SH von A bis Z
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So lebte man in SH um …
     1150, 1350, 1650,
     1800, 1830, 1900,
     1925, 1955

Städte

Schleswig-Holstein hat heute 64 Städte, von denen Flensburg, Kiel, Lübeck und Neumünster „kreisfrei“ sind (siehe Landkreise). Die Hansestadt Lübeck kam erst 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz zur damals preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Im gleichen Jahr gingen Altona und Wandsbek in Hamburg auf. Die folgende alphabetische Liste nennt die Städte, das Jahr, in dem sie Stadtrecht bekamen, sowie den Kreis, dem sie heute angehören, und die Einwohnerzahl (Stand 31.12.1999/ respektive mit (*) 30.3.1999, falls nichts anderes vermerkt ist). Die Jahreszahlen gerade für die Frühphase sind problematisch. So steht fest, dass Schleswig die erste Stadt im Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins war und als eine der ersten im skandinavischen Raum anzusehen ist. Schon auf der Wende vom 11. auf das 12. Jahrhundert hatte Schleswig vor dem deutschrechtlichen Lübeck ein eigenes auf dänischen und deutschen Traditionen fußendes eigenes Stadtrecht ausgebildet. Im Fall von Lübeck wird allgemein die Neugründung mit der Stadtwerdung gleichgesetzt. Orte, die im 12. und 13.Jahrhundert mit dem Stadtrecht bewidmet worden sind, blieben nicht automatisch bis heute Städte. Meldorf in Dithmarschen verlor so sein Stadtrecht, um es später erneut verliehen zu bekommen. Städte, zu denen es ein Stichwort in SH A-Z gibt, sind als Link ausgelegt. Die Verleihung des Stadtrechts war und ist nicht so sehr an die Größe einer Gemeinde, sondern an deren – wie es heute heißt – „zentralörtlichen Bedeutung“ gekoppelt. So gibt es heute in Schleswig-Holstein neun Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern, die keine Städte sind. Es sind zumeist in der Nähe von Zentren liegende Orte wie Stockelsdorf (16.408 Einwohner) vor den Toren Lübecks sowie Kronshagen (12.259 Einwohner) und Altenholz (10.148 Einwohner) bei Kiel oder Harrislee (10.968 Einwohner) in der Nachbarschaft Flensburgs. Dazu kommen im Verdichtungsraum um Hamburg Gemeinden wie Halstenbek (15.679 Einwohner) und Rellingen (13.447 Einwohner) sowie Ratekau (15.213 Einwohner) bei Lübeck. Auch das Ostseebad Scharbeutz (11.418) und Malente (10.709 Einwohner) sind trotz ihrer Größe Gemeinden. Stadtrecht erhielt dagegen im Jahr 2000 Büdelsdorf vor den Toren Rendsburgs mit gut 10.000 Einwohnern. Fehmarn, mit 185 Quadratkilometern die größte Insel der alten Bundesrepublik, ist ein Sonderfall. Die Bürger der Stadt Burg sowie der Landgemeinden Westfehmarn, Landkirchen, Puttgarden und Bannesdorf beschlossen 2002 sich zu einer Gemeinde zusammenzuschließen. Als Organisationsform für das weitgehend ländliche Gebiet wurde die Form der Stadt gewählt. Seit 1. Januar 2003 gibt es die „Stadt Fehmarn“. Sie gilt als Beispiel für den Prozeß der freiwilligen Zusammenschlüsse zu größeren, zeitgemäßen kommunalen Einheiten, der seit einigen Jahren von der Landesregierung gefördert wird. Nach Tornesch im Kreis Pinneberg mit 12.522 Einwohner, das seit 2005 Stadt nennen, ist aus dem Zusammenschluss von Klausdorf und Raisdorf, zum 1. März 2008 die Stadt Schwentinental mit 13.600 Einwohnern entstanden.

Stadt Stadtrecht
seit
Heutige
Kreiszugehörigkeit  
Einwohner-
zahl
Ahrensburg 1949 Stormarn 28.998
Altona 1664 seit 1937 zu Hamburg 1937 ~240.000
Arnis 1934 Schleswig-Flensburg 351 (*)
Bad Bramstedt 1910 Segeberg 12.469
Bad Oldesloe 1238 Stormarn 23.194
Bad Schwartau 1912 Ostholstein 20.026
Bad Segeberg 1260 Segeberg 15.941
Bargteheide 1970 Stormarn 13.426
Barmstedt 1895 Pinneberg 9.267 (*)
Bredstedt 1900 Nordfriesland 4.995 (*)
Brunsbüttel 1949 Dithmarschen 13.976
Büdelsdorf 2000 Rendsburg-Eckernförde 10.305
Burg auf Fehmarn 1329 (1) seit 2003 eingemeindet 6.082 (*)
Eckernförde 1543 (2) Rendsburg-Eckernförde 23.138
Elmshorn 1870 Pinneberg 47.349
Eutin 1257 Ostholstein 16.732
Fehmarn 2003 Ostholstein 12.636
Flensburg 1284 kreisfreie Stadt 84.449
Friedrichstadt 1621 Nordfriesland 2.567 (*)
Garding 1590 Nordfriesland 2.725*)
Geesthacht 1924 Herzogtum-Lauenburg 29.183
Glinde 1979 Stormarn 16.099
Glücksburg/Ostsee 1900 Schleswig-Flensburg 6.110 (*)
Glückstadt 1617 Steinburg 12.352
Heide 1870 Dithmarschen 20.709
Heiligenhafen 1305 Ostholstein 9.150 (*)
Husum 1603 Nordfriesland 21.119
Itzehoe 1238 Steinburg 33.710
Kaltenkirchen 1973 Segeberg 17.793
Kappeln 1870 Schleswig-Flensburg 10.138
Kellinghusen 1877 Steinburg 8.062 (*)
Kiel 1242 kreisfreie Stadt 233.795
Krempe 1292 Steinburg 2.284 (*)
Lauenburg 1260 Herzogtum-Lauenburg 11.781
Lübeck 1143 kreisfreie Stadt 213.326
Lütjenburg 1275 Plön 5.665 (*)
Marne 1891 Dithmarschen 6.042 (*)
Meldorf 1265 Dithmarschen 7.683 (*)
Mölln 1202 Herzogtum-Lauenburg 18.412
Neumünster 1870 kreisfreie Stadt 80.243
Neustadt/Holstein 1244 Ostholstein 15.878
Niebüll 1960 Nordfriesland 7.860 (*)
Norderstedt 1970 Segeberg 71.056
Nortorf 1909 Rendsburg-Ekermförde 6.557 (*)
Oldenburg/Holstein 1235 Ostholstein 10.039
Pinneberg 1875 Pinneberg 39.300
Plön 1236 Plön 13.178
Preetz 1870 Plön 15.383
Quickborn 1974 Pinneberg 19.789
Ratzeburg 1285 Herzogtum-Lauenburg 13.071
Reinbek 1952 Stormarn 24.598
Reinfeld 1926 Stormarn 8.285 (*)
Rendsburg um 1235 (3) Rendsburg-Eckernförde 29.560
Schenefeld 1972 Pinneberg 17.684
Schleswig um 1250 (4) Schleswig-Flensburg 25.433
Schwarzenbek 1953 Herzogtum-Lauenburg 13.826
Schwentinental 2008 Plön 13.600 (*)
Tönning 1590 Nordfriesland 4.922 (*)
Tornesch 2005 Pinneberg 12.522
Uetersen 1870 Pinneberg 18.012
Wahlstedt 1967 Segeberg 9.729 (*)
Wandsbek 1870 seit 1934 zu Hamburg
Wedel 1875 Pinneberg 31.783
Wesselburen 1899 Dithmarschen 3.347 (*)
Westerland 1905 Nordfriesland 9.165 (*)
Wilster 1282 Steinburg 4.423 (*)
Wyk auf Föhr 1910 Nordfriesland 4.461 (*)

(1) Das Jahr lässt sich nicht mit letzter Sicherheit nennen. Burg ging am 31.Dezember 2002 als ein Teil in der neuen Stadt Fehmarn auf.
(2) Eckernförde wurde schon 1197 urkundlich erwähnt. Wann das Stadtrecht erstmals verliehen wurde, ist unklar, da ein Brand 1416 alle Urkunden vernichtete.
(3) Das genaue Datum steht nicht fest. Nach neueren Forschungen (E. Hoop) deutet viel auf eben etwa 1235 hin. Das Stadtrecht wurde 1339 durch den Schauenburger Graf Gerhard III. von Holstein bestätigt. Deshalb taucht auch dieses Datum immer wieder als erster schriftlicher Beleg auf.
(4) Schleswig ist die älteste Stadt des heutigen Landesgebiets, eine Jahreszahl lässt sich nicht festlegen, siehe Schleswig.

-ju- (0601/0701/0901/ 0702/1202/0205/0308)

Quellen: Städteverband Schleswig-Holstein, 2001, Reventlouallee 6, 24105 Kiel, www.staedteverband-sh.de; Ortwin Pelc, Zeitleiste in Zeitreise, www.geschichte.schleswig-holstein.de, GSHG, 2001; Statistisches Landesamt www.statistik-sh.de, 2001.

Vignette: Ausschnitt aus einer Karte von Kiel von Johannes Meyer 1651, aus: Christian Degn und Uwe Muuß, Topographischer Atlas Bundesrepublik Deutschland, Neumünster, 1977, Wachholtz-Verlag