Kiel Radio |
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| Die erste Küstenfunkstelle
für den Bereich der deutschen Ostsee entstand 1911 in Swinemünde. Sie wurde
1932 nach Rügen verlegt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und nachdem
absehbar war, daß die Zonen der Westalliierten politisch von der
sowjetischen getrennt blieben, ergab sich die Notwendigkeit, eine neue
Seefunkstelle für den westlichen Bereich der Ostsee zu schaffen. Im März
1946 erhielt die Oberpostdirektion in
Mit der Zunahme des Schiffsverkehrs überlebte sich das Provisorium in Kiel-Hassee. Auf den Fundamenten für einen Flakbunker entstand in Kiel-Schilksee am Steilufer ein Neubau, der am 11.März 1951 in Betrieb ging. Da sich die Sende- und Empfangsantennen nicht stören sollten, baute man die Sendemasten in Scharnhagen bei Dänischenhagen auf. Jetzt konnten Telegramme und Gespräche zwischen Schiffen (den sogenannten "Seefunkstellen") und dem Festland über Kurzwelle (KW), Ultrakurzwelle (UKW) und Grenzwelle (GW) vermittelt werden. "Kiel Radio" vermittelte nicht nur Gespräche und gab die für die Seefahrt überaus wichtigen Wetterberichte und Warnmeldungen zu festen Zeiten heraus: rund um die Uhr wurde auch der Seefunk abgehört, um Seenotmeldungen aufzufangen und Hilfe zu organisieren. "Kiel Radio" hat so geholfen, manches Menschenleben zu retten und den Verlust von Schiffen zu verhindern. Mit dem Aufkommen der weltweiten satellitengestützten Datenübertragung auf den Weltmeeren (INMARSAT) seit den 1980er Jahren sowie der in Küstennähe verfügbaren Mobiltelefonie sank der Arbeitsanfall für Kiel Radio kontinuierlich. Am 31.Dezember 1994 hatte "Kiel Radio" den letzten Funkkontakt. Seitdem ist der Küstenfunk für die Deutschen Küsten bei Norddeich Radio zusammengefaßt. Joachim Thun (1203) Quelle: Herbert Gondermann, Die Küstenfunkstelle Kiel Radio - Eine Chronik. Post- und Telekommunikationsgeschichte Regionalbereich Nord Heft 1-1996 |