie zwischen Skandinavien und Mitteleuropa widerspiegeln und die Identität stärken. Es würde ein Zentrum für die historische Forschung und Vermittlung darstellen. Dem Verfall der historischen Kenntnis und Bildung würde entgegengewirkt. Es würde ein Ort für die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte Schleswig-Holsteins entstehen, die für die Zukunftsfähigkeit unserer demokratischen Gesellschaft unerlässlich ist.

Die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte hält es für wichtig, dass der neugewählte Landtag und die neue Landesregierung sich noch im Jahr 2017 diesem Thema zuwenden und konkrete Schritte zur Verwirklichung unternehmen. Dann besteht die Aussicht, dass zum 75-jährigen Bestehen des Landes Schleswig-Holstein 2021 endlich ein Haus zur Geschichte unseres Bundeslandes seine Tore öffnen kann.“

Die Diskussion geht weiter

Das Thema und die Diskussion stoßen auf Interesse. Am 6. Juli 2017 brachte die sh:z-Verlagsgruppe einen ausführlichen Bericht von Frank Jung zu Stand der Diskussion. Er macht deutlich, dass sich in der Jamaika Koalition vor allem die GRÜNEN noch schwertun. Nach heutigem Stand werden die Diskussion neben der Standortfrage auch absehbar darum kreisen, welche Sammlungen für ein „Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ genutzt werden können. Bestände dafür gibt es im Land. Nach eigenen Auskunft weniger auf Schloss Gottorf dafür aber in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek (SHLB) in Kiel sowie auch beim Landesarchiv (LAS) in Schleswig.

Auf die Initiative der GSHG hat die Politik reagiert: Nun soll tatsächlich ein Haus der schleswig-holsteinischen Geschichte geschaffen werden. Zu diesem Zweck wird sich im Juni 2018 ein Beirat konstituieren, in dem auch die GSHG eine beratende Stimme haben wird. Der Beirat soll unter dem Vorsitz von Professor Dr. Oliver Auge vor allem über das Konzept zur Realisierung des Hauses beraten.

(pl/ju 0518)