Trinkwasser |
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![]() "Frisches Wasser" (also sauberes Wasser) aus der Leitung, war in großen Teilen Schleswig-Holsteins noch bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit. |
In vielen Gegenden Schleswig-Holstein gab
es noch im 19. Jahrhundert zum Frühstück, zum Mittag und am Abend Bier. Dünnbier war
vielerorts das einzige preiswerte Lebensmittel, das unbedenklich getrunken werden konnte.
Trinkwasser aus der Leitung gibt es erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Den Anfang machten Großstädte wie Der Grund warum es nach den Städtegründungen im 12. und 13. Jahrhundert fast 700 Jahre dauerte, bis moderne Netze Trinkwasser verteilten, ist die drangvolle Enge, die im 19.Jahrhundert in den Städten entstand. Zum allgemeinen Wachstum der Bevölkerung kam der wirtschaftliche Umbruch. Die Mechanisierung der Landwirtschaft setzte Arbeitskräfte frei, die nun in den Städte mit ihren neuen Arbeitsplätzen ihr Auskommen suchen mußten. Noch 1871 lebten nur knapp ein Drittel der
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Wasser für das flache Land |
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![]() Mit dieser englischen Illustration wollte die Stadt Kiel 1886 in einer Aufklärungsschrift über die gesundheitlichen Gefahren für das Brunnenwasser durch Abwässer hinweisen |
Erst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg begann man auch die Dörfer und das flache Land zentral mit Wasser zu versorgen. Es war eine Frage der Kosten. Genügen in der Stadt pro Haushalt wenige Meter Rohr, um einen Haushalt zu versorgen, vervielfachen sich die Längen auf dem Land. Doch Ereignisse wie die Überflutung Schleswig-Holsteins mit
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Vom Mangel zur VerschwendungDie Reserven an trinkbarem Grundwasser sind endlich. Große Teile Deutschlands müssen heute schon aufwendig Flußwasser klären. Schleswig-Holstein gehört zu den wenigen Gebieten auf der Erde, wo jährlich noch mehr Grundwasser neu entsteht, als verbraucht wird. Das Ende dieses Reichtums ist jedoch absehbar. Zwischen 1955 und 1970 verdreifachte sich die von den öffentlichen Wasserversorgern geförderte Grundwassermenge im Lande von rund 50 Millionen Kubikmeter auf 150 Millionen pro Jahr. Sie nahm bis 1997 noch einmal um 50 Prozent zu. Erst danach wurde der steile Anstieg des Verbrauchs gebremst. Mit dem gestiegenen Umweltbewußtsein zieht zunehmend energie- und wassersparende Technik in Haushalte und Betriebe ein. Die durch immer aufwendigere Klärverfahren gestiegene Kosten für Abwasser üben inzwischen dabei einen weitaus größeren Sparzwang aus als der Preis des Trinkwassers. Quellen: "Geschichte Schleswig-Holsteins - Von den Anfängen bis zur Gegenwart", Herausgeber Ulrich Lange, 719 Seiten, Leinen gebunden, erschienen im Wachholtz Verlag, Neumünster, 1996, ISBN 3-529-0440-6, Zum Lesen empfohlen; U.Lange in "Dünger und Dynamit", herausgegeben von M.Jakubowski-Tiessen, K.J.Lorenzen-Schmidt, 1999, Neumünster; "Frisches Wasser" Katalog zur Ausstellung "kulturgeschichtliche Aspekte der häuslichen Wasserversorgung in Schleswig-Holstein seit dem Mittelalter", Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum 1987 Bildquellen: "Frisches Wasser": Plakat zur Ausstellung SH Landesmuseum 1987; Illustration: Stadtarchiv Kiel; Graphik: aus Gausebeck, 1950, entnommen aus dem Katalog zu "Frisches Wasser" |
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