
Der erste gewählte Landtag tagt in der
Pädagogischen Hochschule in Kiel
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Durch die
Verordnung Nr. 46 vom 23.
August 1946 schufen die britischen Besatzer die Grundlage für das
Entstehen des Bundeslandes Schleswig-Holstein und leiteten damit
gleichzeitig die Auflösung Preußens ein. Am 15. November setzten sie den
ehemaligen Rendsburger Landrat und NS-Regimegegner Theodor Steltzer als
Ministerpräsident ein. Am 26. Februar 1946 tagte im Neuen Stadttheater in
Kiel der erste von den britischen Besatzern ernannte "Provinziallandtag"
für Schleswig-Holstein. Drei Monate später genehmigten die Briten am 14.
Mai 1946, dass sich das Gremium nun „Landtag nennen durfte und es einen
Ministerpräsidenten, eine Landesregierung und eine Landesverwaltung geben
sollte. Am 15. September und 13. Oktober gab es die ersten Gemeinde- und
Kreiswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg. Um eine Art demokratischer
Legitimation zu schaffen hatte Steltzer gefordert, die Ergebnisse dieser
Wahlen im Landtag zu berücksichtigen. Am 2. Dezember 1946 wurde deshalb
ein zweiter Landtag ernannt. Er spiegelte die Kommunalwahlergebnisse. Von
den 60 Abgeordneten kamen 21 aus den inzwischen gewählten
Kreisvertretungen. Am 20. April 1947 wurde der erste Landtag gewählt. Die
Wahlen waren frei und geheim, das Wahlrecht allgemein und gleich. Da die
SPD die Wahl gewann, wurde sie vom britischen Gouverneur aufgefordert, die
Regierung zu bilden. Die von Hermann Lüdemann gebildete Regierung war im
Amt, bevor der erste gewählte Landtag zusammentrat. Das geschah
symbolträchtig genau zwei Jahre nach der Kapitulation am 8. Mai 1947.
Damit begann endgültig der Aufbau des
Landes Schleswig
Holstein. Mit Ausnahme der ersten und der elften ( Barschel-Pfeiffer Affäre)
dauerten die Legislaturperioden jeweils vier Jahre. Mit der Konstituierung
des Landtages am 28. März 2000 hat die 15. Legislaturperiode begonnen. Sie
ist die erste fünfjährige.
Ulrich Lange (ulla) (TDM 0202/0302/0806) Tipp: Informationen zur Geschichte der Landtage des Bundeslandes Schleswig-Holstein, zu Wahlergebnissen, den Abgeordneten und den Mitgliedern der Regierungen finden sich unter
www.sh-landtag.de. Neu liegen jetzt zusätzlich eine CD und ein Programm zum Runterladen vor, mit dem alle Wahlen zum Landtag seit 1947 wahlkreisscharf in Karten und Diagrammen dargestellt werden können und verschiedene Parameter insgesamt und regionalisiert dargestellt und verknüpft werden können. Die CD wurde erstellt vom Atlasprojekt der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte und vom Landtag finanziert. Näheres unter
www.sh-landtag.de oder über
www.histatlas.uni-kiel.de.
Quellen: Ulrich Lange (Hrsg.),Geschichte
Schleswig-Holsteins - Von den Anfängen bis zur Gegenwart (SHG), 2.
verbesserte und erweiterte Ausgabe, Neumünster 2003, Wachholtz Verlag,
ISBN 3-529-02440-6,
Zum Lesen empfohlen
Bildquelle: Schleswig-Holsteinischer
Landtag
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