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"Kleien" nennt man das traditionell im
siebenjährigen Turnus wiederholte Ausheben und damit Reinigen der Gräben und Wettern ( Entwässerung)
in den Marschen von Ablagerungen (Sedimenten) und Bewuchs. "Gekleit" wird mit
einem besonders stabilen Spaten mit einen sehr schmalen und sich zur Schneide wenig
verbreiternden Blatt, das sehr lange überwiegend aus Holz bestand. Der Kleispaten erlaubt
ein sehr präzises Arbeiten in den schweren tonigen und oft bläulichen Marschboden. Durch
das Kleien soll der Abfluß des Wassers aus der Marsch gesichert werden. Heute wird die
Arbeit oft mit Maschinen erledigt. Fast völlig durch Drainagerohre ersetzt sind
inzwischen die kleinen Abzugsgräben auf Fennen (Weiden) und Feldern, die
"Grüppen". Sie behindern den Einsatz der großflächig arbeitenden Anbaugeräte
der Schlepper. Grüppen prägen dagegen nach wie vor das Deichvorland. Hier sichert das
regelmäßige Kleien den Bestand und das Anwachsen des Vorlandes. Das ist heute zwar nicht
mehr wichtig für die Landgewinnung, jedoch entscheidend für die Sicherheit der Deiche.
Ein hohes Vorland schützt nicht nur den Deichfuß, es bremst und beruhigt bei Sturmfluten
auch das auf die Deiche drängende Wasser. In den Gräben und Grüppen setzen sich mit der
Zeit Schwebstoffe ab (Sedimentation). Dieser Schlick wird beim Kleien jeweils in die Mitte
eines Feldes zwischen zwei Grüppen geworfen. Durch die Fluten werden diese flachen Wälle
geebnet, überwachsen mit Salzgras und führen so dazu, daß das Vorland langsam
anwächst, sich also erhöht. -ju-Quelle: SHLEX
Bildquelle: Archiv Heider Heimatmuseum |