Landkreise |
|||||||||||||||||||||||||
|
Am 12.1.1867 verleibte sich das Königreich Preußen die
Ein Schritt vor, einer zurückInteressant sind die "Privatgedanken" Klenzes, weil die bereits am 22.9.1867 in Kraft gesetzte "Kreis- und Distriktsordnung" der Preußen im Kern das Land aufteilte, wie er es vorgeschlagen hatte. Ziel war es, nach preußischem Vorbild Kreise zu schaffen, die zwischen 570 und 850 Quadratkilometer groß waren und 40.000 bis 60.000 Einwohner hatten. 19 sollten es ursprünglich sein. Da die bis dahin eigenständige Landschaft Eiderstedt nicht in den Kreis Husum wollte, wurden es 20. Es entstand eine Struktur, die in ihren Grundzügen bis heute gilt. Im Bereich des ehemaligen Herzogtums Schleswigs wurden die Kreise
Apenrade, Eckernförde, Eiderstedt,
Landräte mit JanuskopfMit der Kreisordnung von 1867 wurde die Rolle des Landrates bis heute festgelegt. Er ist seitdem von Amts wegen Diener zweier Herren. Er muß die Beschlüsse der kommunalen Selbstverwaltung umsetzen und ist zugleich untere Landesbehörde, muß also Vorgaben, Gesetze und Verordnungen der Provinz beziehungsweise heute des Landes umsetzen. Der Landrat in Schleswig-Holstein hat so einen Januskopf (einen mit zwei Gesichtern). Erst mit der neuen Kreisordnung vom 1.4.1889 wurde der Landrat nicht mehr vom König eingesetzt, sondern aus der Mitte des Exekutivorgans, des Kreisausschusses, gewählt. Auch wurde die ständische Ordnung durch eine Repräsentativordnung nach dem Dreiklassenwahlrecht abgelöst, das bis 1925 bestand. Danach hatten Männer und Frauen ab dem 20. Lebensjahr das kommunale Wahlrecht. Gewählt wurde nach dem Verhältniswahlrecht auf vier statt der bisher üblichen sechs Jahre. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden auch die Kreise "gleichgeschaltet". Am 17.7.1933 wurden die Kreistage aufgelöst. Seit 1939 lag die Kommunalverwaltung auf dem Lande allein bei den Landräten, die de facto die Vorgaben von Reichsregierung und Partei umzusetzen hatten.
Neuanfang nach 1945Die britische Besatzungsmacht wollte auch in Schleswig-Holstein eine Kommunalverwaltung nach angelsächsischem Vorbild einführen. Die "community" sollte ihre eigenen Belange aus sich selbst heraus verwalten. Die ersten Kreistagswahlen fielen noch vor der Bildung des neuen Bundeslandes auf den 13.10.1946. Erst als die Bundesrepublik schon gegründet war, verabschiedete der Landtag in Kiel am 27.2.1950 die neue Kreisordnung. Darin waren die Aufgaben klar getrennt: Das Land setzte den Rahmen, die Kreise verwalteten vor Ort. In der Folgezeit wurde das Prinzip immer weiter ausgehöhlt. Es entstand ein Dualismus zwischen staatlichen und kommunalen Aufgaben. Das Land schuf zunehmend eigene Verwaltungen, die bis auf die örtliche Ebene durchgriffen. 1977 wurde die Kreisordnung novelliert, der Widerspruch zwischen örtlicher Selbstverwaltung und Wahrnehmung von Landesaufgaben wurde dadurch jedoch nicht aufgehoben, sondern verstärkt. Auch mit dem Wechsel der Regierungsverantwortung von der CDU auf die SPD 1988 änderte sich daran nichts. Mit der Kommunalreform von 1995 werden die Landräte seit 1998 direkt gewählt. Die erst 1998 vollendete Kommunalreform wird von allen Fraktionen der Landtages als nicht ausgewogen eingeschätzt; auch gibt es das Ziel, wieder mehr Aufgaben auf die kommunale Ebene zurückzuübertragen. Eine Novelle ist zur Zeit in der Diskussion. Erörtert wird vor allem die Frage der Stellung der hauptamtlichen Verwaltungschefs, weil in Städten und Landkreisen die Rolle der ehrenamtlichen Vertreter seit der Aufwertung von Landräten (und hauptamtlichen Bürgermeistern) durch die Direktwahl unterbewertet erscheint.
|
||||||||||||||||||||||||
Kreisreform |
|||||||||||||||||||||||||
![]() Protest gegen die Kreisgebietsreform 1969 im Kreis Oldenburg |
Während die Zusammenfassung von Gemeinden
bis heute in Ansätzen stecken geblieben ist (
Kleine Dörfer, große KreiseAufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten und der Siedlungsdichte sind die Kreise in Schleswig-Holstein unterschiedlich geschnitten. So hat der Kreis Pinneberg nur 662 Quadratkilometer Ausdehnung, jedoch über 260.000 Einwohner. Dithmarschen hat nur 127.000 Einwohner, aber weitaus mehr Fläche als der dichtbesiedelte Kreis Pinneberg. Größter Kreis ist der ebenfalls nur dünn besiedelte Kreis Nordfriesland mit über 2.000 Quadratkilometern. Mit einem Durchschnitt von 177.000 Einwohnern und 1 400 Quadratkilometern liegen die Kreise in Schleswig-Holstein heute weit über dem Durchschnitt des Bundesgebietes. -ju- (TdM 0701/0801/1003) Tipp: www.sh-landkreistag.de Quellen: Alfons Galette, Seite 7 ff., in :”125 Jahre Kreise in Schleswig-Holstein”, herausgegeben vom Schleswig-Holsteinischen Landkreistag, 1992, www.wachholtz.de,, Neumünster, ISBN 3-529-02724-3; ”Einführung in die ersten Jahre der preußischen Verwaltung in Schleswig-Holstein” Werner Franz, Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (ZSHG), Bd. 82 und 83, 1959 Bildquelle: ”125 Jahre Kreis in SH” s.O., Vignette: Logo des Landkreistages
|