Kieler Woche |
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Am 23.Juli 1882 starteten 20 Yachten, darunter eine dänische, vor dem Düsternbrooker Ufer in |
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Nach dem Ersten Weltkrieg sollte die Kieler Woche kein Fest der Elite mehr sein, dem das Volk nur zusehen darf. Aus dem Segelfest wollte man ein Sportfest machen. Doch in letzte Minute wurde alles abgesagt. Die Annahme der Versailler Friedensbedingungen stand unmittelbar bevor. In diesen Tagen "tiefster Demütigung" wollte der Kaiserliche Yachtclub nicht zu fröhlichen Wettkämpfen auffordern. Damit war auch die Idee des Kieler Sportfestes zu den Akten gelegt. Ab 1920 gab es wieder die Regatten zur Kieler Woche. Da die Zeiten der großen Yachtschoner mit ihren Herrenseglern und professionellen Mannschaften vorbei war, wurden kleine Bootsklassen gefördert. Die Meldezahlen der Nachkriegsjahre lagen niedrig. Man hatte andere Sorgen. Politisch war Deutschland isoliert, und so blieb man lange unter sich. Nur einige Segler aus dem neutralen Schweden kamen nach Kiel. Erst nach 1926 ging es wieder aufwärts. Nachdem Deutschland in den Völkerbund aufgenommen worden war, wurde die Kieler Woche wieder zu einem internationalen Treffen für Segler und die Marine. 1933 nahmen sich die Nationalsozialisten der Kieler Woche an, die "im Interesse des Volksganzen in Zukunft mehr zu Veranstaltung des gesamten Volkes" werden sollte. Sie wurde zur "Reichssache". Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten übernahm 1934 die Organisation. "Mit eisernem Besen" wollte er mit der "Eigenbrötelei restlos Schluß machen". Die gleichgeschalteten Zeitungen prophezeiten die Rückkehr zu alter Größe. In der Tat kamen 540 Boote aus 14 Nationen. Den ausländischen Gästen gegenüber war man offen, freundlich, betont friedlich. Gleichzeitig wurden jedoch die Organisationen der NSDAP mobilisiert, um mit Aufmärschen und Großveranstaltungen die Macht des "Dritten Reiches" nach innen und außen zu demonstrieren. Selbst im Jahr der Segelolympiade 1936
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Nach dem zweiten Weltkrieg nahmen die britischen Besatzer die Tradition wieder auf. Schon September 1945 gab es eine "Kiel Week", 1946 die zweite. Die Stadt indessen tat sich mit dem Erbe schwer. Sie ließ nicht das Segelereignis, sondern die Herbstwochen für Kunst und Wissenschaft aus der 1920er Jahren wieder aufleben. 1948 gab es erstmals zwei Kieler Wochen. Im Sommer ein noch bescheidenes Seglertreffen, im Herbst die Kultur. Ausrichter der Regatten war der Kieler-Yachtclub (KYC). Er hatte sich 1946 neu gegründet, nachdem der Kaiserliche Yacht-Club von den Nationalsozialisten zum "Yacht-Club von Deutschland" gemacht worden war, den schließlich die Briten auflösten und dessen Eigentum sie beschlagnahmten. 1949 dann wurden Sport und Kultur zu der Kieler Woche vereinigt, wie sie bis heute begangen wird. 1954 bot Kiel wieder das größte Seglertreffen der Welt. Die Segel- und Kulturwoche wurde auch wieder ein Forum für die Diplomatie. Bonner Prominenz traf sich am Rande der Kieler Woche mit ausländischen Politikern. Besonders die Beziehungen zu den skandinavischen Nachbarn wurden reaktiviert. In den 1970er bis 1990er Jahren setzte die Kieler Woche bewußte und wesentliche Akzente für Annäherung an die Staaten des Ostblocks. 1957 - die Kieler Woche feierte ihr 75jähriges Bestehen - kamen 300 Yachten mit 800 Seglern aus 13 Nationen. Dazu hatte die junge Bundesmarine Flottenbesuche aus den USA, Großbritannien und Frankreich. Ein Bild wie in alten Tagen, merkte die "Kieler Volkszeitung" nicht ohne Kritik an. Doch die Kieler Woche hatte nicht nur durch das Kulturprogramm schon neue Akzente bekommen. Sie wurde Zug um Zug auch zu einem Fest für die gesamte Bevölkerung. Holstenbummel, Internationaler Markt, Angebote in der ganzen Stadt und vor allem für Kinder prägen inzwischen das Programm. Mit der
Quelle: Jürgen Jensen, Die Kieler Woche, Deutschland und die Welt, in: Geschichte der Stadt Kiel, herausgegeben von Jürgen Jensen und Peter Wulf, Neumünster 1992, S. 457 ff., ISBN 3-529-02718-9, Wachholtz Verlag Neumünster, www.wachholtz.de Bildquellen: Stadtarchiv Kiel |