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Leibeigenschaft

Das gutswirtschaftliche System um 1730: Schräge Linien: Gebiete mit Leibeigenschaft; vertikale Linien kennzeichnen die scharfe Ausprägungder Gutswirtschaft, was tägliche Hofdienste durch eigens dafür gehaltenes Gesinde und Gespann als wesentliche Leistung der Bauern bedeutet; Horizontale Linien: Mittlere Ausprägung mit nur meist täglichen Hofdiensten mit eigens dafür gehaltenem Gesinde und Gespann der Bauern; gepunktete Linien: beschränkte Hofdienste

Das gutswirtschaftliche System um 1730: Schräge Linien: Gebiete mit Leibeigenschaft; vertikale Linien kennzeichnen die scharfe Ausprägungder Gutswirtschaft, was tägliche Hofdienste durch eigens dafür gehaltenes Gesinde und Gespann als wesentliche Leistung der Bauern bedeutet; Horizontale Linien: Mittlere Ausprägung mit nur meist täglichen Hofdiensten mit eigens dafür gehaltenem Gesinde und Gespann der Bauern; gepunktete Linien: beschränkte Hofdienste

Mit der Entwicklung der Gutsherrschaft (Gut) entstand auch die Leibeigenschaft. Bereits um 1500 hatten schon zahlreiche sogenannte “gutsuntertänige” Bauern einen der Leibeigenschaft nahekommenden Status. Die Leibeigenen waren ohne Besitz an Hof und Land, ihren Herren zu Diensten verpflichtet und durch das sogenannte “Schollenband” daran gehindert, wegzuziehen. Die rechtliche Grundlage für die Leibeigenschaft erhielt die Ritterschaft am 6.Mai 1524 von Friedrich I., der ihnen die Hand- und Halsgerichtsbarkeit über ihre Untertanen zusprach. Vom 16. Jahrhundert an setzte sich die Leibeigenschaft auf allen Gütern durch. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts hörte sie auf, sich weiter zu verbreiten. Im Zuge der Aufklärung wurde die Leibeigenschaft mehr und mehr als menschenunwürdig betrachtet und im Rahmen der Agrarreformen des dänischen Gesamtstaats am 1. Januar 1805 in den Herzogtümern aufgehoben.

-rgsh- (0201/1004)

Quelle: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und Ortwin Pelc (Hrsg.), Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02441-4

Bildquelle: Vignette und Karte nach Wolfgang Prange