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Wagrien

Wagrien bezeichnet das Gebiet zwischen der Kieler Förde, der Schwentine und der Trave (fast identisch mit dem heutigen Kreis Ostholstein). Der Name leitet sich aus dem Siedlungsgebiet des seit dem 10. Jahrhundert dort belegten slawischen Stammes der Wagrier ab. Slawische Stämme sind seit der Zeit um 700 in Ostholstein belegt. Neben Großfamilien entwickelten sich schon bald nach der Einwanderung Kleinstämme mit einer Häuptlingsschicht. Im 10. und 11. Jahrhundert kam es über die Entwicklung einiger Herrschaftsorte zur einer Samtherrschaft durch das abodritische Geschlecht der Nakoniden. Als Teil des Abrodidischen Gesamtstaates neben den Polaben (Polabien) südlich der Trave auch die Warnower sowie die Wagrier. In Ostholstein entstand ein System von Burgen mit umgebenden Siedlungen. Die wichtigste Burg der Wagrier wurde Oldenburg (slawisch: Starigard). Starigard wurde 968 zum Bistum erhoben. 1093 endete die Herrschaft der Abrodiden. Alt Lübeck (slawisch: Liubice) wurde neuer Hauptort der Wagrier. 1138 wurde Liubice vernichtet, das Land der Herrschaft eines deutschen Grafen unterstellt. 1143 wurde der Schauenburger Adolf II. als Graf von Holstein Landesherr über Wagrien.

-ju- (0201/0503)

Quelle: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und Ortwin Pelc (Hrsg.), Schleswig-Holstein Lexikon, Neumünster, 2000 (SHLEX), Wachholtz Verlag, ISBN 3-529-02441-4