Rum |
|
![]() „Rom“ – Werbung für den skandinavischen Markt |
1755 segelte die „Neptunus“ als erstes
Schiff aus
|
Pyre Rum |
|
![]() Gleich nach dem Ernten kam das Zuckerrohr in die „Mühle“ |
Rum ist ein Abfallprodukt der
Produktion von Rohrzucker. Nach zwölf Monaten Reife wird Zuckerrohr
geschlagen. Weil der Saft schnell verdirbt, wird das Rohr möglichst noch am
Tag der Ernte in den eigenen Mühlen der Plantagen ausgepreßt. Der Saft wird
erhitzt und zu einem braunen Sirup mit Zuckerkörnern eingedickt. In
durchlöcherten Fässern fließt die zähe Melasse und Zuckerschaum ab. Diese
Masse wird mit Resten der vorangegangen Destillation zu Maische angesetzt,
dann vergoren und schließlich zu Rum gebrannt. Frischgebrannter Rum war
billig, aber auch fast ungenießbar. Erst durch das Lagern in Fässern und vor
allem während der langen Überfahrt nach Europa begann er, sein Aroma zu
entfalten. Trotzdem blieb Rum lange Zeit eine Spirituose zum Mixen.
Besonders der schon 1740 für die britische Navy „erfundene“
Der Weg zum „Jamaika-Verschnitt“ |
![]() Lange wurde der Rum in den Flensburger Handelshöfen zwischen Holm, Großer Straße und Norderstraße sowie dem Hafen verarbeitet |
Rum, gerade auch für den
Export nach Norwegen, wurde in 60 Betrieben hergestellt. Der große
Einschnitt kam mit dem Ende des dänischen
Flensburger Rum wird Geschichte |
![]() Der Hafen während der Blütezeit des Westindienhandels |
Balle, Hansen, Asmussen,
Andresen, Sonnberg, Nissen, Pott - das sind die noch heute bekannten Namen
der Traditionsunternehmen. Doch eine Firma nach der anderen musste aufgeben,
wurde verkauft oder übernommen. Als letzter großer Hersteller verblieb
Hermann G. Detleffsen in Flensburg. Er produzierte mit Ausnahme von Pott
alle Marken. 1998 wurde die Firma von Berentzen in Niedersachsen übernommen.
Damit endete die Tradition der industriellen Produktion von Rum-Verschnitt
in Flensburg. Nur die kleine Firma A.H. Johannsen von 1878 hält die
Tradition noch aufrecht. -ju- (1005/0405) Tipp: Im Keller des Schiffahrtsmuseums an der Flensburger Schiffbrücke ist eine sehenswerte Ausstellung zur Rumgeschichte zu sehen: www.schiffahrtsmuseum.flensburg.de Quellen: Dr. Jutta Glüsing, Das Flensburger Rum-Museum – eine kleine Flensburger Rum-Fibel, 1993, herausgegeben vom Flensburger Schiffahrtsmuseum; Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und Ortwin Pelc (Hrsg.), Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02441-4, Zum Lesen empfohlen Bildquellen: Rum-Fibel (siehe Quellen)
|