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Londoner Protokolle

Als In einer Abfolge von Protokollen wurde nach der Erhebung 1848-1851 der Schleswig-Holsteiner (siehe auch Erster Schleswigscher Krieg) der dänische Gesamtstaat wieder hergestellt. Das erste Londoner Protokoll wurde am 2. August 1850 von Großbritannien, Frankreich, Russland, Schweden-Norwegen und im Nachgang von Österreich unterzeichnet. Im Oktober des Jahres flammte der Krieg noch mal kurz auf, die Schleswig-Holsteiner belagerten das von Dänen besetzte Friedrichstadt. Die Stadt wurde zerstört, die Angreifer unterlagen. Zum Jahreswechsel 1851/1852 verzichtete Dänemark in Noten an Preußen und Österreich darauf, das Herzogtum Schleswig in das Königreich einzuverleiben. Mit einer Erklärung vom 28. Januar 1852 schließlich legte die dänische Regierung fest, der Gesamtstaat bestehe aus den drei Teilen Dänemark, Schleswig und Holstein. Das zweite Londoner Protokoll wurde am 8.Mai 1952 ratifiziert. Zu den Unterzeichnern des ersten kam nun auch Preußen. Im Kern regelte das zweite Protokoll die Erbfolge für den dänischen Königsthron. Da Friedrich VII. (1808*/1848 -1863†) ohne Nachkommen geblieben war, wurde das Recht der Glücksburger Linie des Hauses Oldenburg als Thronerben für Dänemark, Schleswig und Holstein anerkannt. Als Christian IX. (1818*/1863-1909†) übernahm der Glücksburger Prinz schließlich 1863 den Thron. Er stimmte der Novemberverfassung zu, die auch vorsah, das Lehen Schleswig zu einem Teil des dänischen Königreiches zu machen. Damit brachen die Dänen die in den Londoner Protokollen festgelegte Bestandsgarantie für die Herzogtümer. Preußen und Österreich als Garantiemächte intervenierten und marschierten im Februar 1864 in Schleswig-Holstein ein. Der Zweite Schleswigsche Krieg endete mit der Niederlage Dänemarks und damit dem Ende des Gesamtstaates.

-ju- (0513)

Quelle: Eckardt Opitz in Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und Ortwin Pelc (Hrsg.), Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02441-4