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Die "Newe Landbeschreibung" des
Kartographen Johannes Mejer und des Arztes und Husumer Bürgermeisters Caspar Danckwerth
aus dem Jahr 1652 ist die älteste bekannte Topographie der Herzogtümer. Die noch an
Ämtern und nicht an Orten orientierte Topographie fand zwar wegen Mängeln in der
Darstellung der komplizierten verfassungsrechtlichen Verhältnisse keine Gnade bei den
Landesherren, war in ihrer Konzeption und der Qualität der Karten jedoch im Europa dieser
Epoche ohne Vergleich. In den folgenden 200 Jahren ging man dazu über, die Orte in
alphabetischer Reihenfolge zu beschreiben. Erst 200 Jahre nach Danckwerth legten der
ehemals dänische Offizier Johannes von Schröder und der Rechtsanwalt Hermann Biernatzki
in Altona 1855/56 eine neue Topographie auf, die an die Bedeutung der von Danckwerth und
Mejer heranreichte. Sie bot erstmals eine Fülle von Daten, die neben den Orten auch deren
Wirtschaft bis hin zur Bodenqualität beschrieb. Auch wurden Lübeck und das
Herzogtum Lauenburg mitbehandelt. Fast ein halbes Jahrhundert blieb diese
Topographie das Standardwerk. Durch die einsetzende Industrialisierung
sowie die Annexion durch Preußen 1867 überholte es sich jedoch bald. Von 1906 bis 1908
erschien eine neue Topographie von Hennig Oldekop. Ihr Mangel war, das sie weitgehend auf
Mitteilungen von Landräten und Bürgermeistern fußte und damit mehr Wert als historische
Quellensammlung denn als Topographie hatte. Seit dem 30. 11. 2000 ist ein neues Projekt
angelaufen, das in Deutschland einmalig ist. Bis zum Jahr 2005 soll für die heute 1.132
Gemeinden in Schleswig-Holstein parallel in Buchform und im Internet die komplette
"Schleswig-Holstein:Topographie" aufwachsen. Dafür werden der
Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) sowie das NDR Landesfunkhaus
Schleswig-Holstein im Hörfunk und Fernsehen Ortsportraits machen, die in Buchform verlegt
und im Internet recherchierbar sind. Partner von sh:z und NDR sind der
Schleswig-Holsteinische Heimatbund (SHHB) sowie die Provinzial. Ein 17köpfiger Beirat
unter Vorsitz der amtierenden Ministerpräsidentin Heide Simonis und des ehemaligen
Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg begleiten das Projekt. Zu dessen Umsetzung soll
erstmals auch auf umfangreiches digitalisiertes Karten- und Datenmaterial zurückgegriffen
werden, das von der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische
Geschichte (GSHG) über Jahre für den "Historischen Atlas
Schleswig-Holstein" erhoben und aufgearbeitet wurde. Die
"Schleswig-Holstein:Topographie" ist über www.sh-top.de aufrufbar. -ju-Quelle: Jann Markus Witt
Bildquelle: Landesbibliothek |