Zum Lesen empfohlen |
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Die wichtigsten Daten zur
Landesgeschichte Schleswig-Holstein – Geschichte auf den Punkt gebracht Von Robert Bohn und Uwe Danker Wann war noch mal ... ? Immer wieder stellt sich historisch Interessierten diese Frage. Zumindest für die Landesgeschichte liegt nun ein Taschenbuch vor, das diese Frage schnell und zuverlässig beantwortet. Robert Bohn und Uwe Danker haben auf 176 Taschenbuchseiten die „Geschichte auf den Punkt gebracht“. Mit kurzen Texten, Bildern, Grafiken, Tabellen listet das Buch von den Anfängen bis in die jüngste Gegenwart kurz und prägnant erklärt eine Zeittafel. Zur besseren Übersichtlichkeit ist sie in Chronik, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Biographie rubriziert. Das ist einerseits hilfreich sorgt aber auch dafür, dass öfter mal geblättert werden muss. Die Aufhebung der Leibeigenschaft 1805 ist so der Rubrik „Gesellschaft“ zugeordnet. Das ist sicher richtig, entschieden wurde es politisch, hätte also auch dort geführt werden können. Von diesen Beispielen lassen sich einige finden, besonders die Abgrenzung zwischen „Politik“ und „Chronik“ ist problematisch. Insgesamt ist das graphisch sehr schöne Taschenbuch gut gemacht und ein hilfreiches Nachschlagewerk. Es kann helfen, sich zu orientieren und hoffentlich anregen, sich intensiver mit der spannenden Geschichte des Landes zu beschäftigen. -ju- (0308) Die Daten zum Buch: Robert Bohn und Uwe Danker, Schleswig-Holstein - Geschichte auf den Punkt gebracht, 176 Seiten, Taschenbuch, zahlreiche Abbildungen, 2008, Neumünster, Wachholtz-Verlag, www.wachholtz.de, ISBN 3 529 05550 6, 9,90 Euro
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Landesgeschichte von A-Z „Das neue Schleswig-Holstein Lexikon“ Herausgegeben von Klaus-Joachim Lorenzen Schmidt und Ortwin Pelc Vor sechs Jahren war das „Schleswig-Holstein Lexikon“ als historisches Nachschlagewerk etwas sehr neues und nicht unumstritten. Landesgeschichte Stichwortweise, das zerstöre den Blick auf das Ganze, den großen Zusammenhang, war die häufigste Kritik. Die Leser stimmten anders ab. Bald war die erste Auflage vergriffen. Nun haben Klaus-Joachim Lorenzen Schmidt und Ortwin Pelc „Das neue Schleswig-Holstein Lexikon“ vorgelegt. Neu ist nicht nur der goldene Umschlag, neu sind auch, der um gut 300 Stichwörter erweiterte Umfang. 1.611 sind es nun von A wie Regierungspräsident Waldemar Abegg bis zur Zwangsarbeit. Erweitert wurde das Buch vor allem um Kurzbiographien. Durch die Verweise wird die simple lexikalische Frage, was wohl „Ortstein“ ist, schnell zu einem Streifzug durch die Landesgeschichte. Die Fragen, die man an sie stellen kann, werden fast alle beantwortet. Das verständlich mit hoher historischer Kompetenz auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Das Lexikon gibt Antworten und macht gleichzeitig Lust, sich intensiver mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen. Auch wenn man sich gewünscht hätte, einige kleine Kinken der ersten Ausgabe wären nachhaltiger ausgeräumt worden, bleibt das Lexikon rundherum empfehlenswert. „Das neue Schleswig-Holstein Lexikon“ ist für alle, die sich für die Geschichte des Landes interessieren, zugleich ein Schatz und eine Fundgrube ... und allein das rechtfertigt den goldenen Umschlag. -ju- (0407) Die Daten zum Buch: Klaus-Joachim Lorenzen Schmidt, Ortwin Pelc (Hrsg.) ,“Das neue Schleswig-Holstein Lexikon“, Leinen gebunden, 648 Seiten, über 700 Abbildungen, 2006, Neumünster, Wachholtz-Verlag, www.wachholtz.de, ISBN 3-529-02441-4, 49,80 EURO
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Archäologische Expeditionen zum Meer Es war einmal ein Schiff Claus von Carnap-Bornheim und Christian Radtke (Herausgeber) Für die 14 Wissenschaftler war es eine Qual. Sie hatten den Auftrag, ihre Arbeiten unter und am Wasser als Geschichten zu erzählen. Einfach, verständlich und ohne Anmerkungen mussten sie schreiben. Sie haben sich in die Pflicht nehmen lassen. Die Mühe hat gelohnt. Der Leser kann – auch im Wortsinn – eintauchen in einen aufregenden Bereich der Archäologie. Er erfährt das Wasser konserviert, was Erde zersetzt, erlebt jedoch gleichzeitig mit, wie viel schwerer es ist, unterseeische Schätze nach den strengen Regeln der Archäologie zu heben. Und er kann erfahren, wie die Wissenschaftler ihre Funde zum sprechen bringen, aus einem Puzzle der fehlenden Teile die Vergangenheit rekonstruieren. Die beiden Herausgeber haben ihre Autoren den Bogen weit spannen lassen. Er beginnt mit den Jägern und Fischern der steinzeitlichen Ertebøllerkultur und endet mit der Suche nach den Gebeinen des Entdeckers Vitus Bering. Neues erfährt der Leser zudem über die Vasa, die Archäologie im Gezeitenwechsel des Wattenmeeres, den roten Flint von Helgoland und vieles mehr. Schön illustriert, einheitlich kartographisiert sowie ungewohnt liebevoll umbrochen und gedruckt hat der mareBuchverlag ein gleichsam schönes und spannendes Buch geschaffen. Es ist ein eindrucksvolles Plädoyer für die Meeresarchäologie. -ju- (0407) Die Daten zum Buch: Claus von Carnap-Bornheim, Christian Radkte (Hrsg.), „Es war einmal ein Schiff – Archäologische Expeditionen zum Meer“, mit einem Vorwort von Claus Missfeldt, 360 Seiten, 100 farbige Abbildungen und Karten, Leinen gebunden, 2007, Hamburg, www.marebuchverlag.de, ISBN 978-3-86648-053-7, 34,90 EURO
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Als alles wieder begann Schleswig-Holstein in den 50er Jahren Frank Trende „So viel Aufbruch war nie“ – wer das neue Buch aus der kleinen Serie des Boyens Verlages liest, muss auf dieses Zitat kommen. Frank Trende hat liebevoll und umfassend die Geschichte der 1950er Jahre zusammengetragen. Vom Petticoat über den Wiederaufbau Helgolands, der Infrastrukturrevolution bis hin zu James Krüss und den Mädels vom Immenhof entwirft er ein komprimiertes Bild des Aufbruchs nach den dunklen Jahren der Nazizeit. Kapitel wie die Ent- und die Renazifizierung spart er dabei nicht aus. Um diesen Bogen auf gut 100 Seiten zu schlagen, verdichten sich in den landespolitischen Abschnitten leider die Zahlen etwas stark. Auf der Strecke bleibt so einiges vom Ringen um die Grenze im Norden, von den starken Spannungen zwischen den alteingesessenen Schleswig-Holsteinern und den Flüchtlingen. Trotzdem, es ist eine schöne und lesenswerte Gesamtschau einer Zeit, in der sich so viel wandelte wie seit dem Aufbruch in die Moderne nicht mehr. Das Buch ist zudem historische Lebenshilfe, denn Frank Trende erklärt die Wurzeln des modernen Schleswig-Holstein, wie wir es heute kennen. -ju- (0407) Die Daten zum Buch: Frank Trende „Schleswig-Holstein in den 50er Jahren“, betreut von Professor Dieter Lohmeier, 112 Seiten, Leinen gebunden, zahlreiche Abbildungen, Heide, 2006, Boyens Buchverlag, www.buecher-von-boyens.de, ISBN 3-8042-1196-8, 9,90 EURO
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Die Geschichte zu den Legenden Seeräuber auf Nord- und Ostsee Ortwin Pelc Das Piratenschiff gehört zu den bestverkauften Artikeln von Playmobil. Wie bei den Indianern Amerikas ranken sich Sagen und Legenden um Kaperer, Freibeuter und Seeräuber. Diese Mythen aufzugreifen, zu erklären, und sie den historisch belegbaren Fakten gegenüber zu stellen, ist die Idee des Buchs von Ortwin Pelc. „Seeräuber auf Nord- und Ostsee“ tut das. Es spannt den Bogen von den Wikingern bis zu den Überfällen von Barbaresken im Mittelmeer auf Kauffahrer bis ins 19. Jahrhundert. So erfährt der Leser, das die Wikinger weniger See- als vielmehr „Landräuber“ waren. Oder: wie Herrscher Freibriefe für Kaperer ausstellten, um ihre Interessen auf See durchzusetzen und wie fließend die Grenzen zwischen Kaperei und Piraterie waren. Das Buch erzählt auch, wie die Legenden etwa die um Störtebeker entstanden sind. Ortwin Pelc hat all das zusammen getragen. Er zeigt, wie spannend Geschichte sein kann und passt damit hervorragend in die kleine Serie der jährlich von Boyens herausgegebenen Bände zur Landesgeschichte. -ju- (0406) Die Daten zum Buch: Ortwin Pelc, „Seeräuber auf Nord- und Ostsee“, 96 Seiten, 47 Abbildungen, Leinen gebunden mit Schutzumschlag, 2005, Heide, erschienen im Boyens Buchverlag, www.buecher-von-boyens.de, ISBN 3-8042-1170-4, 9,90 EURO
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Historische Orte erzählen Schleswig-Holsteins Geschichte Mit dem Buch von Frank Trende ein Reiseführer in die Geschichte Schleswig-Holsteins vor. Er führt an 50 Orte. Sie sind chronologisch geordnet. Die Rundreise startet deshalb im Dithmarscher Alberdorf mit seinen zahlreichen Zeugnissen der Steinzeit und endet in Norderstedt, das erst in den 1960er Jahren vor den Toren Hamburgs wächst. Die Stationen sind mit Bedacht gewählt und vermitteln gemeinsam einen Abriß der Landesgeschichte, ihrer Wendepunkte und Spezialitäten. Flensburg und Kiel tauchen so mehrmals auf. Kiel wird so als Residenzstadt, als Hafenstadt und als historischer Schauplatz des Matrosenaufstandes sowie als Landeshauptstadt vorgestellt. Aktuelle und historische Aufnahmen ergänzen sich jeweils und machen neugierig wie auch die sachkundigen und gut lesbaren Text von Frank Trende. Das Buch „Historische Orte erzählen Schleswig-Holsteins Geschichte“ ist bestens als Kompaß durch die zu recht als nicht einfach aber immer spannend klassifizierte Landesgeschichte geeignet. -ju- (1205) Die Daten zum Buch: Frank Trende, Historische
Orte erzählen Schleswig-Holsteins Geschichte, 116 Seiten, 186 Farfotografien,
Leinen gebunden, Heide, Boyens Buchverlag,
www.buecher-von-boyens.de, ISBN 3-8042-1151-8, 19,90 EURO |
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Neuauflage des Standardwerks:
Geschichte Schleswig-Holsteins Als Ulrich Lange 1996 die erste Auflage der "Geschichte Schleswig-Holsteins - Von den Anfängen bis zur Gegenwart" vorlegte, schloß er eine Lücke: Trotz eines Umfangs von über 700 Seiten war es die erste kompakte Landesgeschichte in einem Band, die konsequent einen strukturgeschichtlichen Ansatz verfolgt. Zusammen mit seinen 13 Autoren legte er eine Geschichte des Landes vor, die durchgängig versucht, ein Gesamtbild des Lebens im Lande zwischen den Meeren zu zeichnen. Das Buch wurde schnell und zu Recht als "Standardwerk" gelobt. Deshalb entstand eine Lücke, als "Der Lange" in seinem ferrari-rotem Einband vor zwei Jahren vergriffen war. Nun kehrt er - silbergrau in seiner zweiten Auflagen - in die Regale zurück. Er ist durchgesehen und wesentlich erweitert. Mit rund 110 neuen Seiten löst der Herausgeber als Autor ein Versprechen ein, das er in der ersten Ausgabe nur in Ansätzen eingelöst hatte: Der neue Lange führt den Leser nun wirklich bis in die Gegenwart. Es ist die Geschichte des Bundeslandes Schleswig-Holstein, das einen Umbruch erlebt, der die Lebensgrundlagen der Menschen total verändert. Lange beschreibt diesen sich in der Zeit von 1955 bis Anfang der 1970er Jahre konzentrierenden Prozeß treffend als "Urbanisierung in der Fläche". Es ist die Zeit, in der Straßen, Strom, Trinkwasser das letzte Dorf erreichen, Schleswig-Holstein endgültig aufhörte, ein reines Agrarland zu sein - ohne jedoch den Anschluß an die wirtschaftlichen Strukturen südlich der Elbe zu schaffen. Dieser Umbruch - obwohl für viele noch erlebte Geschichte - ist eigenartiger Weise den meisten nicht bewußt. Anders dagegen die ebenfalls radikale Art, in der sich das Leben der Menschen vor allem im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert änderte. Das reizt zum Vergleich, und der ist mit der neuen Ausgabe besser als bisher möglich. Die Volkskundler Silke Göttsch-Elten und Nils Hansen haben paßgenau dazu ein Kapitel zu den "Lebenswelten"vom endenden 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts eingefügt. Elementare Bereiche des Alltags wie Wohnen, Freizeit, Nahrung und Kleidung und ihre Veränderung sind Gegenstand dieses neuen Abschnitts. Abgerundet wird auch die zweite Auflage durch sechs Exkurse zur Kunstgeschichte von der Backsteingotik bis zum Expressionismus. Die zweite Auflage der "Geschichte Schleswig-Holsteins - von den Anfängen bis zur Gegenwart, herausgegeben von Ulrich Lange, ist damit ein neues Buch, das landeshistorisch Interessierte stets in Griffnähe haben sollten. -ju- (1103) Die Daten zum Buch: Ulrich Lange (Hrsg.),
Geschichte Schleswig-Holsteins - Von den Anfängen bis zur Gegenwart", 2.,
erweiterte Auflage, 814 Seiten, Leinen gebunden, Neumünster 2003, Wachholtz
Verlag Neumünster,
www.wachholtz.de, Preis 48 EURO, ISBN 3-529-02440-6 |
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Schleswig-Holstein und Rußland
Ferne Nähe Eckhard Hübner Das Jahr 1773 und der Ort Zarskoje Selo bei Petersburg kommen einem in den Sinn, wenn man über Rußland und Schleswig-Holstein nachdenkt. Doch das Aufgehen des Gottorfer Reststaates im dänischen Gesamtstaat ist fast das Ende langer und enger Bezüge zwischen dem, was wir heute Schleswig-Holstein nennen, und Rußland. Eckhard Hübner ist den Beziehungen unter der schönen Titel "Ferne Nähe" nachgegangen. Die Geschichte beginnt mit ersten Nachrichten aus dem noch von Wikingern dominierten Schleswig. Organisiert wird der Handel mit Nowgorod schließlich von der Hanse. Als der endet und die Neuzeit beginnt, gewinnt Rußland zunehmend an Gewicht und Selbstbewußtsein. Immer enger werden die Verbindungen zwischen dem Zarenhaus und Schleswig-Holstein Gottorf. Am Ende ist es der russische Teil der Familie, der dem Restherzogtum Gottorf aus der Not hilft und schließlich durch den Vertrag von Zarskoje Selo, die "Ruhe im Norden" sichert. Der Band 54 der Kleinen-Schleswig-Holstein-Bücher aus dem Hause Boyens von Eckhard Hübner, lektoriert von Professor Dieter Lohmeier, beschreibt gewohnt kurz, gewohnt fundiert und klug illustriert die "Ferne Nähe" zwischen Schleswig-Holstein und Rußland. -ju- (0604) Die Angaben zum Buch:
Eckhard Hübner, Ferne Nähe - Die Beziehungen zwischen Schleswig-Holstein und
Russland im Mittelalter und Neuzeit, 96 Seiten, Leinen gebunden, zahlreiche
- meist farbige - Abbildungen, 2003, Heide, Verlag Boyens & Co,
www.buecher-von-boyens.de, ISBN 3-8042-1123-1, 9,90 EURO |
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KOHLgeschichte(n) Klaus Gille Kohl ist ein Gemüse, also etwas, das eigentlich mit Gartenbau oder höchstens mit Landwirtschaft zu tun hat. Trotzdem erzählt das Buch "KOHLgeschichte(n)" von Klaus Gille vor allem Industriegeschichte. Der Aufstieg Dithmarschens zum größten Kohlanbaugebiet Deutschlands ist Folge der Gründerzeit. Sie schuf in den expandierenden Städten erst den Massenbedarf an preiswerten Lebensmitteln, der sich Dank der Eisenbahn auch von abgelegenen Standorten befriedigen ließ. Zudem bedurfte es neben natürlichen Voraussetzungen auch einer optimistischen, unternehmerischen um in das bis heute hochspekulative Kohlgeschäft einzusteigen. Klaus Gille hat das gründlich erforscht, den Blick über den Dithmarscher Tellerrand nicht vergessen und eine fundierte Kohlgeschichte geschrieben. Sie ist so spannend und unterhaltend, daß der Leser sich ab und an daran erinnern muß, in einem Geschichtsbuch zu lesen. -ju- (0604) Die Angaben zum Buch: Klaus
Gille, KOHLgeschichte(n) - Aus dem Anbaugebiet hinter Dithmarschens Deich,
180 Seiten, kartoniert, zahlreiche Abbildungen, Heide, 1991, Boyens & Co,
www.buecher-von-boyens.de, ISBN 3-8042-0563-1, 9.50 EURO |
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Geschichte nicht nur der "Elektrischen"
Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Schleswig-Holstein Schlicht “Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland” heißt die Serie des EK-Verlags. Band 8 ist Schleswig-Holstein gewidmet. Unterstützt von Straßenbahnfans im Lande hat Dieter Höltge eine fundierte und ausführliche Geschichte der Tram zusammengestellt. Strecken, Waggons, Linien stehen im Mittelpunkt. Beschrieben sind die vier echten Straßenbahnen in den großen Städten, der Sonderfall Uetersen und die zwei (vor allem aus Kostengründen) zeitweilig als Straßenbahnen betriebenen Inselbahnen. Von den Plänen für die ersten Pferdebahnen 1881 bis zum Aus der letzten Elektrischen, der Linie 4 in Kiel 1985, spannt sich der Bogen. Präzise geschrieben und gut illustriert, vermittelt Höltge Technikgeschichte. Bei diesem Konzept bleibt der Mensch leider aber konsequent auf der Strecke. Die Fragen, was Straßenbahnen für die Städte bedeuteten, wie sie das Leben der Menschen veränderten, bleiben offen. Also: Ein schönes Buch von Dieter Höltge für alle, die sich für die Technikgeschichte der Straßenbahnen in Schleswig-Holstein interessieren. PS: Einen Mangel teilt das Buch des EK-Verlages mit vielen anderen Spezialbüchern: Es scheitert bei dem Versuch, kurz und knapp in die Landesgeschichte einzuführen. Erneut ist zusammengeschrieben worden, was so schon lange nicht mehr stimmt. Sven Bracke (0304) Die Angaben zum Buch: Dieter Höltge, Straßen-
und Stadtbahnen in Deutschland, Band 8: Schleswig-Holstein, Freiburg 2002,
EK-Verlag GmbH; ISBN 3-88255-339-1, 35 EURO |
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Das dritte Elbherzogtum
Herzogtum Lauenburg Als einziger deutscher Landkreis führt Lauenburg bis auf den heutigen Tag den Zusatz "Herzogtum" im Namen. Redet man nördlich der Elbe jedoch von den Herzogtümern, dann sind damit Schleswig und Holstein gemeint. Aus deren Perspektive gehörte das dritte "Elbherzogtum" nicht dazu, war mehr Übergang nach Mecklenburg als Teil Nordelbiens. Das war für Eckardt Opitz der Anlaß, zusammen mit einem Dutzend anderer Autoren ein - wie er sagt - "Handbuch" zur Geschichte des kleinen Herzogtums herauszugeben. Seit es Ende des 12. Jahrhunderts zum Haus der Askanier kam, entwickelte sich Lauenburg - nicht zuletzt durch die Schwäche der Askanier - zu einem in ungewöhnlich hohen Maße von den Ständen dominierten Kleinstaat. Diesen Weg zeichnet das Buch nach, macht deutlich, wie stark diese Eigenverwaltung noch war, als 1815 die dänische Zeit begann. Auch in den Zeiten des Gesamtstaates blieb Lauenburg eigenständig, sogar noch, als es 1865 an Preußen fiel. Erst 1876 kam es gegen seinen Willen zur Provinz Schleswig-Holstein. Zu den Eigenarten Lauenburgs gehört es, daß es nie eine Hauptstadt hatte. Deshalb sind die 13 historischen Kapitel und drei kunsthistorischen Exkursionen noch um fünf Städteportraits ergänzt. Fast 200 Seiten und damit ein Viertel des Umfangs machen die in der Dokumentation zusammengefaßten Quellen aus. Das mag für Opitz der Grund gewesen sein, von einen "Handbuch" zu sprechen. Es bietet die Chance, sich umfassend und profund einen spannenden Teil nordelbischer Geschichte zu erschließen, der gemeinhin vergessen wird, weil die Landesgeschichte bei den Herzogtümern meist nur bis zwei und selten bis drei zählt. -rgsh- (1203) Die Daten zum Buch: Eckhardt Opitz
(Herausgeber), Herzogtum Lauenburg - Das Land und seine Geschichte, 831
Seiten, kartonierter Umschlag, 17 x 24 cm, 2003, Neumünster, Wachholtz
Verlag, www.wachholtz.de,
ISBN 3-529-02060-5, 48 Euro |
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Historischer Atlas
Schleswig-Holstein 1867 eint Schleswig-Holstein erstmals ein Bindestrich. Die beiden Herzogtümer werden zu einer Provinz Preußens. Die wenig geliebten neuen Herren beginnen, das in Verwaltung und Rechtsprechung rückständige Land in ein modernes Staatswesen umzubauen. Nach den Wirren der Erhebung und des deutsch-dänischen Krieges beginnt auch mit der Industrialisierung ein Umbruch, der Stadt und Land in einem bisher nicht vorstellbaren Tempo erfaßt. In die "Preußenzeit" bis 1946 fallen auch zwei Weltkriege, die Weimarer Republik mit ihren Krisen sowie der im Norden ungewöhnlich frühe Aufstieg und der tiefe Fall des NS-Regimes. Der Band II des Historischen Atlas macht die Dynamik dieser aufregenden Epoche mit genauen Texten, anschaulichen Graphiken und detailreichen Themenkarten nachvollziehbar. In mehrjähriger Detailarbeit hat ein Team von Historikern und Geographen Millionen von Daten in historisches Grundwissen verwandelt. Mit dem Band II wird ein Projekt fortgesetzt, das erstmals in Deutschland für ein historisches Atlaswerk digitale Verfahren einsetzt. Die dadurch erreichte Präzision erlaubt es, Fakten in ungewöhnlicher Dichte in Karten zu präsentieren. Auch wenn es dadurch notwendig wird, die Legenden und Tafeln genau zu studieren, lohnt es, denn der Atlas schafft es, nicht nur Überblicke zu vermitteln, er ermöglicht auch Einblicke in die Landesentwicklung bis in die lokale Ebene hinein. Das Atlasteam bereitet nun den dritten Band vor, der die Landesgeschichte vor 1867 bis zu den Anfängen darstellen soll. -ju-(1201) Die Daten zum Buch: Ingwer E. Momsen, Eckart Dege, Ulrich Lange (Hrsg.), Historischer Atlas Schleswig Holstein 1867 bis 1945, 25,7 x 33.1 cm, 207 Seiten, Leinen gebunden, 2001, Neumünster, Wachholtz Verlag,
www.wachholtz.de, Preis 35
EURO |
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das Land im Überblick: Historischer Atlas Von der Zeit der britischen Besatzung, dem explosionsartigen Anwachsen der Bevölkerung durch Flüchtlinge und Vertriebene bis hin zur Kreisreform und dem Wandel der Strukturen Schleswig-Holsteins in Arbeit, Leben und Wirtschaften reichen die Themen, die auf 130 Karten- und Graphikseiten sowie 80 Text- und Tabellenseiten minutiös und oft gemeindescharf dargestellt werden. Ziel des in dieser Form bisher einmaligen Projektes der GSHG ist es, umfassend alle Lebensbereiche zu beschreiben. Grundlage war die digitalisierte Erfassung der kartographischen wie auch statistischen Grunddaten. Die Flut der Einzelinformationen wird graphisch auf die wichtigen Grundaussagen reduziert und durch die Texte in den historischen Kontext gestellt. Möglich war der Atlas nur, weil Historiker, Geographen und weitere über die Grenzen ihrer Fachbereiche zusammenarbeitet haben. Die so entstandenen Karten und Graphiken sind von hoher Präzision, jedoch keine leichte Kost. Sie erfordern, daß der Nutzer sich einsieht, sie sorgfältig über die Legenden erschließt. Doch zusammen mit den Texten ist der Atlas eine Quelle ungewöhnlicher Qualität und Aussagekraft, der im Überblick und im regionalen Detail die Geschichte Schleswig-Holsteins nach dem Zweiten Weltkrieg im Wortsinn anschaulich macht. -ju-(0601) Tipp: Mehr zum Historischen Atlas Die Daten zum Buch: "Historischer Atlas Schleswig-Holstein seit 1945", Herausgeber: Ulrich Lange, Ingwer E.
Momsen, Eckart Dege, Hermann Achenbach, 25,7 x 33,1 cm, 212 Seiten, 130 mehrfarbige Karten, gebunden, erschienen beim Wachholtz Verlag,
www.wachholtz.de, Neumünster, 1999, Preis 35 EURO, ISBN 3-529-02445-7
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Schleswig-Holstein von den Anfängen bis zu Gegenwart "Übersegler" nennen Seeleute die Karten, die ihnen einen Überblick über ein Meer oder ein großes Revier geben. Mit ihnen läßt sich kein Schiff in einen Hafen bringen, und sie helfen nur, die größten Klippen zu umschiffen. Das neue Buch aus dem Convent-Verlag ist ein Übersegler, für die Landesgeschichte. Mit 436 Seiten muß es als kompakt gelten, denn die Geschichte Schleswigs und Holstein gilt als komplizierter, als sie sein dürfte. Genau diese These zu widerlegen, sind die Herausgeber Jann Markus Witt und Heiko Vosgerau angetreten. So bleibt der altbackene Titel "Schleswig-Holstein von den Anfängen bis zu Gegenwart" das einzig sperrige an dem Buch. Gegliedert in sieben Kapitel mit je einem Exkurs, aufgelockert durch Kästen, etwa zum Wikingerschiff oder zur Zwangsarbeit, unternehmen die elf Autoren einen flotten Gang durch die Geschichtsschreibung des Landes. Er faßt deren Stand erfreulich anschaulich zusammen. Damit wird das Ziel erreicht, einen Überblick zu geben. Der kann an den Stellen der Landesgeschichte nur die Oberfläche zeigen, wo die historischen Zeitläufe entgegen der beabsichtigten Botschaft dann doch komplizierter sind, als sie sein dürften. Jann Markus Witt und Heiko Vosgerau erschließen die Geschichte Schleswig-Holsteins übersichtlich, spannend und äußerst lesbar. Ihr Buch ist ein detail- und kenntnisreicher Übersegler, der es erlaubt, in der Geschichte des Landes einen Kurs zu finden. -ju- (1202) Die Daten zum Buch: Jann Markus Witt und Heiko Vosgerau, "Schleswig-Holstein von den Ursprüngen bis zur Gegenwart - Eine Landesgeschichte", 436 Seiten, 200 Abilldungen und Farbtafeln, Leinen gebunden, 2002, Hamburg, Convent Verlag, ISBN 3-934613-39-X, Preis 29,90 EURO |
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Kirche, Christen, Juden Als Jesus "arisch" wurde "Wir haben geirrt": Dieser kurze, treffende Satz stammt aus der Erklärung der Synode der Nordelbischen Kirche vom 22. September 2001. Mit ihr versuchte die evangelisch-lutherische Kirche im Norden, ihr Verhältnis zu den Juden zu ordnen. Die Unordnung war lange vor 1933 entstanden. Doch nach der "Machtergreifung" schien etwas zu explodieren: Pastoren in SA-Uniform, Gruppen, die zusammenfanden, sich in Grüppchen auflösten, um sich in "deutscher" Interpretation der Bibel zu übertreffen, der Gegenstrom in der Bekennenden Kirche, die sich zwar sammelte, um die Botschaft der Schrift zu verteidigen, im Krieg jedoch zur "deutschen Schicksalsgemeinschaft" stand und nicht nur dadurch schuldig wurde. Deutschnationale Pastoren denunzierten Amtsbrüder, deutschnationale Pastoren schützten die Denunzierten - es war ein Kirchenkampf der Gruppen, der sich nur über Einzelschicksale erklären läßt. Genau diesen Weg sind die Herausgeber und Macher der vielbeachteten Ausstellung "Kirche, Christen, Juden 1933 - 1945" gegangen. Das von der Bremer "Edition Temmen" verlegte Buch bietet mehr als ein Katalog. Im Gegensatz zur Ausstellung bietet es die Möglichkeit, mehr Beispiele zu erzählen. Damit wird das Mosaik größer, es zwingt den Leser, auf Distanz zu gehen. Durch diesen Abstand gewinnt das Gesamtbild an Schärfe. Es bietet damit die Chance, vom Entsetzen zum Verstehen überzugehen. -ju- (0303) Die Daten zum Buch: Annette Göhres, Stephan Linck, Joachim Liß-Walther, "Als Jesus 'arisch' wurde", 316 Seiten, kartonierter Einband, 190 Abbildungen, 20x14 cm, Bremen 2003, Edition Temmen, ISBN 3-86108-903-3, 15,90 EURO |
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CONCORDIA DOMI - FORIS PAX Im Schutz von Mauern und Toren Ortwin Pelc "CONCORDIA DOMI - FORIS PAX" - drinnen Eintracht - draußen Friede - treffender als in der Inschrift des Lübecker Holstentors läßt sich die Vision der Städte des Mittelalters nicht beschreiben. Gleichwohl umgaben sie sich mit wehrhaften Mauern und Palisaden, regulierten über Stadttore, wer Zutritt hatte, und organisierten Haus für Haus die Pflichten der Bürger, um das Gemeinwesen zu verteidigen. Ortwin Pelc beschreibt dies in seinem Buch mit dem Untertitel "Die Befestigung der schleswig-holsteinischen Städte im Mittelalter und Neuzeit". Doch die Mauern und Gräben waren nicht nur Schutz vor Feinden und ungeliebten Eindringlingen. Sie hatten mehr als eine strategische Funktion, weil sie Land und Stadt und damit verschiedene Rechtsgebiete trennten. Im 16. und 17. Jahrhundert war die Zeit der hohen Mauern jedoch vorbei, die Kanone machte sie überflüssig. Gegen diese Waffe der Neuzeit bot selbst festgefügter Backstein keinen Schutz mehr. Es begann die Zeit der Festungsbaukunst. Ortwin Pelc hat erstmals eine Zusammenschau dieses bisher für die Herzogtümer Schleswig und Holstein kaum beachteten Themas vorgelegt. Erneut bietet der Verlag Boyens & Co in seiner "kleinen Serie" damit einen interessanten Aspekt der Landesgeschichte, den der Historiker Ortwin Pelc kenntnisreich und spannend vermittelt. -ju- (0303) Die Daten zum Buch: Ortwin Pelc, "Im Schutz von Mauern und Toren - Die Befestigung der schleswig-holsteinischen Städte in Mittelalter und Neuzeit", 105 Seiten, Leinen gebunden, zahlreiche größtenteils farbige Abbildungen, Heide, 2003, Boyens & Co,
www.buecher-von-boyens.de, ISBN 3-8042-1113-5, 9,90 EURO |
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Die Zeit der Gottorfer Kleiner Staat ganz groß Mit der Landesteilung von 1544 begann die Ära der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf. Sie endete 1773 mit dem Aufgehen des verbliebenen Gottorfer Anteil im dänischen Gesamtstaat. Historisch gehört diese Phase zu den spannenden und (zugegebenermaßen) etwas komplizierteren Abschnitten der Landesgeschichte. Dieter Lohmeiner beschreibt sie in dem Buch aus der "kleinen Serie" des Verlag Boyens. Gottorf steht für eine der längsten Friedenszeiten und eine im Norden beispiellose kulturellen Blüte, die von den Gottorfern nicht nur genutzt wurde, um Schlösser zu bauen und Friedrichstadt zu gründen. Von Gottorf startete eine seinerzeit aufsehenerregende Expedition nach Persien, die Gärten Gottorf waren berühmt und nicht nur die Gründung der Universität zu Kiel ging auf ihre Initiative zurück. Lohmeier zeichnet das profund, verständlich und durch zahlreiche Abbildungen illustriert nach. Er bietet damit mehr als den historischen Abriß der Schleswig-Holstein-Gottorfer. -ju- (0103) Die Daten zum Buch: Dieter Lohmeier, Kleiner Staat ganz
groß - Schleswig-Holstein-Gottorf, 98 Seiten, Leinen gebunden, 1997, Heide, Boyens & Co, ISBN 3-8042-0793-6,
www.buecher-von-boyens.de, 9,90 EURO |
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Flaggenwechsel auf Helgoland Michael Herms Geologisch ist Helgoland ein Fenster in die Vorzeit, geographisch die einzige Hochseeinsel in der Deutschen Bucht, politisch war das Eiland aus Buntsandstein so unbedeutend, daß es erst 1402 vom Herzog von Schleswig beansprucht wurde. Nur als Nothafen und Unterschlupf für Piraten nahmen die Küstenbewohner die Insel wahr. Ihre friesischen Bewohner überlebten als Fischer, Vogeljäger und Lotsen. Als Anfang des 19. Jahrhundert der strategische Wert Helgolands erkannt wurde, war es mit dem kargen, jedoch friedlichem Leben vorbei. Es begann die Zeit der Flaggenwechsel. Sie stehen im Mittelpunkt des Interesses von Michael Herms. Sein Buch spannt den Bogen von den ersten Nachrichten über das "heilige Land" bis in die Gegenwart. Es ist in diesem Sinne eine Helgoländer Geschichtsbuch. Doch Herms konzentriert sich auf die Zeitspanne, in der die Insel von den Briten als Stapelplatz für Schmuggelgut genutzt wurde, als Seebad 1890 in deutschen Besitz überging, um dann vor dem Ersten und im Zweiten Weltkrieg als deutsche Bastion zwei Mal ausgebaut, zerstört und wieder aufgebaut wurde. Mit neuem Material vor allem über die NS-Zeit und die Vorgeschichte der Rückkehr der Helgoländer auf ihre Insel 1952 ist Herms ein spannendes Buch gelungen. Gut geschrieben ist es zudem und damit uneingeschränkt lesenswert. -ju- (0902) Die Angaben zum Buch: Michael Herms, Flaggenwechsel auf Helgoland, 21 x 25 Zentimeter, 143 Seiten, kartoniert, zahlreiche Abbildungen, Berlin, 2002, Christoph Links Verlag,
www.linksverlag.de, ISBN 3-86153-260-3, 24,90 EURO |
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Postgeschichte Schleswig-Holsteins Nur im Volkslied war es ein Genuß, "hoch auf dem gelben Wagen" vorn beim "Schwager" zu sitzen. Die "Postkutschenzeit" gehört im Land zwischen den Meeren nicht zur "guten alten Zeit". Die Straßen waren miserabel, die Kutschen ungefedert und vollgestopft mit Paketen, zwischen denen Fahrgäste sich durchschütteln ließen. Wilhelm Sager zeichnet die Geschichte der Post von den Botenläufern in den Hansestädten über - eben - die gar nicht romantische Postkutschenzeit bis in die Gegenwart nach. Auch der Band 52 der "kleinen Schleswig-Holstein-Bücher" bettet wieder einen spannenden Einzelaspekt zuverlässig in die Landesgeschichte ein. Und weil die Geschichte der Post im 17. Jahrhundert beginnt, bekommt der Leser ganz "nebenbei" auch einen Einblick in die überaus komplizierten Herrschaftsstrukturen im Land zwischen den Meeren in dieser Epoche. Wilhelm Sager beschreibt die Geschichte der Post interessant und detailreich, ohne sich zu verlieren. Die "Postgeschichte Schleswig-Holsteins" verdient deshalb das Prädikat lesenswert. -ju- (0702) Die Angaben zum Buch: Wilhelm Sager, Postgeschichte Schleswig-Holsteins, Format 15 X 21.5 cm, 96 Seiten, zahlreiche farbie Abbildungen, Leinen gebunden, 2002, Heide, Boyens & Co, ISBN 3-8042-1087-2,
www.buecher-von-boyens.de,
9,90 Euro |
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Hexenverfolgung Legitimiert durch Gesetze, begründet von protestantischen Geistlichen, getragen vom Volk und exekutiert von der Obrigkeit, erlebten auch die Herzogtümer Schleswig und Holstein die Zeit der Hexenprozesse. Über 800 sind es, alle dokumentiert, denn im Kampf gegen die vermeintlichen Bündnisse mit dem Teufel glaubte man, etwas Gutes und Notwendiges zu tun. Rolf Schulte hat diese Dokumente des Grauens erschlossen. Er beschreibt dazu die religiösen, rechtlichen und auch wirtschaftlichen Hintergründe, die erst die Hysterie möglich machten, die zu Folter, Wasserproben und Scheiterhaufen führten. Es ist ein Buch, das auf zwei Arten spannend ist. Das Thema fesselt, gleichzeitig überzeugt die Art, wie Schulte es vermittelt. Der Autor wandelt sicher auf dem schmalen Grad, den inzwischen mehr Historiker (zum Glück) zu gehen versuchen. Das Buch ist verständlich geschrieben, erlaubt dem Leser zu verstehen, wie sich die Ungeheuerlichkeit der Hexenverfolgung ausbreitete, was passierte, und schließlich, warum sie endete. Bewußt setzt Schulte Zitate und Quellen genau dort, wo sie als Beleg und Beispiel hingehören, verzichtet im Text auf Anmerkungen und Fußnoten. Auf 115 Seiten arbeitet er kompetent und faßbar eine an sich unfaßbare Geschichte auf. Gut 60 weitere Seiten bieten neben der kompletten Liste der Hexenprozesse Fundstellen, Anmerkungen und Literatur. Das Buch ist damit ein exzellentes Beispiel dafür, daß wissenschaftlicher Anspruch und eine auch für den Laien verständliche Form sich ohne Probleme zwischen zwei Buchdeckel bringen lassen. Es dürfte (und müßte) mehr solcher Bücher geben. -ju-(0302) Die Daten zum Buch: Rolf Schulte, Hexenverfolgung in Schleswig-Holstein v. 16. -18. Jahrhundert, 175 Seiten, Kartoniert, zahlreiche Abbildungen, Heide, Verlag Boyens & Co, 2001, ISBN 3-8042-1016-3,
www.buecher-von-boyens.de, 17
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Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein 2 1995 kam der erste Band der Denkmaltopographie für Schleswig-Holstein heraus. Er war Kiel gewidmet und bot für die weitgehend im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges zerstörte Stadt vor allem eine Zusammenschau der trotz allem beachtlichen Reste der Vorkriegsarchitektur. Der jetzt vorliegende zweite Band nimmt den Bestand Flensburgs auf. Im Gegensatz zur Landeshauptstadt wurde die Stadt im engen Tal der Förde seit dem Brand von 1485 nicht mehr zerstört. Das ist der wesentliche Grund, warum Flensburg ein Spiegel der Stadtentwicklung seit dem Mittelalter ist. Von den giebelständigen Fachwerkhäuschen im Oluf-Samson-Gang, den Handelshöfen über Ensembles der Gründerzeit und des Jugendstils bis hin zu bemerkenswerten Zeugnissen der Heimatschutzarchitektur bietet die Fördestadt auf engstem Raum einen ungewöhnlichen architektonischen Reichtum. Er macht heute einen wesentlichen Teil der hohen Lebensqualität der Stadt aus. Die Denkmaltopographie führt in die Geschichte der Stadt ein, macht in ihrem Kartenteil die Lage der Baudenkmäler erkennbar und stellt auf 475 Seiten jeweils die Bilder der einzelnen Häuser und baulicher Details prägnanten Texten gegenüber. Für Flensburger und solche, die die Stadt lieben, ist die von Lutz Wilde bearbeitete Denkmaltopographie eine Möglichkeit, die Stadt neu zu entdecken. Sie bietet auch Einblicke in Höfe und Stuben, die sonst verschlossen bleiben. Auch das erklärt sicher das große Interesse an dem Buch in Flensburg. Jedoch auch über die Grenzen der Stadt hinaus ist die zweite - wie die erste - Denkmaltopographie eine überaus spannende Lektüre. -ju-(0202) Die Daten zum Buch: Landesamt für Denkmalpflege, Lutz Wilde, "Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein 2, Stadt Flensburg", kartoniert, Format 21 x 29,7cm, 636 Seiten, rund 2.600 Abbildungen, Neumünster, 2001, Wachholtz Verlag,
www.wachholtz.de, ISBN 3-529-02521-6, 43,50
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Reichtum gebaut auf Heringstonnen Das Silber des Meeres Schon in der Schule lernen wir, daß der Handel mit Ostseeheringen das Fundament des Reichtums und der Macht der Hansestadt Lübeck im Mittelalter bildete. Lüneburger Salz verwandelte den Fisch zum haltbaren Salzhering, der als Fastenspeise in fast ganz Europa verkauft wurde. Vielmehr wissen wir über diesen wichtigen Aspekt der Geschichte Nordeuropas im Mittelalter jedoch meist nicht. Jedem, der mehr über den Fang und den Handel mit Hering wissen möchte, kann die umfangreiche Dissertation Jahnkes empfohlen werden. Der Autor nutzt auch die nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums wieder zugänglichen Quellen, um Heringsfang, Verarbeitung und Handel in all seinen Facetten darzustellen. Er konzentriert sich nicht nur auf das historisch herausragende Fanggebiet um Schonen mit seinen internationalen Messen, sondern stellt auch die Fischerei auf Rügen, bei Bohuslen und im Limfjord vor. Das Buch bietet überraschende Einblicke in die sehr komplexen Strukturen von Fischerei und Handel, die teilweise schon modern anmuten. Darüber hinaus wird auch die politische Bedeutung für Dänemark und die Hanse beleuchtet. Jürgen Hartwig Ibs (0202) Die Daten zum Buch: Carsten Jahnke, Das Silber des Meeres. Fang und Vertrieb von Ostseehering zwischen Norwegen und Italien (12.-16. Jahrhundert), (Quellen Darstellungen zur hansischen Geschichte, N.F., Bd. 49), Köln, Weimar, Wien, 2000, Böhlau Verlag, ISBN 3-412-10599-6, 45
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Blick über die Grenze
Dänische Geschichte Es ist vor dem Hintergrund der engen geschichtlichen Verflechtung Schleswig-Holsteins mit Dänemark schon erstaunlich, daß es bislang keine moderne Darstellung der dänischen Geschichte in deutscher Sprache gab. Robert Bohn legt nun nicht nur eine umfassende, sondern eine auch angenehm kurze Darstellung der Geschichte unseres Nachbarlandes vor. Der Band beginnt mit den ersten schriftlichen Quellen über die politischen Verhältnisse in Dänemark, die um 800 nach Christi entstanden. Kapitelweise werden die geschichtlichen Epochen von der Wikingerzeit, über die Großmacht- und Unionszeit, die Reformation, den Absolutismus bis hin zur Gegenwart vorgestellt. Obwohl das Verhältnis des Kernlandes Dänemark zu Schleswig-Holstein immer mit bedacht wird, handelt es sich nicht um eine Darstellung aus schleswig-holsteinischer Sicht. Bohn, einem profunder Kenner der skandinavischen Geschichte, gelingt eine vorurteilsfreie und moderne Schilderung der historischen Probleme des Landes durch die Zeiten. Es kennzeichnet seine Sichtweise, daß die politische Geschichte Dänemarks nur den Rahmen für den Abriss der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung bildet. Durch die klare, kurze Darstellung und den günstigen Preis kann der Band auch für den Unterricht an den Schulen empfohlen werden. Jürgen Hartwig Ibs (0202) Die Daten zum Buch: Robert Bohn, Dänische Geschichte, München 2001, Wissen in der Beck'schen Reihe, Bd. 2162, ISBN 3 406447627, Preis 7,50
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Eine Eiskalte Geschichte
Der Kosakenwinter Liniensoldaten, Freicorps und Kosaken setzten Dezember 1813 über die Elbe nach Holstein über. Mit dem Einmarsch der Nordarmee endeten die bis dahin nur glücklosen Versuche des dänischen Gesamtstaates, sich aus den Napoleonischen Kriegen herauszuhalten, in einem Fiasko. Holstein und Teile Schleswigs wurden in Geiselhaft genommen, damit Schweden Norwegen für sich gewinnen konnte. Ein eiskaltes Kalkül, umgesetzt in einem eiskalten Winter. Die aus dem Land lebenden Truppen ruinierten ein ehemals wohlhabendes Agrarland. Dieter Kienitz hat dieses dunkle Kapitel der Landesgeschichte in seinem Buch für einen breiten Leserkreis erschlossen. "Der Kosakenwinter" bietet mehr als Kriegsgeschichte. Er stellt die Geschehnisse in den Zusammenhang, beleuchtet mit kritischer Distanz zu den Quellen nicht nur den Feldzug, sondern vor allem, wie er sich auf die Menschen und ihr Leben in dem besetzten Land ausgewirkt hat. Kapitel für Kapitel versetzt Kienitz uns in die Geschehnisse eines Kriegwinters zurück, der für die europäische Geschichte eine Marginalie blieb, doch in Schleswig-Holstein als Kosakenwinter bis ins 20. Jahrhundert als Zeit des Leidens im Bewußtsein blieb. -ju- (1201) Die Daten zum Buch: Dieter Kienitz, Der Kosakenwinter in Schleswig-Holstein 1813/14, 2000, Heide, Boyens & Co,
www.buecher-von-boyens.de, Preis 19
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Der Eutiner Dichterkreis und der rgsh (1201) Die Daten um Buch: Lawrence D. Stokes, Der Eutiner Dicherkreis und der Nationalsozialismus 1936 - 1945, Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins, Band 111, Herausgegeben von der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, 2000, Neumünster Wachholtz-Verlag, ISBN 3 529 02211 X,
www.wachholtz.de, Preis 35 EURO |
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Amerika! Amerika!
Übersee-Auswanderer aus Schleswig-Holstein Not macht mobil. Das ist die kürzeste Form, in der man erklären kann, warum im 19. Jahrhundert in Schleswig-Holstein Menschen ihre wenige Habe in eine Kiste oder einen Sack packten, um in die "neue Welt" aufzubrechen. In vielen Dörfern war es mehr als jeder Zehnte, der die Heimat verließ, um sein Glück in einer fremden Welt zu suchen. Wie viele es wirklich gefunden haben, muß auch das Buch von Paul-Heinz Pauseback offen lassen. Es analysiert jedoch den Umfang sowie die Beweggründe für die Auswanderung und untermauert sie mit anschaulichen Einzelschicksalen. Pauseback gelingt es, das "Warum" zu erklären. Er macht verständlich, warum etwa der Gardinger Theodor Mommsen, ein Jahr bevor er 1902 den Literaturnobelpreis erhielt, 84jährig schrieb: "Wäre ich 30 Jahre jünger, so ginge ich nach Amerika, wo doch bei allen seinen Schwächen die Hoffnung der Welt liegt". Das Buch bietet gute fundierte Informationen, Illustrationen, die den Inhalt stützen, und ein konsequentes, lesefreundliches Layout. Wäre das Thema nicht ohnehin wichtig, wäre das Buch allein schon deshalb zu empfehlen, weil es belegt, wie Geschichte wissenschaftlich korrekt und dennoch spannend aufbereitet werden kann (und sollte). Die Angaben zum Buch: "Übersee-Auswanderer aus Schleswig-Holstein ... als hätten sie nie eine Heimat, nie eine Mutter gehabt!", Paul-Heinz Pauseback, 226 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Quartformat 22x22 cm, Paperback, Husum und Bredstedt, 2000, Herausgegeben vom Nordfriesischen Museum Ludwig-Nissen Haus
www.nissenhaus.de und dem Nordfriisk Instituut
www.nordfriiskinstituut.de, ISBN
3-88007-280-9, Preis 15,30
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Ein Stück vergessener Geschichte "Polenlager Jägerslust" Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und auch vor den Russen geflüchtete Balten wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges von den Alliierten befreit. Sie galten als "Displaced Persons". Ziel der britischen Besatzer auch in Schleswig-Holstein war es, sie zurück in ihre Heimat zu bringen, zu repatriieren. Dafür wurden sie in Lagern gesammelt. Karsten Dölger beschreibt in seinem Buch minutiös das Schicksal der Menschen im sogenannten "Polenlager Jägerslust" zwischen Kiel und Rendsburg. Es ist eine tragische Facette der Nachkriegsgeschichte. Denn die "befreiten" Polen weigerten sich zum größten Teil in ein Land zurückkehren, dessen Westen von den Russen beherrscht und dessen Osten von der UdSSR einverleibt war. Aus der Provisorium für ein paar Monate wurde ein jahrelanges Lagerelend. Dölger arbeitet mit seinem Buch auch ein Stück verdrängter Geschichte auf. Bis die Briten 1949 das "Polenlager" an die Deutschen übergaben und noch Jahre danach, blieben die Sieger eingesperrt im Land der Besiegten. Öffentlich wurde in dieser Zeit fast ausschließlich wahrgenommen, wenn Lagerinsassen gegen Gesetze verstießen (was auch passiert ist), doch der Problematik und Tragik der "Displaced Persons" kaum gerecht wird. Wissenschaftlich fundiert und gut lesbar bringt Karsten Dölger uns mit seinem Buch einen wichtigen und verdrängten Aspekt der Nachkriegsgeschichte zurück ins Bewußtsein. -ju- 0501 Die Daten zum Buch: Karsten Dölger, "Polenlager Jägerslust" Neumünster 2000 (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins, Bd. 110), 404 Seiten, 46 Abb., Wachholtz Verlag,
www.wachholtz.de, ISBN 3 529 02210 1,
Preis 31 EURO |
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Wie alles begann: Die
Entstehung Schleswig-Holsteins Ein Gletscher auf dem Schutzumschlag gibt den entscheidenden Hinweis: Schleswig-Holstein ist (fast) reines Eiszeitland. Kurt-Dietmar Schmidtke beschreibt und illustiert in seinem anschaulich mit Bildern und Grafiken aufbereiteten Buch das Werden des Dreiklanges aus Marsch, Geest und Hügelland. Das Buch läßt seinen Leser mit einem neuen Blick durch Schleswig-Holstein reisen. Man beginnt zu verstehen, fährt die B 202 etwa bei Norderstapel in Richtung Erfde nicht nur herunter, sondern begreift, das man in das Urstromtal der Eider fährt. Spannend auch, wie Schmidtke die Fenster zum Erdaltertum erklärt, erklärt wird, wie Landschaftsformen entstanden. -ju- Die Daten zum Buch: "Die Entsthehung
Schleswig-Holsteins", von Kurt-Dietmar Schmidtke, 128 Seiten, Leinen Gebunden, Format
21 x 25, zahlreichen Grafiken und Fotos, erschienen beim Wachholtz Verlag Neumünster, www.wachholtz.de, 3. Auflage 1995, ISBN 3-529-05316-3,
Preis 24,80 EURO |
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Wie aus Geschichte Mythos wird
Die Schlacht bei Hemmingstedt Telse von Oldenwöhrden soll auf der Schanze bei Hemmingstedt mit einem Marienbanner in der Hand die Dithmarscher immer wieder in den Kampf und schließlich zum Sieg geführt haben. Sie ist dargestellt worden, als Mädchen, als mariengleiche Gestalt, als germanische Walküre. Glaubt man der einzigen zeitnahen Quelle, dann war Telse keine holde Jungfrau, sondern eine 40jährige "olde Jugfer". Frank Trende hat in seinem "Ein deutscher Mythos zwischen Politik, Poesie und Propaganda" untertiteltem Buch an diesem und anderen Beispielen untersucht und beschrieben, welche Legenden entstanden, wie das blutige Geschehen für nationale und schließlich nationalsozialistische Propaganda genutzt wurde. Legenden über historische Ereignisse sind kein Randaspekt der Geschichte, sie machen selber Geschichte. Die "Dolchstoßlegende" nach dem ersten Weltkrieg ist dafür nur ein Beispiel. -ju- Die Daten zum Buch: "Die Schlacht bei Hemmingstedt - Ein deutscher Mythos zwischen Politik,
Poesie und Progaganda" von Frank Trende, Paperback, 160 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 2000, Verlag Boyens & Co,
Heide, www.buecher-von-boyens.de, Preis 19.80 Mark, ISBN 3-8042-0990-4 |
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Heimatforschung in Schleswig-Holstein Rund 1.000 Orts-, Gemeinde- oder
Amtschroniken liegen schon für Schleswig-Holstein vor. Viele neue sind im
Entstehen. Die Qualität ist nach Angaben des Schleswig-Holsteinischen
Heimatbundes (SHHB) unterschiedlich, fast jede zweite Chronik etwa spart die
Zeit des Nationalsozialismus aus. Um die Arbeit vor Ort zu unterstützen,
hat der SHHB ein Handbuch für Chronisten, Regionalforscher und Historiker
zusammengestellt. Es aktualisiert das von Peter Ingwersen aus dem Jahre
1954. 47 Autoren haben 52 Beiträge für das neue Buch geschrieben. Es geht
dabei einmal darum, welche Quellen genutzt werden können und wie sie zu
bewerten sind. Auch wird versucht, Grundinformationen zu den Zeitepochen und
wichtigen Einzelaspekten von der Entstehung des Landes über Maßeinheiten
bis hin zur Verwaltungsgliederung zu geben. Auf 270 Seiten kann bei der
Vielfalt der Themen nur eine Orientierung gegeben werden. Das Buch ist eine
Wegskizze, die vom Umgang mit Quellen bis zum Druck beschreibt, welche
Techniken und Aspekte der Chronist beachten sollte. Hilfreich sind vor allem
die umfangreichen Hinweise auf Hilfsmittel und Literatur. Die Botschaft ist
eindeutig: Orts- und Regionalgeschichte ist immer im historischen Kontext zu
sehen. Und: Nur Geschichte die im kritischen Umgang mit Quellen belegt
werden kann, wird Bestand haben. Die Angaben zum Buch: "Heimatforschung in Schleswig-Holstein; Handbuch für Chronisten, Regionalforscher und Historiker", herausgegeben für den SHHB von Ute Neuhaus-Schröder, gebunden, 268 Seiten, zahlreiche Abbildungen, erschienen bei Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum, 2001, www.verlagsgruppe.de, Preis 39,80 DM/19,95 EURO, ISBN 3-88042-983-9 |