KurZ NotierT

Den ersten Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte …

… gibt es am 11. Juni 2016. Die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG) und weitere (siehe Programm und weitere Informationen) laden dazu ins Hohe Arsenal nach Rendsburg. Die Initiative dazu ging vom Beirat der GSHG aus. Das Thema war schnell gefunden: Mythen. Davon gibt es im Land zwischen den Meeren einen reichen Fundus. Die meisten der heute noch bekannten – und zum Teil immer noch als historisch wahr tradierten – entstanden im 19. Jahrhundert. In diesem Jahrhundert entstanden die Nationen. Sie brauchten nationale Geschichten, solche die begründeten, dass die Herzogtümer einmal zusammengehören und zum anderen eigentlich Deutsch sind. Der bekannteste dieser Mythen ist das aus dem Privileg von Ripen abgeleitete Schlagwort „Up ewig ungedeelt“. Und je spürbarer das Nationale war und Deutsch das Vertraute und Bekannte wie etwa das Plattdeutsche oder das Friesische verdrängte, desto größer der Wunsch das Erbe zu erhalten. Und plötzlich loderten immer am Abend vor Petri in den nordfriesischen Utlanden die Biiken am Tag bevor die Seefahrt begann. Wunderschön – und frei erfunden. Und liefen früher wirklich die Frauen in Tracht durchs Dorf oder stimmt es, dass ihre Geschichte sich nur aus schriftlichen Quellen belegen lässt? Auch diesen Fragen kann man am 11. Juni im Hohen Arsenal nachspüren. Verlage, historische Gesellschaften, Archive, Archäologen präsentieren sich in Rendsburg. Kurze Vorträge, viel zu sehen, zu diskutieren und – auch für Kinder – zum Erleben wird am ersten Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte in Rendsburg geboten. Jeder kann die Vorträge hören die er will, auf Spurensuche in Rendsburg gehen, im Museum mit Drucklettern hantieren, sich an Quizfragen zur Landesgeschichte versuchen, neue spannende Bücher entdecken und vor allem mit anderen Geschichtsinteressierten ins Gespräch kommen. Alle die diesen Tag mit vorbereitet haben und sich beteiligen, freuen sich auf Ihren Besuch. Das Programm und weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

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Studierende der CAU schreiben neue Rubrik:
So lebte man in Schleswig-Holstein um …

Die drei Punkte werden nun auf www.geschichte-s-h.de ergänzt durch acht Stichjahre zwischen 1150 und 1955. Ziel ist es, für das frühe Mittelalter bis an die Gegenwart heran in kompakten Beiträgen zu beschreiben, wie die Menschen in der Zeit lebten und was sie bewegte. Ergänzend zur Zeittafel und zum lexikalischen Teil der Homepage der Gesellschaft für Schleswig-holsteinische Geschichte (GSHG) schließen wir damit eine Lücke, denn der Überblick und der in die Katen und ins Leben der „einfachen“ Menschen hat bisher gefehlt. Auch dieser neue Teil ist mit dem Gesamtangebot verlinkt, dadurch besteht immer die Möglichkeit weiterzulesen. Steht da etwas über das neue Verkehrsmittel Kleinbahn, dann führt der Link zu dem ausführlichen Stichwort darüber.

Mit Spaß dabei: die Teilnehmer des Projektes „So lebte man in SH um ...“

Mit Spaß dabei: die Teilnehmer des Projektes „So lebte man in SH um …“

Den Plan, die seit 2001 aufgebaute Homepage durch eine solche Rubrik zu ergänzen, gibt schon länger. Da es ja vor allem darum geht darzustellen, wie die Menschen lebten, hatten wir lange die Idee verfolgt, das Projekt mit den Volkskundlern auf den Weg zu bringen. Das zerschlug sich jedoch, weil die Volkskunde den Beginn der Neuzeit bis in zur Gegenwart als ihre Zeit definiert. Das war für uns deutlich zu kurz. Einfach wurde plötzlich alles, als Professor Oliver Auge von unseren Problemen und der Idee erfuhr. Der Inhaber des Lehrstuhls für Regionale Geschichte an der CAU und Vorstandskollege in der GSHG bot an, die Sache am Historischen Seminar anzugehen. Das gelang dann unkompliziert mit dem Beginn des Sommersemesters. Dritter im Bunde wurde Stefan Magnussen M.A.

Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Semestern und hatten sich bis dahin meist nicht oder wenig mit Landesgeschichte befasst. Sich mit der auseinanderzusetzen, zu üben wie fachlich richtig aber allgemeinverständlich (und abgesetzt von den Standards der Uni) Texte geschrieben werden und redaktionelle Abläufe kennenzulernen, war das Angebot. Es wurde angenommen. Am Anfang wurde die Frage diskutiert wie unterschiedliche Medien wahrgenommen werden und was daraus für das Schreiben folgert. Für das Medium Internet ist es Versuch, verständlich, verbal handelnd und in relativ kurzen Sätzen zu schreiben.

Professor Oliver Auge und Stefan Magnussen M.A.

Professor Oliver Auge und Stefan Magnussen M.A.

Nachdem die Stichjahre verteilt waren, stand vor dem Schreiben das Lesen. Da wir als Ziel hatten dicht an die Menschen heranzukommen, mussten die Studierenden jede Menge Literatur wälzen. Die ersten Entwürfe entstanden, wurden im Plenum intensiv diskutiert. Ganz nebenbei bekamen die Studierenden damit auch einen Überblick über die Landesgeschichte, die für die wenigsten bis dahin Gegenstand ihres Studiums war. Die Texte wuchsen und entwickelten sich. Zum Abschluss wurde jeder Beitrag noch vom Autor und den Dozenten in einer Schlussrunde unter sechs Augen besprochen die Endversion von den Autoren gegengelesen. Am Ende Stand die Korrektur durch Stefan Magnussen. Auch waren noch Bilder für die Illustration vorzuschlagen, Bildrechte abzuklären.

Zum Ende des Semesters war das für die Studierenden (auch angesichts der beginnenden Klausur- und Hausaufgabenzeit) viel Arbeit. Sie wurde diszipliniert und pünktlich erledigt. Zum Abschluss ging es dann noch auf Exkursion nach Schleswig. Dr. Malte Bischoff nahm sich viel Zeit, um das Landesarchiv im Prinzenpalais zu zeigen und die dortigen Arbeitsmöglichkeiten zu erläutern. Nach einer Mittagspause in der Kantine des OVG entführte Dr. Ulrich Schmölcke in die Welt der Archäozoologie. Unter dem Dach eines ehemaligen Reitstalls auf der Gottorfer Schlossinsel ermöglicht es eine Skelettsammlung Knochenfunde zu bestimmen. Mit den Ergebnissen lässt sich rekonstruieren, was die Menschen gegessen haben, wie ihre Umwelt aussah und einiges mehr. Leider konnten nicht alle teilnehmen. Die, die dabei waren, schienen begeistert.

Die GSHG hat Prof. Auge, Stefan Magnussen und vor allem den Studierenden für deren Einsatz zu danken. Es hat nebenher auch Spaß gemacht. Die Studierenden durften/mussten sich mit redaktionellen Abläufen auseinandersetzen, die auf eine für sie ungewohnte Art von Standards geprägt sind, die einzuhalten sind. Weil jeder Historiker ein Interesse daran haben muss, sein Wissen und seine Forschungen auch öffentlich zu machen, ist davon auszugehen, dass die Übung nicht nur der Homepage der GSHG genutzt hat.

Werner Junge (1015)