Fünf-Prozent-Klausel |
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Die Zersplitterung der
Parteienlandschaft wird als einer der Gründe für das Scheitern der Weimarer
Republik angesehen. Als Lehre daraus wurde bei der Gründung der
Bundesrepublik zwar das den Volkswillen gut abbildende Verhältniswahlrecht
der ersten Republik übernommen, jedoch mit der Fünf-Prozent-Klausel oder
-Hürde der Zersplitterung entgegengewirkt. Das neue Bundesland
Schleswig-Holstein übernahm diese Regelung. Als die CDU 1950 in Kiel die
Regierung übernahm, setzte Ministerpräsident Friedrich-Wilhelm Lübke
(1887-1954) im folgenden Jahr im Landtag eine 7,5-Prozent-Klausel durch. Es
war der Versuch die von ihren deutschen Gegnern sogenannte „Neudänische
Bewegung“ (Bonn greift einDer SSW klagte dagegen vor dem
Bundesverfassungsgericht und gewann 1952. So galt bei der Landtagswahl am
12. September 1954 wieder eine Fünf-Prozent-Klausel. Der SSW scheiterte
jedoch mit 3,5 Prozent (42.242 Stimmen). Neuer CDU-Ministerpräsident wurde
am 11. Oktober 1954 Kai Uwe von Hassel (1913 –1997). Im Vorfeld des
Beitritts der Bundesrepublik zur NATO lag die Initiative nicht länger in
Der Sonderstatus hat BestandSeit der Landtagswahl vom 27.Febraur 2000
ist das bisherige Einstimmenwahlrecht in Schleswig-Holstein vor allem auf
Betreiben von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, unterstützt von der FDP, durch ein
Zweistimmenwahlrecht abgelöst worden. Obwohl der SSW nur nördlich einer
Linie von Eider und Nord-Ostseekanal Kandidaten aufstellt, ist er seitdem
systembedingt nun über seine Landesliste auch in Holstein wählbar. Wahlkampf
betrieb der SSW in Holstein nicht. Die Wählbarkeit der SSW-Liste in Holstein
stößt jedoch auf Protest der CDU. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse und
gutachterlichen Stellungnahmen (Januar 2001), die die Sonderregelung des SSW
auch im neuen Zweistimmensystem für rechtens halten, ist nicht zu erwarten,
daß die seit 1955 geltende Ausnahme für die Vertreter der dänischen
Minderheit in Frage gestellt wird. Dies hat das vom Oberverwaltungsgericht
Schleswig zu Klärung angerufene Bundesverfassungsgericht kurz vor der
Landtagswahl am 20. Februar 2005 erneut bestätigt. (siehe zu dem
Gesamtkomplex auch -ju- (0201/0305) Quellen: Lars Henningsen (Hrsg), SSW – Danksindet politik i Sydslesvig 1945 – 1998, 1998, Flensborg, 1998, Nr 38, Studieafdelingen ved Dansk Centralbibliotek for Sydslesvik, ISBN 87-89178-29-7, Ulrich Lange (Hrsg.), Geschichte Schleswig-Holsteins - Von den Anfängen bis zur Gegenwart (SHG), 2., verbesserte und erweiterte Ausgabe, Neumünster 2003, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02440-6, Zum Lesen empfohlen; Protokolle des Schleswig-Holsteinischen Landtages, S. 619 – 625, 15.Sitzung 31.März 1955 und S. 666 – 668, 16. Sitzung, 23. Mai 1955. Bildquelle: Dansk Centralbibliotek Flensborg: Die Vignette zeigt einen Ausschnitt aus einer Karikatur aus den Kieler Nachrichten vom Januar 1955 |