
Das Eidersperrwerk bei Sturm

Eisgang vor dem Eidersperrwerk
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Die Eider entspringt an der Ostküste bei
Kiel und mündet bei Tönning an der Westküste in die Nordsee. Durch menschliche
Eingriffe verlagerte sich seit dem Mittelalter die Tiedegrenze (der Bereich, in dem die
Flut der Nordsee einströmt) immer weiter nach Westen. Die Wasserstände stiegen, die
Eider mußte in ihrem Unterlauf durch Dämme gesichert werden. Als der
Nord-Ostseekanal
1895 die Wasserscheide bei Rendsburg durchbrach, stieg der Wasserspiegel um 1,8 Meter.
1936 wurde die Eider deshalb oberhalb von Friedrichstadt bei Nordfeld mit einer Schleuse
abgedämmt. Als Folge gab es Probleme mit der
Entwässerung der Eiderniederung. Die
Zufahrt zum Tönninger Hafen in der verbliebenen Tiedeeider versandete. Nach der Sturmflut
von 1962 wurde mit dem Generalplan Küstenschutz auch der
Bau des Eidersperrwerks beschlossen. Die Eider wurde dafür zwischen dem Eiderstedter
Vollerwiek und dem Dithmarscher Hundeknöll abgedämmt. Die Seedeichline im Eiderbereich
wurde damit von 60 auf 4,8 Kilometer verkürzt. Das Sperrwerk selber hat fünf gewaltige
Doppelhubtore von je 40 Metern Breite und 250 Tonnen Gewicht als Sielverschlüsse. Sie
können bei Sturmfluten das Eidergebiet komplett abriegeln. In normalen Zeiten sollen sie
den Ein- und Auslauf von täglich im Durchschnitt 100 Millionen Kubikmetern Wasser so
regulieren, daß einerseits die Entwässerung des Binnenlandes verbessert, andererseits
durch einen durch Rückstau verstärkten Ebbstrom der Versandung vorgebeugt werden kann.
Eine Schleuse auf der Nordseite des Sperrwerkes erhält die Eiderschiffahrt aufrecht, ein
Tunnel zwischen den Doppeltoren des Eidersperrwerkes verbindet Dithmarschen und
Eiderstedt. Das Großprojekt wurde 1973 eingeweiht, kostete 170 Millionen Mark und gilt an
der Westküste als Jahrhundertbauwerk. Während das Eidersperrwerk bisher allen
Sturmfluten widerstehen konnte, haben sich die Hoffnungen nicht im vollen Umfang erfüllt,
durch das Bauwerk ein Werkzeug zu haben, mit dem die Eider und die Binnenentwässerung
perfekt reguliert werden könnten. -ju-Bildquelle:
Boyens & Co, Fotos Günter Pump; Luftbild Walter Raabe, Friedrichstadt |