
König Christian IV. Ausschnitt aus einem Gemälde von Karel van Mander um 1642.

Albrecht Wenzel Eusebius Wallenstein
(1583-1634) |
Mit dem Ausbruch des
Dreißigjährigen Krieges
1618 muß sich der dänische König
Christian IV. (1577*/1596-1648)
der als
Herzog von
Holstein auch einer der großen
protestantischen Fürsten des Deutschen Reiches war, engagieren. Er tat dies
zunächst zurückhaltend. Zum einen war er dynastisch auch katholischen
Fürstenhäuser verbunden, gleichzeitig arbeitete er auf diplomatischem Wege
daran, das 1614 geschlossene niederländisch-schwedischen Bündnis aus dem Weg
zu räumen. Das gelang ihm schließlich 1621 durch den Abschluß eines
dänisch-niederländischen Bündnisses. Nun standen ihm von Seiten der
Niederlande keine Schwierigkeiten mehr ins Haus, als er zwischen 1621 und
1624 die Kontrolle über die Territorien von Bremen, Verden, Schwerin und
Halberstadt gewann. Der ökonomisch schwache Herzog von
Braunschweig-Wolfenbüttel war weitgehend von Subsidien seines dänischen
Onkels abhängig und hatte ihm verschiedene Territorien verpfänden müssen.
Christian IV. hatte Anfang der 1620er Jahre sein politisches Ziel erreicht
und im Niedersächsischen Kreis eine neue, starke Position aufgebaut. Damit
war Christian auf der Höhe seiner Macht und ließ sich auf das
Kriegsabenteuer, den Kaiserlichen Krieg - wie er in der Landesgeschichte
heißt - ein. Im April 1625 wurde er nicht ohne Gegenstimmen zum Kriegsoberst
des Niedersächsischen Kreises gewählt. So war er auch weitgehend auf seine
eigenen - zu diesem Zeitpunkt jedoch noch erheblichen - Reserven angewiesen,
um eine Truppe mit knapp 30.000 Fußsoldaten und 8.000 Reitern aufzustellen.
Sein Vorstoß im mittleren Niedersachsen endeten mit der Niederlage gegen die
kaiserliche Streitmacht unter Tilly bei Lutter am Barenberg im Harzvorland
am 17. August 1626. Der überstürzte Rückzug über die Elbe zog die
kaiserlichen Truppen nach. Durch die verfehlte Politik des Königs erreichte
Mitte Juli 1627 der Krieg auch die bis dahin verschont gebliebenen
Herzogtümer. Tilly wurde bei Belagerung des Pinneberger Schlosses verletzt
und schied aus; Wallenstein übernahm als Oberbefehlshaber den jütischen
Feldzug. Itzehoe und die Breitenburg fielen nach kurzer Belagerung durch
Wallenstein,
Rendsburg nach zwei Wochen.
Holstein, Schleswig und Jütland waren bald in der Hand der “Kaiserlichen”.
Nur die
Festungen Krempe und
Glückstadt
hielten stand, bis Krempe im November 1628 kapitulieren mußte. Der Krieg
ging aufgrund ausbleibender Hilfen der westeuropäischen Verbündeten
verloren, doch konnte die Stärke der Festung Glückstadt – auch aufgrund der
mangelnden Seekriegsstreitkräfte der kaiserlichen Heerführer – nicht
überwunden werden. Auch die dänischen Inseln blieben deshalb für die
"Kaiserlichen" unerreichbar. Mitte Januar 1629 begannen in Lübeck
Friedensverhandlungen. Im Februar trafen sich Christian IV. und der
Schwedenkönig Gustav Adolf in Ulfsbäk, doch Christian lehnte schwedische
Hilfe ab, weil er auf eigene Kräfte hoffte. Am 10. April schickte er Oberst
Morgan mit sechs Regimentern von Glückstadt aus mit Schiffen zu den
nordfriesischen Inseln. Sylt, Föhr und Nordstrand wurden genommen, und dann
ging es auf das Festland: Dagebüll, Tondern und Bredstedt fielen. Im Mai
landete König Christian von Fünen aus in Angeln und belagerte Schloß Gottorf.
Wismar und Travemünde wurden von der dänischen Flotte blockiert. Jetzt
reagierten die kaiserlichen Feldherren Wallenstein und Tilly und stimmten
einem Friedenschluß mit Dänemark zu. Die Bedingungen lauteten: Jütland,
Schleswig und Holstein wurden von den Kaiserlichen geräumt, alle Gefangenen
kamen frei. König Christian IV. mußte auf die niedersächsischen Bistümer
verzichten. Am 17. Mai unterzeichnete der König auf Taasinge am
Svendborgsund den Lübecker Traktat, am 31. Mai wurde der Friede ausgeblasen.
Bis Ende Juni hatten die Kaiserlichen das Land verlassen. Ein insgesamt
milder Frieden für Christian. Wallenstein akzeptierte ihn, weil er freie
Hand brauchte, um dem weitaus gefährlicheren Schwedenkönig Gustav-Adolf
entgegentreten zu können. Die Bewohner der Herzogtümer hatten unter
Einquartierungen, Plünderungen, Bränden und Vergewaltigungen stark gelitten.
Viele Bauernhöfe verödeten und konnten nicht wieder besetzt werden. Der im
16. Jahrhundert gewonnene Wohlstand und die damit erreichte Blüte des Landes
waren dahin. Allerdings waren die Äcker und Wiesen noch in Kultur. Bis zum
Ausbruch des
Schwedisch-Dänischen
Kriegs 1643 konnten die Herzogtümer so erneut von der Agrarkonjunktur
profitieren. LS/ju (0201/0404)
Quellen: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und Ortwin Pelc (Hrsg.),
Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN
3-529-02441-4,
Zum Lesen empfohlen; Ulrich
Lange (Hrsg.),Geschichte Schleswig-Holsteins - Von den Anfängen bis zur
Gegenwart (SHG), 2. verbesserte und erweiterte Ausgabe, Neumünster 2003,
Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02440-6,
Zum Lesen empfohlen
Bildquelle: Det Nationalhistorike Museum Frederiksborg |