SH von A bis Z
     A B C D E F G H I J
     K L M N O P Q R S
     T U V W Y Z
So lebte man in SH um …
     1150, 1350, 1650,
     1800, 1830, 1900,
     1925, 1955

Vogelkojen

Plan einer Vogelkoje

Plan einer Vogelkoje

Die „Vogelkojen“ auf den nordfriesischen Inseln sind künstlich angelegten Fanggärten für Enten. Die erste Vogelkoje wurde 1730 nach niederländischen Vorbild in der Oevenumer Marsch auf Föhr angelegt. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden weitere auf den anderen nordfriesischen Inseln. Eine Vogelkoje ist ein Süßwasserteich, der in einem extra dafür gepflanzten Gehölz aus Weiden, Pappeln, Erlen oder Moorbirken liegt. Vom August bis Dezember nutzen durchziehende Wildenten die Teiche zur Rast. Gezähmte Köderenten locken sie in die vier bis fünf bis zu 30 Meter langen, immer enger zulaufenden und mit Netzen überspannte Gräben, den sogenannten „Pfeifen“. Dort tritt der Kojenfänger hinter einer Tarnung hervor und treibt die Enten immer tiefer hinein in die Pfeife, bis sie am Ende in einer Reuse gefangen werden. Dort werden die Enten „gekringelt“, daß heißt durch Halsumdrehen (angeblich) schmerzlos getötet. Der Wildentenfang leistete lange Zeit einen wichtigen Beitrag zum Lebensunterhalt der Inselbewohner. Allein in den sechs Föhrer Vogelkojen sollen pro Jahr bis zu 40.000 Enten gefangen worden sein. Der Kojenfang ist heute durch Verordnung drastisch eingeschränkt und laut Angabe des Umweltministeriums SH nur noch für vier Kojen auf Föhr zulässig. Tipp: eine intakte Vogelkoje, die heute als Reservat für Rastvögel dient, kann auf Amrum besichtigt werden.

-ju-

Quellen: SHLEX / Nordfriesland von A bis Z, Bredstedt, 1998, Verlag Nordfriisk Instituut ISBN 3-88007-271-X

Bildquelle: Sammlung Nordfriisk Instituut