Straßenbahn |
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![]() Die Tram war in den großen Städten scheinbar allgegenwärtig: Ausschnitt aus einer Kieler Postkarte von 1920 |
1844 hatte der Siegeszug der
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Sonderfall: Tornesch-Uetersen |
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![]() Noch 1963 fuhr die Straßenbahn durch Uetersen |
Zwischen dem Bahnhof Tornesch und der
Innenstadt von Uetersen entstand 1873 die erste Bahn, deren Gleise in der
Straße lagen. Damit war es de facto einen "Straßenbahn", die jedoch mit
einer Konzession für
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Flensburg |
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Flensburg zogen seit (eben) 1881 die
Pferdebahnen auf einer Länge von 2,3 Kilometer von der Neustadt bis zur
Rathausstraße. Die Quartiere östlich der Förde mußten zunächst ohne Bahn
auskommen. Erst als 1905 bis 1907 die "Elektrische" eingeführt wurde, wuchs
das Streckennetz über den unmittelbaren Innenstadtbereich hinaus. 1912 schon
fuhren die Straßenbahnen auf drei Linien auf einem Netz von knapp 15
Kilometer. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die bis dahin von der Flensburger
Kreisbahn betriebene Kleinbahn übernommen und elektrifiziert. Diese Strecke
wurden in den 1920er Jahren jährlich von bis zu 180.000 Fahrgästen genutzt.
Doch die Zeit arbeitete gegen die Tram. Nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen
immer weniger Menschen in die "Elektrische". Zwischen 1957 und 1973 mußten
die drei Flensburger Linien eingestellt werden. Das alte Bahndepot an der
Apenrader Straße wird seitdem als Omnibushalle genutzt. Daß Busse die Bahn
ablösen würden, war in Flensburg früh erkennbar. 1931 entstand - zuerst vor
allem noch für den zunehmend motorisierten Überlandverkehr - der erste
Zentrale Omnibusbahnhof ( |
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Kiel |
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Kiel erlebte durch den Ausbau als Marinestützpunkt seit 1865 einen Boom. Dennoch scheiterten frühe Versuche, Pferdebahnen einzurichten. Erst 1881 verkehrte die erste planmäßige Pferdebahn. Gut sieben Kilometer war das Netz lang, ausgelegt, um Zugreisende vom Bahnhof in das Kerngebiet der Fördestadt zu bringen. 1896 begann die Elektrifizierung. Sie machte die Straßenbahn nicht nur schneller und leistungsfähiger, sondern sparte auch 30 Prozent der Betriebskosten. Zudem sorgte die hohe Zugkraft (Traktion) der Elektrischen dafür, daß nun die durch die Lage im Fördetal zum Teil erheblichen Steigungen wie in der Bergstraße mühelos bewältigt werden konnten. Die elektrische Straßenbahn erwies sich als Erfolgsunternehmen. Bis zum Ersten Weltkrieg wurden stetig neue Strecken gebaut und bestehende verlängert. 1914 war das Liniennetz bereits auf 36,5 Kilometer ausgebaut. Die 1920er und 1930er Jahre waren bewegt. Streiks, Streckenveränderungen sowie der Zusammenschluß mit der Neuen Dampfer-Companie zur Kieler Verkehrs-AG brachten die Straßenbahn immer wieder in die Schlagzeilen. In den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile der Kieler Tram zerstört. Erst 1955 waren die Kriegsschäden behoben. Schon vier Jahre später begann der Rückbau. 1969 gab es in Kiel nur noch eine Strecke. Die Linie 4 verband bis 1985 das Ost- und das Westufer der Fördestadt und führte von Wellingdorf, Ellerbek, Gaarden über den Bahnhof in die Holtenauer Straße. |
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Lübeck |
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![]() 1896 Lübeck: im Vordergrund die Pferdebahn, rechts am Rand der alte Bahnhof der Lübeck-Büchener-Eisenbahn (LBE) |
In Lübeck erteilte der Senat 1880 die erste Konzession für eine Pferdebahn. Bei deren Start 1881 blieb der Erfolg jedoch zunächst aus, weil die beiden Strecken als zu teuer galten. Trotzdem setze sich das neue Verkehrsmittel durch. Schon 1893 konnten die Strecken elektrifiziert werden. Neben der städtischen Straßenbahn entstanden zwei weitere zunächst unabhängige Unternehmen. Für die deutsch-nordischen Industrieausstellung 1895 auf dem Marlier Feld entstand eine "Ausstellungsbahn". 1905 folgte von der Untertrave nach Marli die “Marlibahn”. Beide Linien wurden schließlich von der Lübecker Straßenbahn übernommen. Das Streckennetz wuchs bis 1914 auf 15 Linien an, die den gesamten Bereich der Altstadt und die erst seit 1874 vor deren Toren wachsenden neuen Stadtteile erschlossen. Bereits in den 1930er Jahren wurden schon sechs Linien vom Schienen- auf Omnibusbetrieb umgestellt. Auch in Lübeck zerstörten im Zweiten Weltkrieg Bomben große Teile der Straßenbahnstruktur. 1950 konnten wieder sechs Linien betrieben werden. Mit der Zunahme des Individualverkehrs verlor die Straßenbahn immer mehr Fahrgäste. Die von ihrer Kapazität kleineren und flexibler einsetzbaren Busse lösten die Tram ab. Im November 1959 rollte die letzte Lübecker Straßenbahn ins Depot. |
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Schleswig |
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![]() 1907 Schleswig: Die Pferdebahn am Rathausmarkt |
Um den Bahnhof (
AusblickHeute erinnern in Schleswig-Holstein nur noch alte Schienen im Straßenbelag an die Wagen, die mit Pferdekraft, Dampf und schließlich elektrisch die Menschen durch die Städte fuhren. Die Straßenbahnen haben sich durch den zunehmenden Individualverkehr überlebt. Doch der stößt inzwischen an seine Grenzen. Zu viele Autos verstopfen heute die Straßen, die Omnibusse stecken mit im Stau, Parkraum in der Stadt wird immer knapper und teurer. Deshalb wird inzwischen vor allem in Kiel wieder darüber diskutiert, ob es nicht an der Zeit wäre, die "gute alte Tram" als "Stadtbahn" wieder aufs Gleis zu setzen. Sven Bracke (0304) Quellen: Dieter Höltge, Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band 8: Schleswig-Holstein, Freiburg 2002, EK-Verlag GmbH; ISBN 3-88255-339-1 Bildquellen: Vignette/Tram Kiel: Jürgen Jensen, Kieler Stadtporträt 1870/1920 - Der Einzug der Moderne im Spiegel der Bildpostkarte, Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte - Band 42, 2002, Heide, Verlag Boyens & Co, www.buecher-von-boyens.de, ISBN 3-8042-1109-7; Uetersen/Hochwasser: Dieter Höltge, Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band 8: Schleswig-Holstein, Freiburg 2002, EK-Verlag GmbH; ISBN 3-88255-339-1; Südermarkt Flensburg/Düsternbrook/ Pferdebahn Schleswig: Sammlung Günter H. Köhler in Dieter Höltge s.o. |