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Das Gebiet nördlich der Elbe
wurde in zwei Schüben christianisiert. Erste Versuche, die
Friesen und die Sachsen zu
missionieren, gingen im 8.Jahrhundert von angelsächsische Mönchen (
Angelsachsen) aus. Sie
wurden verstärkt, nachdem Karl der Große die Sachsen unterworfen hatte. Er
beauftragte Willehad 780, die Mission zwischen Unterweser und Unterelbe und
wahrscheinlich auch in Nordelbien voranzutreiben. Der christliche Glaube
wurde von den Franken “von oben” verordnet, um durch einen gemeinsamen
Glauben die Einheit des Reiches zu festigen. In den germanischen Gebieten
stieß das auf Widerstand. Der Volksglaube war tolerant und verweigerte sich
gerade deswegen gegenüber dem monotheistischen – also auf den
ausschließlichen Glauben an einen Gott fixierten – Christentum. Der
Missionar Atrebanus wurde deshalb 782 in
Dithmarschen getötet. Die
Christianisierung wurde dessen ungeachtet vorangetrieben. In Hamburg (Hammaburg)
wurde eine erste Kirche gebaut, nach 810 folgten Meldorf, Heiligenstedten
und Schenefeld. 822 soll in Welanao, im heutigen Münsterdorf bei Itzehoe,
ein erstes Kloster, die “cella Welanao", entstanden sein. Es kann nur kurz
bestanden haben und wurde vorübergehend Basis der Mission von Ebo von Reims
und Ansgar. Der versuchte 828 auch,
Haithabu zu christianisieren,
scheiterte damit jedoch. Mehr Erfolg hatte er seit 831 als Bischof und 834
als Erzbischof in Hamburg. Er gründete eine Priesterschule und leitete von
der Elbe aus die Mission in Skandinavien. Erst im 10. Jahrhundert ging die
Mission in Nordelbien unter dem Erzbischof Adaldag (937 – 988) voran. 948
nahmen die Bistümer
Schleswig, Ribe/Ripen und Århus
ihre Arbeit auf. Die christliche Lehre faßte damit Fuß auf der jütischen
Halbinsel. Anders in den durch den
Limes saxonaie vom
fränkischen Teil noch abgetrennten slawischen Siedlungsgebieten
Wagriens und
Polabiens. Die Mission des
ostholsteinischen Teiles sollte von
Starigard aus betrieben werden,
das die Christen Oldenburg nannten. Auch wenn sich slawische Fürsten wie der
Abodritenfüst (
Abodriten) Gottschalk taufen
ließen, kam es 983 und wieder 1066 zu Slawenaufständen. 1066 wurden die
Mönche des erst sechs Jahre vorher abgeteilten Bistum Ratzeburg von Slawen
gesteinigt. Im 12.Jahrhundert stabilisierte sich die Lage. 1127 wurden im
heutigen
Neumünster, sieben Jahre später
in Segeberg
Klöster der Augustiner gegründet.
Sie sollten zur Mission der Slawen beitragen. Um den Einfluß und die sich
daraus ergebenden Konflikte des Erzbistums Hamburg-Bremen im dänischen
Bereich zu beenden, wurde im damals dänischen Lund ein neues Erzbistum
geschaffen. 1138/39 schließlich gelang es, die Slawen zu unterwerfen. Zehn
Jahre danach wurde das Bistum Oldenburg wieder errichtet. Zum Zentralort der
Region entwickelt sich nun jedoch die aufstrebende deutsche Handelsstadt
Lübeck. Dorthin wurden
schließlich 1160 der Bischofssitz verlegt. Zeitgleich kamen immer mehr
deutsche Siedler in die ehemals slawischen Gebiete. Während 1150 die
Organisation der Kirche im westlichen, altholsteinischen Teil als
abgeschlossen angesehen werden kann, dauerte es in Ostholstein bis 1200, in
Lauenburg noch 30 Jahre länger,
bis dieser Stand erreicht war. Damit war Nordelbien einheitlich katholisch.
Knapp 300 Jahre blieb das so, bis in den 1520er Jahren die
Reformation einsetzte. Sie
wurde 1542 für die Herzogtümer Schleswig und Holstein vollendet. In der
Grafschaft Holstein-Pinneberg und im Herzogtum
Lauenburg dauerte es wieder
länger. Erst 1561 respektive 1585 wurden dort evangelische Kirchenordnungen
angenommen.op (1002/0803/0903)
Quelle: Ortwin Pelc in, Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02441-4,
Zum Lesen empfohlen
Bildquelle: Darstellung der Taufe aus "Buch der Kunst, geistlich zu werden", Holzschnitt, Augsburg 1477 |