
Postkarte mit Doppeleiche von 1898 zur Feier der 50. Wiederkehr des Tages
der Erhebung Schleswig-Holsteins" |
1841 verfaßte der Apenrader Arzt August
Wilhelm Neuber ein antidänisches Gedicht, in dem sich die Verse fanden "Se
schölln tosamen blieben/Op ewig ungedeelt!!!". "Op ..." - häufiger noch "Up
ewig ungedeelt" wurde zum Schlagwort der "Schleswigholsteiner" und faßte den
dritten von drei sogenannten Fundamentalsätze des 1844 von der
holsteinischen
Ständeversammlung
eingeforderten Landesrechts zusammen: "Die Herzogtümer Schleswig und
Holstein sind fest miteinander verbundene Staaten. Abgeleitet war Neubers
Verszeile aus dem
Privileg von Ripen vom 5.
März 1460, im dem der Halbsatz “unde dat se bliven ewich tosamende ungedelt”
unterstreichen sollte, daß die Herrschaft über das
Herzogtum Schleswig und die über die
damalige Grafschaft
Holstein in einer Hand bleiben
sollten. Er folgte jedoch mit seinem Schlagwort der bereits seit 1815
vertretenen Argumentation, daß mit dem Zitat die Zusammengehörigkeit und der
Anspruch nach Unabhängigkeit Schleswig-Holstein von Dänemark begründet
werden könne. Das Privileg, das in seinem Kern regelte, wie Schleswig und
Holstein vom dänischen Königshaus regiert werden können, ohne das eigene
Rechte verloren gingen, wurde so im 19. Jahrhundert umgekehrt. Es diente nun
als Beweis des Anspruchs auf die Unabhängigkeit von Dänemark. Besonders beim
Sängerfest von 1845 in Eckernförde trat das Schlagwort “up ewig ungedeelt”
hervor, wurde während der Erhebung
und danach in preußischer Zeit von 1867 an auf Fahnen, Inschriften ( Doppeleiche),
als Romantitel und auf Plakaten verwendet. Während der Grenzabstimmung 1920
( Abstimmungsgebiet)
bediente sich die deutsche Agitation erneut dieses Mottos.-ju- (0201/1203)
Quellen: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und Ortwin Pelc (Hrsg.),
Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000, Wachholtz Verlag, ISBN
3-529-02441-4, Zum
Lesen empfohlen; Jörg Matthies, Unter einer Krone Dach - Die Doppeleiche
als schleswig-holsteinisches Unabhängigkeitssymbol, Heft 13 Geschichte und
Kultur. 2003, herausgegeben von der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische
Geschichte, erschienen im Wachholtz Verlag, Neumünster,
www.wachholtz.de, ISBN
3-529-02363-9
Bildquellen: Vignette/Postkarte: Jörg Matthies, Kiel |