Thaulow-Museum – das erste Landesmuseum |
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Die
„Kunstkammer“ Herzog Friedrich III. (1616-1659) („Nach Art der Alten / Neu gestalten“In denVom Sammler zum Museumsdirektor |
![]() Gustav Ferdinand Thaulow - Visitkartenporträt |
Gustav
Ferdinand Thaulow (6.7.1817* /11.3.1883+) wurde als fünfter von sieben
Brüdern in Schleswig geboren. Der Vater, norwegischer Herkunft und
hoher Beamter des dänischen Ein Haus im Stil der italienischen Renaissance |
![]() Das Thaulow-Museum am Sophienblatt in Kiel |
Thaulow
verstand es nicht nur für sein Museumsprojekt, Menschen zu begeistern.
So stellte die Stadt Kiel das Grundstück und die „Gesellschaft
freiwilliger Armenfreunde zu Kiel“ schon 3.000 Mark für das erste Jahr
in Aussicht. Nach nur einem Monat sagte die Provinz am 3.November 1875
zu, ein Haus zu erstellen. Der Kieler Architekt und Semper Schüler
Heinrich Moldenschardt (1839*1891+) übernahm den Bau. Er entwarf eine
zweistöckige Villa, die im Stil der Zeit historisierend war und
Stilelemente der italienischen Renaissance aufnahm. Die Renaissance
musste es sein, weil sie damals als die stil prägende Epoche galt.
Moldenschardt hielt mit seinem Bau den Zeitplan und das Budget von
150.000 Mark präzise ein. Er sah auch schon vor, die Villa zu erweitern.Vom SCHLESW.HOLST.KUNSTMUSUM zu Thaulow Museum |
![]() Drangvolle Enge im neuen Museumsbau |
Geplant
als Gewerbemuseum, auf Moldenschardts Plänen noch mit der Inschrift
SCHLESW.HOLST.KUNSTMUSEUM bezeichnet, eröffnete das neue Haus
schließlich am 10.August 1878 als „Thaulow-Museum“. Es so zu nennen,
hatte der Der zehnjährige Dornröschenschlaf |
![]() Schnitzkunst wie diese Gruppe aus dem Altar von Neukirchen waren der Kern der Sammlung |
Erst im
Jahr nach Thaulows Tot erschien ein erstes Inventar. Es beschreibt die
Objekte, lässt deren Herkunft jedoch meist offen. Alle Aktivität um das
Haus entschlief. Das änderte sich erst, als 1893 Adelbert Matthaei
(1859* 1924+) an die Universität nach Kiel kam. Der Professor für
neuere Kunstgeschichte und akademische Zeichenlehrer regte eine
Reorganisation des Thaulow-Museums an. So begann er die gesammelten
Gegenstände nach Epochen zu ordnen. Matthaei war ein mitreißender
Universitätslehrer jedoch kein Museumsmann. Er muss vor allem Probleme
damit gehabt haben, zu delegieren. So gab der 1898 berufene
Museumsdirektor Jürgen Haupt (1870* 1958+) nach nur zwei Jahren
entnervt auf.Neuer Schwung für das Thaulow-Museum |
![]() Anbau war nach 1911 Platz um komplette Interieurs wie diese Kieler Renaissance-Treppe zu zeigen |
Weil
Matthaei schwierig war, ließ sich der gebürtigen Kieler Dr.
Gustav Brandt (1865* 1919+) seine Kompetenzen als neuer Direktor genau
festlegen. Matthaei machte Karriere und ging 1904 nach Danzig. Brandt
konnte sich nun energisch der Sammlung widmen. Brandt kümmerte sich um
die alten Bestände. Thaulow hatte viel gesammelt und im Geiste seiner
Zeit viele der ursprünglich farbigen Schnitzereien auf das rohe Holz
runterbeizen lassen. Zudem ging es ihm vor allem um die ornamentale
Schnitzerei, nicht um das Ensemble oder Möbel. So waren Ornamente
demontiert oder auch in neue Möbel verbaut worden. Brandt versuchte
diese Sünden zu heilen. Und er sammelte. Die Marine- und Werftstadt
Kiel wuchs, alte Häuser wurden abgerissen wie das barocke
Schweffelhaus. Brandt sicherte komplette Interieurs, profitierte auch
von der „Modernisierung“ der Kirchen, die sich nun ohne Probleme von
ihren alten sakralen Kunstwerken trennten. Um nur einen Teil davon
auszustellen, war das Museum nun endgültig zu klein.Das Museum wächst |
![]() Gustav Brandt |
Museumsdirektor
Brandt scheiterte mit seinem Plan, das Thaulow-Museum an anderer Stelle
in Kiel neu zu erbauen. Stattdessen plante er zusammen mit Landesbaurat
Walter Kessler einen Anbau. Als der am 14. Juni 1911 eingeweiht wurde,
bot er das Vierfache des ursprünglichen Baus an Ausstellungsfläche.
Und: Brandt zeigte nun nicht mehr isoliert Einzelstücke, sondern er
schuf Bürgerzimmer und Bauernstuben, die bis hin zum Blumenschmuck das
Leben ihrer Bewohner rekonstruierten. Das Thaulow-Museum war modern
geworden, auf der Höhe seiner Zeit. Brandt blieb wenig Zeit. Schon 1919
verstarb er. |
![]() Die Postkarte zeigt das Museum mit Anbau |
Aus dem Thaulow- wird das LandesmuseumMit dem Vertrag von Versailles, dem Verlust |
![]() Ernst Sauermann |
Dänemark
als Vorbild
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Aufbau in schwerer
Zeit
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![]() Nordische Kunst – Katalogdeckel 1929 ![]() Der Blick in den Lichthof lässt ahnen, dass Sauermann ein modernes Landesmuseum aufgebaut hatte |
Trotz
Inflation und Wirtschaftskrise gelang es Sauermann, das Museum weiter
auszubauen. Seit 1924 war er als Nachfolger von Richard Haupt (1846*
1940+) zweiter Provinzialkonservator – also der oberste Denkmalschützer
( |
![]() Das Landesmuseum nach Ende des Zweiten Weltkrieges |
Das erwartete Ende des Thaulow-MuseumsAls 1940 die ersten Bomben auf Kiel fielen, beschloss Ernst Sauermann das Museum zu schließen und die Bestände auszulagern. Am 5. Januar 1944 wurde der Moldenschardt-Bau von Brandbomben getroffen. 1947 fiel der Entschluss, das Landesmuseum nicht in der neuen Landeshauptstadt Kiel wieder aufzubauen, sondern nach Schleswig ins Schloss Gottorf zu verlegen. Ernst Sauermann ging 1947 in Pension. Mit dem Aufbau in Schleswig wurde Ernst Schlee (1910* 1994+) beauftragt. Schlee hatte schon 1939 am Landesmuseum in Kiel gearbeitet „das allgemein noch Thaulow-Museum bezeichnet“ wurde, bevor er eingezogen wurde. Am 25. August 1950 wurden die Landesmuseen in Schloss Gottorf eröffnet. |
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-ju- (Tdm 0611) Quellen: Das erste Museum. Vom Thaulow-Museum zum Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Kiel..., Jan Drees, Herausgeber Jürgen Fitschen und Jürgen Jensen, Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 66, 2011, ISBN 978-3-00-034404-6; SHLEX Bildquellen: Vignette: Stadtarchiv Kiel; Porträt Thaulow, Porträt Brandt, Postkarte Sophienblatt : Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek (SHLB);Porträt Sauermann: Landesamt für Denkmalschutz; die Rechte der übrigen Bilder liegen bei der Stiftung Schloss Gottorf und wurden dem Katalog „Das erste Museum ...“ siehe Quellen oben entnommen |