Kleinbahnen |
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![]() Wo Schmal- und Normalspur zusammentrafen, gab es auch kurze "Dreischienengleise" wie auf diesem circa 1950 entstandenen Bild aus Kappeln. |
1835 fuhr die erste |
Kleinbahnen auf großer Spur |
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![]() Karte des Kleinbahnnetzes in Schleswig-Holstein. Durch einen Doppelklick öffnet sich die Karte in einem neuen Rahmen. Zu dieser Karte gehört auch ein Register aller Strecken.
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Das gesamte Kleinbahnnetz Schleswig-Holsteins wuchs auf eine Länge von 1271 Kilometern an. Kleinbahn bedeutete dabei nicht überall Schmalspur. Auf der Meterspur wurden nur knapp die Hälfte des Netzes gefahren. Die andere benutzte die Normalspur. Diese Strecken sollten einen einfachen Übergang auf die "Vollbahnstrecken" ohne Umladen von Gütern oder Umsetzen der Waggons mit Hilfe von Rollböcken ermöglichen. Dazu gehörten unter anderem die Schleswiger Kreisbahnen und die Südstormarnsche Kreisbahn. Das ausgedehnte Meterspurnetz war zu einem großen Teil auf den Einfluß des Ingenieurs Emil Kuhrt zurückzuführen, der in der Anfangszeit an einigen Kleinbahnen mit plante und baute. So war er an den Inselbahn auf Sylt und den Kleinbahnen des Kreises Flensburg beteiligt. In
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Eisenbahnbau als Kreisangelegenheit |
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Die (Klein-)Bahn als Schrittmacher der neuen Zeit. Anzeige aus dem Landwirtschaftslichen Wochenblatt von 1884.
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Für den Bau der Kleinbahnstrecken sind einige Gemeinsamkeiten festzuhalten. So ging die Initiative fast immer von privater Seite aus. Das Kapital jedoch brachten die |
Die große Zeit der kleinen Bahnen |
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![]() Postkarte vom Bahnhof Holligstedt-Dörpstedt um 1910. Mit der Kreisbahn war auch hier eine Bahnhofswirtschaft entstanden.
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Zwischen 1880 und 1916 waren alle Kleinbahnstrecken in Schleswig-Holstein erbaut worden, und in diesen Jahren waren sie auch sehr erfolgreich: Jedes Jahr stieg die Menge der beförderten Güter und die Zahl der Passagiere. Der damit verbundene Aufschwung der Landwirtschaft im ganzen Land war ebenfalls immens. Fast alle Strecken fuhren (wenn manchmal auch nur sehr überschaubare) Gewinne ein. Die Folge war, daß die Strecken modernisiert werden konnten, neue Waggons und leistungsfähigere Lokomotiven angeschafft wurden. Man hoffte, die Eisenbahnstrecken blieben auch weiterhin erfolgreich und irgendwann verzinse sich das eingesetzte Kapital. Während des Ersten Weltkrieges zeigte sich jedoch, wie trügerisch diese Hoffnungen gewesen waren: Der Personen- und der Güterverkehr gingen bald deutlich zurück, Material wurde für den Kriegseinsatz requiriert und Personal eingezogen. Dazu kam eine permanente Knappheit an Kohle. Die Gewinne fast aller Kleinbahnen brachen ein, bei einigen so sehr, daß sie erstmals in die roten Zahlen fahren mußten. Durch die Grenzlandabstimmung von 1920 ( |
Scheinblüte vor dem Niedergang |
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![]() Sanierungsarbeiten an der Schleswiger Kreisbahn 1927
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In der Zeit der Weimarer Republik erlebten die Kleinbahnen noch einmal eine kurze Blüte. Sie endete allerdings schon in den 1930er Jahren und führte dazu, daß erste Strecken stillgelegt wurden. Dazu gehörten unter anderem 1936 die Kreisbahn Flensburg-Rundhof, 1936/37 die Kreisbahn Norderdithmarschen sowie 1939 die Inselbahn auf Amrum. Zu dieser Zeit wurde die Konkurrenz durch Bus und LKW übermächtig (siehe auch
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Was blieb, was wird |
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![]() "Nu isser weg, man fehlt ihm doch!" ließen Flensburger Bürger auf eine Kranzschleife zum Ende ihrer Kreisbahn am 1.4.1953 drucken. Das Bild zeigt die Abbrucharbeiten der Schmalspurgleise im Frühjahr des gleichen Jahres. |
Und heute? Heute sind von dem gesamten Streckennetz nur noch drei Museumseisenbahnen übrig geblieben. Eine ist "Hein Lütjenburg", die Kleinbahn, die noch auf einem Teil der ehemaligen Strecke von Malente nach Lütjenburg zuckelt, die andere die Angelner Museumsbahn, die auf der Strecke Süderbrarup-Kappeln im Sommer unterwegs ist, zwischen der Gemeinde und dem Ostseestrand verkehrt schließlich die Schönberger Museumsbahn. Diese Strecke interessiert momentan wieder die Politik. Im "Landesweiten Nahverkehrsplan 2002" wird eine Reaktivierung der gesamte Linie Kiel-Schönberg für möglich gehalten. Auch ist angedacht, - zumindest während der Saison im Sommer - diese Strecke über die Museumsstrecke weiter bis an den Schönberger Strand zu befahren. Offen ist, ob der Plan je Wirklichkeit wird. Dagegen stehen Investionen von circa 23 Millionen Euro für die gesamte Strecke und ein jährliches Defizit aus dem Betrieb, daß auf 2,5 Millionen Euro geschätzt wird. Seit der Bund von 1994 an den Nahverkehr regionalisiert hat und in Schleswig-Holstein mehr Strecken als in jedem anderen Bundesland im Wettbewerb ausgeschrieben werden, hat zumindest der Personenverkehr auf der Schiene wieder um ein Fünftel zugenommen. Auch werden stillgelegte Bahnstrecken wieder reaktiviert. Ob damit (zumindest auf der Normalspur) auf Sicht auch eine Renaissance des ehemals großen Kleinbahnnetzes begonnen hat oder doch nur Museumsbahnen an diese Zeit erinnern werden, bleibt abzuwarten. Sven Bracke (TdM 0402) Bildnachweis: Gemeinsames Archiv des Kreises Schleswig-Flensburg und der Stadt Schleswig, Schleswig; Matthias Schartl (Hrsg.), Schiene/Straße/Schiff - 100 Jahre Verkehrsbetriebe des Kreises Schleswig-Flensburg (1901 - 2001), Kulturstiftung Schleswig-Flensburg, 2001, ISBN 3-935741.00-6; Karte: Gerd Wolff, Deutsche Klein- und Privatbahnen, Teil 1: Schleswig-Holstein, Hamburg. Gifhorn, 1972. S. 3. |