Deutsche Marine (1848 - 1852) |
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![]() Die "Kriegsflagge" Deutschen Marine von 1848: Schwarz-Rot-Gold mit dem doppelköpfigen Reichsadler auf goldenem (gelben) Grund als "Gösch" |
Der Ruf nach eine eigenen Flotte war im deutschen Revolutionsjahr 1848 neben dem nach nationaler Einheit sowie der Lösung der "Schleswig-Holstein-Frage" eine der populärsten Forderungen. Ausgelöst wurde sie durch die dänische Blockade der deutschen Küsten in Folge der schleswig-holsteinischen
Admiral BrommyErster und einziger Oberbefehlhaber der Deutschen Marine wurde am 5.4.1849 Rudolf Bromme (1804 - 1860), genannt "Admiral Brommy". In Leipzig geboren, hatte er nach einer kurzen, jedoch erfolgreichen Karriere in der Handelsschiffahrt von 1827 bis 31 unter dem Kommando des brillanten englischen Marineoffiziers Lord Cochrane am griechischen Freiheitskampf teilgenommen. Danach war er als Offizier in die griechische Marine eingetreten. Er war nicht nur an deren Aufbau beteiligt, sondern verfaßte auch das 1848 erschienene Werk "Die Marine". Die praktische wie theoretische Qualifikation machten den Patrioten Brommy zum geeigneten Mann für den Aufbau der deutschen Flotte. Am 15. Oktober 1848 konnte er die drei Radkorvetten der von Bürgern der Hansestadt begründeten "Hamburger Flottille" übernehmen. Weitere Schiffe wurden gekauft, so daß die Deutsche Marine innerhalb kurzer Zeit über 27 Kanonenboote und ein Dutzend größere Kriegsschiffe verfügte. Die meisten der Schiffe hatten zusätzlich oder ausschließlich Dampfantrieb. In den Flotten der traditionellen Seemächte dominierten dagegen noch die Segler. Daraus wollte Brommy im Kampf gegen die Dänen Vorteile ziehen. Auch konnten Dampfer mehr Truppen transportieren und brauchten weniger ausgebildete Seeleute. Der Mangel an Mannschaften - vor allem erfahrener Marineoffiziere - begleitete die Deutsche Marine während ihres gesamten knapp vierjährigen Bestehens. Er konnte nur notdürftig durch Handelsschiffsoffiziere ausgeglichen werden. Deshalb versuchte man - mit geringem Erfolg - ausländische Seeoffiziere anzuwerben.
Unter unbekannter FlaggeObwohl die schleswig-holsteinische Flottille seit Ende März
1849 laut der neuen Reichsverfassung Teil der Deutschen Marine war, kam es zu keinen gemeinsamen Aktionen. Nach dem verspäteten Aufbau blieb die Deutsche Marine, bedingt durch den Malmöer Waffenstillstand, bis untätig auf ihrer Station in Hamburg. Erst nach dessen Ende März 1849 konnte sie eingreifen. Am 4. Juni begann ihre erste und einzige größere Operation. Brommy griff vor
Ein Ende 2. KlasseAls 1852 die Zentralgewalt durch den konservativ dominierten Deutschen Bundestag abgelöst wurde, war das Ende der Flotte gekommen. Von den Konservativen mißtrauisch als "Märzerrungenschaft" beäugt, inzwischen in schlechtem öffentlichen Ansehen und ohne Kostenbeiträge durch Österreich und Preußen, war die Zeit der Flotte abgelaufen. Am 2.4.1852 wurde beschlossen, die Deutsche Marine aufzulösen. Das Flaggschiff "Barbarossa" und die im
Jann Markus Witt (0203) Bildquelle: Grafik von Albert Lührs, Ammersbek, nach Veit Valentin und O.Neubecker, Die deutschen Farben, 1929, Leipzig
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