Matjes |
|
![]() Mit Loggern wie der SG 19 begann die Heringsfischerei in Glückstadt. Das Schiff wurde 1906 gebaut und sank 1914.
|
Mit Beginn des 17. Jahrhunderts kam der niederländische Matjes aus der Nordsee auf den Markt. Er galt als die "vornehme" Alternative zum gesalzenen
Landgekehlt und landgesalzen1968, also am Anfang des Endes der eigenen Heringsfischerei, wurden in Glückstadt erstmals die Matjeswochen gefeiert. Sie haben bis heute Bestand, auch wenn das Rohmaterial für den "Glückstadter Matjes" inzwischen größtenteils gefroren per Lkw aus den Niederlanden oder Dänemark über die Straße anrollt. Noch immer werden in Glückstadt "jungfräulicher Heringe" zu Matjes veredelt und in Kantjes eingelegt - also landgekehlt und landgesalzen. Die gern erzählte Geschichte jedoch, der Glückstädter Matjes unterscheide sich durch seine sogenannte "enzymische Reife" grundsätzlich vom niederländischen, ist gut, aber frei aber erfunden. Der für die angeblich andere Form der Fermentation verantwortliche Darmrest bleibt immer und nicht nur beim Kehlen des Glückstadter Matjes. Trotzdem erfreuen sich die in Glückstadt hergestellten Matjes wohl zu recht besonderer Beliebtheit. Carsten Jahnke (1101/0303) Quellen: Carsten Jahnke, Das Silber des Meeres. Fang und Vertrieb von Ostseehering zwischen Norwegen und Italien (12.-16. Jahrhundert), (Quellen Darstellungen zur hansischen Geschichte, N.F., Bd. 49), Köln, Weimar, Wien, 2000, Böhlau Verlag, ISBN 3-412-10599-6; Gerhard Köhn, Seegekehlt und seegesalzen - Die Loggerfischerei von der deutschen Nordseeküste ... , Soest, 1994, Westfälische Verlagsbuchhandlung Mocker & Jahn, ISBN 3-87902-800-1; Tatjana Ceynowa, Detlefsen-Museum, Glückstadt Bildquelle: Alle Bilder Detlefsen-Museum, Glückstadt; die Vignette zeigt den 1903 gebauten Segellogger "Seestern" mit seiner Mannschaft |
|
|
|