Christiansfeld |
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![]() Der Brunnen auf dem Platz bei der Kirche ist heute das Symbol für Christiansfeld.
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Die heute in der dänischen Amtskommune Sønderjylland (Nordschleswig) zwischen Haderslev (Hadersleben) und Kolding nahe der Autobahn E 45 gelegene Gemeinde Christiansfeld ist die einzige komplett erhaltene Kolonie der Mit dem 1. 4. 1773 begann der planmäßige Aufbau des Ortes. Entlang der neuen, schnurgeraden Straßen entstanden das Brüder- und das Schwesternhaus, in denen Ledige getrennt nach Geschlecht bis zu ihrer Hochzeit zu wohnen hatten, das Witwenhaus, die Kirche (geweiht 1777), eine Mädchen- wie auch eine Jungenschule, beide mit Internat, die Apotheke mit Garten, sowie Spritzen- und Pfarrhaus. Wichtig war auch das Gästehaus, das Brüdergemeinde-Hotel, dessen ältester Teil schon 1773 gebaut wurde. Wie alle Herrnhuter Kirchen ist auch die in Christiansfeld von auffälliger Schlichtheit. Der Raum ist völlig in weiß gehalten und enthält weder Altar noch Taufbecken oder Bilderschmuck. Der Fußboden ist aus rohem Holz und stets mit Sand bedeckt. Trotzdem belegt auch dieser Bau das außerordentliche handwerkliche Können der Herrnhuter. Der Saal ist bis heute der größte Kirchenraum in Dänemark ohne Säulen. Der einfache Lebensstil der Brüdergemeinde spiegelt sich in der Architektur wider. Die Gräber auf dem Friedhof sind streng nach Geschlechtern getrennt und alle nach Osten ausgerichtet. Die Grabsteine auf dem nackten Lehmboden des "Gottesackers" sind schmucklos und einheitlich. Ein Symbol dafür, daß im Tode alle Menschen gleich sind. Niemals wird ein Grab eingeebnet. Die neue Kolonie erreichte schon bald eine beachtliche wirtschaftliche Blüte. Das brachte auch die Kritiker bald zum Verstummen. In Christiansfeld wurden Handschuhe genäht, Kerzen gezogen und Lebensmittel produziert, daneben wurde Tabak veredelt, Seife gekocht, Häute zu Leder gegerbt. Die Überschüsse wurden für die Mission unter den Sklaven auf den dänischen Zuckerrohrinseln in der Karibik sowie auf Grönland verwendet. Schon um 1800 zählte die Gemeinde 732 Mitglieder. Die Blüte endete 1864 nach dem zweiten
Annie Lander-Laszig (0302) Tipp: Nördlich von Christiansfeld, gegenüber dem roten "Alten Grenzkrug" an der Straße von der E 45 nach Christiansfeld liegt das "Wiedervereinigungs- und Grenzmuseum", das an die Rückkehr Nordschleswigs zu Dänemark nach der Grenzabstimmung (Abstimmungsgebiet) 1920 erinnert. Bei Christiansfeld ritt der dänische König Christian X. über die aufgehobene Grenze. Literatur: M. Wittern, Geschichte der Brüdergemeinde in Schleswig-Holstein, in Schriften des Vereines für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte ( SSHKG) 2/4, 1908; A.P. Thysssen (Hrsg.), Herrnhuter Samfundet i Christiansfeld, Apenråå/Apenrade, 1984; SHLEX Bildquellen: Fotos: Werner Junge; Stich: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek (SHLB) |