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Bei den Landtagswahlen am
24.April 1932 wurden die
Nationalsozialisten
zur stärksten Kraft in Schleswig-Holstein. Sie forderten deshalb, in der
Provinz auch an der Macht beteiligt zu werden. Das verweigerte das
SPD-geführte Preußen. Die Lage änderte sich nach dem
Altonaer Blutsonntag
am 17.Juli 1932. Drei Tage später erfolgte der sogenannte "Preußenschlag".
Per Notverordnung wurde die preußische Regierung Braun/Severing abgesetzt
und Reichskanzler Franz von Papen als Reichskommissar für Preußen
eingesetzt. Noch vor den Reichstagswahlen am 31.Juli 1932, bei der die NSDAP
die Mehrheit in Schleswig-Holstein gewann (51.1 Prozent/ Reich 37,3
Prozent), begann die sogenannte "Gleichschaltung". Als erster wurde
Oberpräsident Heinrich Kürbis in den Ruhestand versetzt. Der
Regierungspräsident folgte, auch Landräte sowie die Polizeipräsidenten von
Kiel und
Altona wurden durch "nationale"
Vertreter ersetzt. Nachdem Adolf Hitler ( 1889-1945) am 30.Januar 1933 zum
Reichskanzler ernannt worden war, wurde die Gleichschaltung weiter
vorangetrieben. Doch wollten die Nationalsozialisten sich absichern. Das
passierte durch die Reichstags- und Landtagswahlen sowie die
Provinziallandtags- und Kommunalwahlen im März 1933, die der NSDAP
Mehrheiten brachten. Kurze Zeit später war in den rechten Zeitungen zu
lesen: "Schleswig-Holstein verlangt nationalsozialistische Politik und
nationalsozialistische Führung". Für Kürbis war 1932 Vizepräsident Dr. Thon
zum Oberpräsidenten aufgerückt. Der Konservativ-Nationale wurde nun als
Mitläufer des "SPD-Oberpräsidenten" Kürbis diffamiert. Er mußte am 25.3.
1933 gehen. Seinen Platz übernahm der NSDAP-Gauleiter Hinrich Lohse. Noch im
Laufe des Jahres wurden vier weitere Landräte und vier Oberbürgermeister
entlassen und durch NSDAP-Mitglieder ersetzt. Obwohl SPD und KPD während der
Wahlen im März 1933 massiv behindert worden waren, hatten sie Mandate
gewonnen. Berlin verfügte, da die Mitglieder der KPD unter Verdacht des
Hochverrates stünden, würden sie nicht zur konstituierenden Sitzung des
Provinziallandtags am
10. April 1933 eingeladen. Wer erscheine, sei in Schutzhaft zu nehmen. Die
Sitzung wurde zu einer Parteiveranstaltung der NSDAP. Von den 14
SPD-Abgeordneten trauten sich nur noch acht zu erscheinen. Im Mai wurde die
SPD aus den Parlamenten ausgeschlossen, im Juni 1933 verboten. Gleichzeitig
begann die Konzentration aller Macht- und Kontrollbefugnisse auf den
Oberpräsidenten. Die Gleichschaltung erfaßte schnell auch Polizei, Justiz
und Bildung (
Christian-Albrechts-Universität). Sie
wurde von der Bevölkerung breit getragen. Nur vereinzelt gab es Widerstände.
Die politischen Gegner wurden eingeschüchtert oder mundtot gemacht. Schon
früh entstanden die ersten
Konzentrationslager.-ju- (0802/0605)
Quelle: Peter Wulf, Zustimmung, Mitmachen, Verfolgung und Widerstand - Schleswig-Holstein in der Zeit des Nationalsozialismus, in: Ulrich Lange
(Hrsg.), Geschichte Schleswig-Holsteins - Von den Anfängen bis zur Gegenwart
(SHG), Neumünster 1996, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-0440-6,
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