Kaperer |
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| Die Kaperfahrt entstand aus dem Unvermögen
mittelalterlichen Herrscher, ihre Bewohner vor Übergriffen auf See zu schützen. Konnte
ein Geschädigter seinen Verlust nicht wieder eintreiben, bekam er einen
"Repressalienbrief" und durfte sich auf eigene Faust für das erlittene Unrecht
entschädigen indem er auf Kaperfahrt ging. Auch konnten nur die wenigsten der
mittelalterlichen Küstenstädte oder Fürsten eigene Kriegsflotten unterhalten. Die
Herrscher warben deshalb private Schiffseigener, stellten ihnen Kaperbriefe aus, die es
ihnen erlaubten, auf eigenes Risiko feindliche Handelsschiffe zu überfallen. Kaperer
wurden im Mittelalter "Auslieger" genannt. Sie bildeten das
Gros der mittelalterlichen Kriegsflotten. Bei der Auswahl der sozusagen freiberuflichen
Verbündeten war man nicht besonders wählerisch. So gelang es durchaus auch Piraten, in
den Besitz von Kaperbriefen zu kommen. Einige von ihnen sammelten sie sogar, um im Falle
ihrer Ergreifung die jeweils passende Legitimation aus der Tasche zu ziehen. Andere
Auslieger ignorierten einfach das Ende eines Krieges und machten weiter Beute, womit sie
nach damaligen Rechtsverständnis zu Piraten wurden. Die Grenzen zwischen Kaperei und
Piraterie
erwiesen sich als fließend, und definierte sich häufig allein darüber, ob man Besteller
oder Opfer war. Beispiel dafür sind besonders die Die
Vor diesem Hintergrund ist nicht nur festzuhalten, das die Übergänge zwischen Kapererei und Seeräuberei fließend waren. Nicht zuletzt durch die Quellenlage sind uns vor allen die Positionen der historischen Sieger überliefert. Sie haben damit die Deutungshoheit gewonnen und mußten zu ihrer Zeit, um den erheblichen Aufwand der "Piratenjagd" sowie die drastischen Strafen zu rechtfertigen, ein Interesse daran haben, sie zu kriminalisieren. Analog dazu ist die Diskussion um die "Raubritter" des Mittelalters zu sehen, die zur Zeit geführt wird und geeignet ist, zu neuen, differenzierteren Einschätzungen zu kommen. Mit je nach Standpunkt Piraterie oder Kaperei waren
Kauffahrer aus den Jann-Markus Witt / LS (TdM 0301) 0401 |