Lockstedter Lager |
|
![]() Die Finnischen Jäger bei einer Übung |
Auf
den ausgedehnten Heideflächen zwischen den Steinburger Städten Itzehoe
und Kellinghusen, richtete das preußische Militär nach dem
deutsch-dänischen Krieg (2. ... und die „Finnischen Jäger“Am 25. Februar1915 kamen die ersten 55 Finnen im Lockstedter Lager an. Sie waren auf abenteuerlichen Wegen aus dem von Russland beherrschten Finnland nach Lola gekommen. Nach und nach wuchs ihre Zahl auf rund 1.500 an. Im Lager wurden sie als “Finnische Pfadfinder” bezeichnet und in das Königlich-Preußische Jägerbataillon Nr. 27 integriert und ausgebildet. Als “Finnische Jäger” kehrten sie genau drei Jahre später am 25.Ferbruar 1918 in ihre Heimat zurück und landeten bei Vaasa. Sie bildeten den Kern der Armee von Feldmarschall Mannerheim im erfolgreichen Unabhängigkeitskampf gegen die russischen Besatzer. Der Wasserturm als Wahrzeichen des Lockstedter Lagers ist noch bis heute (angeblich) jedem Kind in Finnland bekannt.Aus LoLa wird die Gemeinde LockstedtNach dem ersten Weltkrieg wurden im LoLa Flüchtlinge aus den Ostgebieten einquartiert. 1926/27 wurde die Landgemeinde „Lockstedter Lager“ gegründet. 1928 siedelte sich mit der Bürstenfabrik H.A. Schmidt außerhalb des Lagers der erste Industriebetrieb an. Aus der Fabrik stammen die lange sehr bekannten “LoLa-Bürsten”. 1934 wurde mit dem Bau der “Heeresmunitionsanstalt” (Muna) begonnen. 1939 arbeiteten dort 1.000, 1944 4.000 Menschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Lockstedter Lager erneut zu einem Flüchtlingslager. Auf dem ehemaligen Muna-Gelände siedelten sich die Arzneimittelhersteller Pohl-Boskamp und die Firma H. Nier an, die aus dem Erzgebirge stammte und bis heute auch die “Feuerhand” Petroleumlampen herstellt. 1956 wurde die Gemeinde Lockstedter Lager in “Hohenlockstedt” umbenannt. Die Gemeinde hat heute gut 6.000 Einwohner, pflegt besonders mit Finnland eine enge Partnerschaft. Das ehemalige Militärlager war bis 2004 Standort für eine Heeresfliegereinheit auf dem “Hungrigen Wolf”. Im Rahmen der zweiten Truppenreduzierung der Bundeswehr nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes hatte das Bundesverteidigungsministerium im beschlossen, den Standort Hohenlockstedt aufzugeben. Damit endete in der Gemeinde die 1864 begonnene militärische Tradition.-ju- (0401 / 1111) Quelle: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und
Ortwin Pelc (Hrsg.), Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz
Verlag, ISBN 3-529-02441-4,
Zum Lesen empfohlen Bildquellen: Vignette: Wasserturm Lokstedter Lager, Gemeinde Hohenlockstedt |

Luftbild vom Barackenlager