KurZ NotierT

8. Mai soll in SH Gedenktag werden

Auftritt am 7.Mai vor dem Landhaus. Die Initiatoren werben für den 8. Mai als Gedenktag.

Die gemeinsame Petition, den 8. Mai in Schleswig-Holstein zu einem Gedenktag zu machen, war erfolgreich. Die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG), die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein e.V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein e.V. hatten sie gemeinsam auf den Weg gebracht. Bis zum 07. Mai kamen über die Petition (https://www.change.org/p/schleswig-holsteinischer-landtag-der-8-mai-muss-endlich-gedenktag-werden-auch-in-schleswig-holstein?_pxhc=1586259694112) über 700 Unterstützer und Unterstützerinnen zusammen. Einen Tag vor dem 8. Mai hatten die Initiatoren einen Termin bei dem Landtagspräsident Klaus Schlie zur Überreichung der Petition. Auch andere Vertreter und Vertreterinnen des Landesparlaments wie Dr. Ralf Stegner oder Özlem Ünsal waren vor Ort und setzten ein klares Zeichen für diesen Gedenktag. Am 8. Mai diskutierte dann der Landtag. Bis auf die AFD setzten sich alle im Landesparlament vertretenen Parteien dafür ein, den 8. Mai in Schleswig-Holstein zu einem Gedenktag zu machen. Auch soll im Bundesrat eine Initiative gestartet werden. In der GSHG ging die Initiative vom Vorsitzenden Prof. Thomas Steensen aus. Er konnte den Übergabetermin nicht wahrnehmen. Die GSHG war durch den stellvertrenden Vorsitzenden, Prof. Dr. Detlef Kraack, und der Schriftführerin, Dr. Melanie Greinert, vor dem Landeshaus vertreten. Die Petition ist weiterhin offen und kann gezeichnet werden.

Landtagspräsident Klaus Schlie nimmt die Petition entgegen

3. Tag der SH-Geschichte

verschoben auf 29. Mai 2021

Thema: „Grenzen im Norden“

Kiel/Schleswig – Auf Grund der Corona-Krise muss die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG) den für den 13. Juni 2020 geplanten 3. „Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ für dieses Jahr absagen. Das Thema und der Veranstaltungsort bleiben: Alle Geschichtsinteressierten sind im kommenden Jahr am 29.Mai 2021 erneut von 9.00 bis 17.00 Uhr in die A.P. Møller-Skolen nach Schleswig eingeladen. Dann wird es um „Grenzen im Norden“ gehen. Der Vorstand der GSHG ist angesichts der aktuellen Situation einmal der Ansicht, dass diesen Juni kein Treffen von mehreren 100 Menschen zu verantworten ist. Zum anderen bleibt das Thema über das 100. Jubiläum der Abstimmung über den Verlauf der deutsch-dänischen Grenze hinaus spannend, weil Grenzen die Geschichte des Nordens seit Anbeginn prägen. Der Dank der Gesellschaft gilt der A.P. Møller-Skolen und ihrem Direktor Jørgen Kühl.

Nach „Mythen“ 2016 in Rendsburg und „Wendepunkte“ 2018 in Kiel,  lag es nahe mit dem 3. Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte in den Landesteil Schleswig zu gehen. Die A.P.Møller-Skolen öffnet der GSHG und den Mitveranstaltern dafür ihre Pforten.

Blick in das Foyer der A.P.Möller-Skolen

Geplant und angefragt sind für den 3. Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte  gut zehn Kurzreferate. Auch sollen Studierende wieder ihre Arbeiten vorstellen. Die A.P.Møller-Skolen bietet dafür einen sehr schönen Vortragssaal mit gut 300 Plätzen. Im großzügigen Foyer gibt es viel Platz für die Stände von Vereinen, Verlagen und Hochschulen. Am 29. Mai 2021 – so versprechen der Vorsitzende Prof. Thomas Steensen und die neue Schriftführerin Dr. Melanie Greinert – wird es auch einen Stand der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG) geben.

Wer Fragen zum 3. Tag der Schleswig-Holsteinischen Geschichte und zur Corona-bedingten Verlegung hat oder schon einen Stand anmelden will, wendet sich bitte an die Schriftführerin Dr. Melanie Greinert <m.greinert@geschichte-s-h.de>

-ju- (0719/0420)

Das neue Gesicht der ZSHG: Der Buchrücken im vertrauten hellblau, Titel- und Rückseite mit neuem ansprechendem Gesicht

ZSHG im neuen Gewand

Landesgeschichte pur seit 1870

 Kiel/Husum – Wenn es um die Landesgeschichte geht, finden sich die vier Buchstaben „ZSHG“ regelmäßig in den Quellenangaben. Das Kürzel steht für „Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte“. Die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG) gibt diesen Aufsatzband seit 1870 heraus. Nun liegt die 145. Ausgabe vor und dürfte bei den meisten Mitgliedern schon zusammen mit den Mitteilungen 98 im Postkasten gelegen haben.  Die wissenschaftliche Zeitschrift, die über aktuelle historische Forschungen im Lande, in Hamburg und Lübeck und in den angrenzenden Regionen Dänemarks und Norddeutschlands berichtet, bietet in ihrer aktuellen Ausgabe auf 468 Seiten acht wissenschaftliche Aufsätze und einen umfangreichen Besprechungsteil mit Rezensionen aktueller Bücher zur Geschichte des Landes zwischen den Meeren. Die 145. Ausgabe kommt in einem neuen Umschlag. Auch im Band finden sich mehr Abbildungen. Der Vorstand der GSHG hofft so   auch geänderten Lesegewohnheiten entgegen zu kommen. Wir freuen uns auf Kommentare aus den Reihen der Mitglieder. 

Im Aufsatzteil wirft Peter Thaler im Jahr von 100 Jahren deutsch-dänischer Grenze einen vergleichenden Blick auf die Volksabstimmungen von 1920 in Schleswig und Kärnten. Ergänzt wird dieser Themenbereich durch eine biographische Skizze zu Ulrich Graf Brockdorff-Rantzau (1869-1928), der das Deutsche Reich 1919 in Versailles vertrat, aus der Feder von Gerd Bockwoldt. Jan Ocker hat über Adolf Pohlman-Hohenaspe (1854-1920) und die deutsche Bodenreform geforscht. Hansjörg Zimmermann beschäftigt sich mit der Arbeitslosigkeit und den Arbeitsnachweisen in Schleswig-Holstein und seinen Regionen während der Jahre 1918-1927. Darüber hinaus behandelt Peter Wulf das NS-Schulungslager Buchenhagen/Kitzeberg (1933-1938), und Heinrich Erdmann untersucht das Verfassungsinstrument des „Konstruktiven Misstrauensvotums“ im Zusammenhang mit dem Ministerpräsidenten-Wechsel in Schleswig-Holstein 1950. Schließlich leuchtet Nils Hinrichsen am Beispiel des „Segeberger Rathaushirsches“ das Spannungsfeld von lokaler Legendenbildung und Geschichtsschreibung bis in die heutige Zeit aus. – Ein umfangreicher, von Jens Ahlers betreuter Besprechungsteil – rundet den Band ab, der durch eine von Detlev Kraack und Thomas Steensen vorgenommene Rückschau auf 150 Jahre ZSHG eröffnet wird. – Ein Band von insgesamt 468 Seiten lebendiger Geschichte, die man gelesen haben muss.

Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte. Im Auftrag der Gesellschaft herausgegeben von Detlev Kraack, Bd. 145, Husum, Matthiesen Verlag 2020 (468 S.; zahlr. Abb. u. Grafiken; ISBN 978-3-7868-5604-7; Preis 34 ,- Euro).

dk/ju(80420)

Claudius Loose erhält den

Nachwuchspreis 2019 der GSHG

Seit fünf Jahren verleiht die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG) einen „Nachwuchspreis“. Damit würdigt die GSHG besondere Leistungen in der Erforschung oder Vermittlung der schleswig-holsteinischen Geschichte. In diesem Jahr wurde eine Arbeit von Claudius Loose ausgezeichnet. Der Plöner befasst sich mit der diplomatischen Tätigkeit Petrus Axens und der Exilpolitik Christian Albrechts zu Beginn des Jahres 1677. Der Preis soll Studierende und Schüler dazu motivieren, sich mit der Geschichte des Landes zu beschäftigen. Neben einer Urkunde und einer öffentlichen Veranstaltung ist er mit 1000 Euro dotiert. Bewerbungen sind auch in diesem Jahr wieder möglich, und zwar bis zum 30. Juni 2020. Die Laudatio, der erstmals im Rittersaal des „Schlosses vor Husum“ vorgenommenen Ehrung, hielt der Vorsitzende der GSHG, Prof. Dr. Thomas Steensen. Zum Auftakt in Husum erinnerte er, die GSHG könne seit 2008 Preise ausloben, weil es die Brunswiker Stiftung gibt. Sie bewahrt über deren Tod hinaus das Vermächtnis des Ehepaars Ernst Georg und Marion Jarchow. Beide waren der Gesellschaft eng verbunden. Für dieses noble Mäzenatentum sei die GSHG dem Ehepaar Jarchow zu großem Dank verpflichtet.

Bei der von der Gesellschaft für das Jahr 2019 mit dem Nachwuchspreis ausgezeichneten Arbeit handelt es sich um die Bachelorarbeit von Claudius Loose an der CAU. Loose hat zur diplomatischen Tätigkeit Petrus Axens und zur Exilpolitik Christian Albrechts zu Beginn des Jahres 1677 geforscht. Es geht in der Arbeit nur um drei Monate, Ende Januar bis Ende April 1677. Die Arbeit führt mitten in den Konflikt zwischen den Herzögen von Schleswig-Holstein-Gottorf und ihren königlich-dänischen Verwandten – und gleichzeitig Rivalen. Bereits 1676 hatte der Gottorfer Herzog Christian Albrecht sein Territorium verlassen müssen, weil es von der königlich-dänischen Macht beschlagnahmt worden war. Er begab sich nach Hamburg ins Exil. Von dort aus entfaltete er umfangreiche diplomatische Aktivitäten, um das Reich und die europäische Politik dafür einzuspannen seine Herzogsmacht wieder zu erlangen. An diesem Punkt setzt Looses Arbeit an. Sie rückt nicht die eigentlichen Hauptakteure, den Gottorfer Herzog Christian Albrecht und seinen Verwandten, König Christian V. von Dänemark, in den Mittelpunkt, sondern einen bisher wenig beachteten Mann, der aus Husum stammte. Von Hamburg aus wurde nämlich der gelehrte Jurist Petrus Axen als Reisesekretär des Herzogs in unterschiedlichen Missionen an auswärtige Fürstenhöfe entsandt, um für die Gottorfer Sache zu werben. Petrus Axen wurde 1635 in Husum geboren. Er war ein Sohn des Husumer Ratmanns und späteren Bürgermeisters Titus Axen (1602–1662). Petrus studierte Rechtswissenschaften und bereiste mehrere europäische Länder. Als Sekretär Christian Albrechts nahm er diplomatische Aufgaben wahr, u. a. in Italien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden.

Wie nun kam Claudius Loose auf diesen Husumer Petrus Axen und auf seinen Untersuchungsgegenstand? Zumeist möchte ein Historiker ein Thema, das ihm wichtig erscheint, ausleuchten, bestimmte Fragen klären und sucht dann die Quellen, die ihm Antworten geben können. In diesem Fall war es umgekehrt. Der Weg zum Gegenstand führte über bislang unbekannte Quellenbestände: Instruktionsschreiben für den „Reisesecretarius“ Petrus Axen und Briefe, die in den unterschiedlichen Phasen der diplomatischen Mission eine Rolle spielten. All dies ist im Archiv des am Plöner See gelegenen Gutes Nehmten im Rahmen der umfangreichen Überlieferung der Familie Axen erhalten.

Prof. Dr. Detlev Kraack, stellvertretender Vorsitzender der GSHG, schrieb in einer Expertise: „Der Preisträger hat den vorliegenden Fall aus den auf Nehmten erhaltenen originalen Dokumenten des 17. Jahrhunderts heraus erarbeitet, hat diese Dokumente entsprechend transkribiert, dem heutigen Verständnis zugänglich gemacht und behutsam abwägend in eine Gesamtinterpretation eingebaut. Dadurch entsteht am Ende ein ansprechendes Kapitel einer noch zu schreibenden ‚Sozialgeschichte der Diplomatie‘ im Spannungsfeld von gottorfischer Herzogs- und dänischer Königsherrschaft. Sein Verdienst besteht darin, die Nehmtener Überlieferung mustergültig erschlossen und ausgedeutet zu haben.“

Nach Ansicht des GSHG-Vorsitzenden Prof. Dr. Thonas Steensen übertrifft die von Claudius Loose vorgelegte Untersuchung die im Rahmen einer Bachelorarbeit gestellten Anforderungen weit. Dies zeige sich auch darin, dass er sich nicht überhebt, sondern auch Fragen aufzeigt, die sich aus der Nehmtener Überlieferung nicht beantworten ließen. Damit verweist er auf Perspektiven für die weitere Erforschung des Gegenstandes.

Es gelinge dem Verfasser – so Steensen – das Große mittels des vermeintlich Kleinen zu erhellen. Genau dies ist es, was bereits den Gründern der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Nikolaus Falck und Andreas Ludwig Jacob Michelsen, vorschwebte. Claudius Loose habe sich, mit den Worten Michelsens gesagt, mit dem Kleinen beschäftigt, sich aber nicht in Kleinlichkeiten verirrt.

-rgsh – (0420) Quelle: Laudatio von Prof. Thomas Steensen

40 Jahre „ Arbeitskreis für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holstein“

 

Am 1. September 2018 feierte der „Arbeitskreis für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holstein“ in Kiel sein 40-jähriges Bestehen. Der Name klingt etwas universitär, fast Amtsdeutsch. Das täuscht, denn in Kiel hatten sich 1978 junge Historiker mit fast revolutionären Zielen zusammengetan. Bei den „jungen Wilden“ handelte es sich um Dagmar Unverhau, Jürgen Brockstedt, Ingwer E. Momsen und Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, die rasch weitere Mitstreiter für ihre Sache zu gewinnen wussten. Zwar zehn Jahre nach der Studentenrevolte jedoch durchaus im Geist der 68er protestierten sie dagegen, was an Landesgeschichte und vor allem wie es an der Christian-Albrechts-Universität erforscht und gelehrt wurde. Diese Kritik richtete sich nicht nur gegen die universitären Vertreter des Faches, sondern auch gegen die gleichfalls sehr konservativ ausgerichtete Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG). Die „jungen Wilden“ wollten eine andere Geschichte: die der Menschen, ihres alltäglichen Zusammenlebens und dessen, was sie jenseits der „großen Weltbühne“ verrichteten.  So entstand der „Arbeitskreis für Wirtschafts- und Sozialgeschichte“. Er veränderte die Sicht auf die Geschichte im Norden. Neben dieser Gruppe gab es eine andere, eher „revolutionäre Zelle“. Vier junge Mitglieder der Gesellschaft forderten damals den Vorstand auf, die GSHG möge ihren bildungsbürgerlichen Auftrag erfüllen und sich für jedermann öffnen. Das führte dazu, dass auch seit 1978 die populären Mitteilungshefte herausgebracht werden.

Der leichte Pulverqualm des Aufstandes der Junghistoriker ist längst verweht. Die Revolution führte zu einer Evolution der Landeshistorie und auch der GSHG. Über 50 monothematische „Studien zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte“ wurden inzwischen gemeinsam herausgegeben. Neben der Zeitschrift für Schleswig-Holsteinische Geschichte (ZSHG) gehören sie zu den am häufigsten zitierten Werken zur Geschichte des Landes.

Der Arbeitskreis brach auch mit einem anderen Tabu: Er suchte und fand nach langer und auch gewollten Distanz wieder den Kontakt zu den dänischen Kollegen. So ist zum Jubiläum nach Kiel auch nicht von ungefähr Prof. Dr. Carsten Porskrog Rasmussen aus dem Museum in Sonderburg zu einem Festvortrag eingeladen worden. Er wird nach einem Empfang in der Landesbibliothek, der am 1.September 2018 um 10.30 Uhr beginnt, über seine aktuellen Forschungen zur Überformung der Gutsgesellschaften auf Alsen und im Sundewitt sprechen und dabei vor allem danach fragen, auf welcher Ebene hier die Untersuchungsebene eingezogen werden sollte, um zu möglichst belastbaren Ergebnissen zu kommen. Dabei handelt es sich um eine durchaus auch aus übergeordneter Perspektive interessante Frage, die uns über den Tag hinaus beschäftigen wird.

 -ju/Kraack-  0818)

GSHG setzt sich ein für ein Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte

KIEL. Die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (GSHG) setzt sich dafür ein, dass zum 75-jährigen Bestehen des nördlichsten Bundeslandes im Jahr 2021 ein modernes „Haus der Geschichte“ eröffnet werden kann. Sie hatte deshalb schon vor der Landtagswahl am 7.Mai 2017 die Fraktionen angeschrieben und um Stellungnahmen gebeten. Die fielen nach Ansicht des GSHG-Vorsitzenden Jörg Kamischke erfreulich positiv aus. Auf Initiative des Beiratsvorsitzenden Prof. Thomas Steensen schlug der Vorstand der Mitgliederversammlung am 20. Mai 2017 in der Landesbibliothek vor das Projekt durch eine Resolution weiter in der Diskussion zu halten. Inzwischen liegen auch darauf Redaktionen vor. Auch wenn der Weg für ein „Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ noch weit ist, deuten Vorstand und Mitgliederversammlung die Zeichen als insgesamt ermutigend.

Positive Reaktionen der Fraktionen

Nach Ansicht der GSHG Würde ein  solches Haus die besondere Rolle Schleswig-Holsteins zwischen Nord- und Ostsee sowie zwischen Skandinavien und Mitteleuropa widerspiegeln und die Identität stärken. Zudem könne ein Zentrum für die historische Forschung und Vermittlung entstehen. „Dem Verfall der historischen Kenntnis und Bildung würde entgegengewirkt“, meinen Kamischke und Steensen. Sie schrieben: „Es würde ein Ort für die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte Schleswig-Holsteins entstehen, die für die Zukunftsfähigkeit unserer demokratischen Gesellschaft unerlässlich ist.“ Die Antworten vor der Landtagswahl waren aus Sicht der Gesellschaft erfreulich. Der damalige Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag Daniel Günther schrieb, die Forderung nach einem Haus der Geschichte sei fest im CDU-Wahlprogramm verankert. In den Augen von Günther könnte das Haus der Geschichte Baden-Württembergs in Stuttgart ein Vorbild für Schleswig-Holstein sein. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Ralf Stegner äußerte sein grundsätzliches Interesse, verwies jedoch darauf, dass das Land bei der Gründung neuer Einrichtungen aus finanzpolitischen Rücksichten sehr vorsichtig vorgehen müsse. Eka von Kalben als Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen schrieb, sie begrüße die Auseinandersetzung mit der Geschichte unseres Landes, halte aber angesichts der engen finanziellen Spielräume die Errichtung eines eigenen Hauses für wenig realistisch. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki bezeichnete die Errichtung eines Hauses der Geschichte als sinnvolle und wichtige Maßnahme, um „die bewegte und wahrlich bewegende Geschichte unseres Bundeslandes“ auch an künftige Generationen weiterzugeben. Für den SSW begrüßte Landesgeschäftsführer Martin Lorenzen die Errichtung eines Hauses der Geschichte und erklärte, sich dafür in der kommenden Wahlperiode einzusetzen. Die Absicht findet sich inzwischen in dem von CDU, GRÜNEN und FDP ausgehandelten Koalitionsvertrag wieder.

Resolution an die neue Regierung

Dieser Stand wurde der Mitgliederversammlung am 20. Juni 2017 in der Landesbibliothek vorgestellt und mit Freude zur Kenntnis genommen. Die von Thomas Steensen verfasste Resolution wurde einstimmig angenommen. Hier der Wortlaut:

„Die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte setzt sich dafür ein, dass zum 75-jährigen Bestehen des nördlichsten Bundeslandes im Jahr 2021 ein modernes „Haus der Geschichte“ von den Anfängen bis in unsere Zeit eröffnet werden kann. Sie begrüßt es deshalb, dass im Koalitionsvertrag von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP ein „Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ als konkretes Ziel genannt wird.

Die GSHG, die als große und umfassende Vereinigung die Erforschung und Vermittlung der Geschichte im nördlichsten Bundesland fördert, hält eine solche Einrichtung aus mehreren Gründen für unverzichtbar. Ein „Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ würde die besondere Rolle unseres Landes zwischen Nord- und Ostsee sowie zwischen Skandinavien und Mitteleuropa widerspiegeln und die Identität stärken. Es würde ein Zentrum für die historische Forschung und Vermittlung darstellen. Dem Verfall der historischen Kenntnis und Bildung würde entgegengewirkt. Es würde ein Ort für die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte Schleswig-Holsteins entstehen, die für die Zukunftsfähigkeit unserer demokratischen Gesellschaft unerlässlich ist.

Die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte hält es für wichtig, dass der neugewählte Landtag und die neue Landesregierung sich noch im Jahr 2017 diesem Thema zuwenden und konkrete Schritte zur Verwirklichung unternehmen. Dann besteht die Aussicht, dass zum 75-jährigen Bestehen des Landes Schleswig-Holstein 2021 endlich ein Haus zur Geschichte unseres Bundeslandes seine Tore öffnen kann.“

Die Diskussion geht weiter

Das Thema und die Diskussion stoßen auf Interesse. Am 6. Juli 2017 brachte die sh:z-Verlagsgruppe einen ausführlichen Bericht von Frank Jung zu Stand der Diskussion. Er macht deutlich, dass sich in der Jamaika Koalition vor allem die GRÜNEN noch schwertun. Nach heutigem Stand werden die Diskussion neben der Standortfrage auch absehbar darum kreisen, welche Sammlungen für ein „Haus der Schleswig-Holsteinischen Geschichte“ genutzt werden können. Bestände dafür gibt es im Land. Nach eigenen Auskunft weniger auf Schloss Gottorf dafür aber in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek (SHLB) in Kiel sowie auch beim Landesarchiv (LAS) in Schleswig.

Auf die Initiative der GSHG hat die Politik reagiert: Nun soll tatsächlich ein Haus der schleswig-holsteinischen Geschichte geschaffen werden. Zu diesem Zweck wird sich im Juni 2018 ein Beirat konstituieren, in dem auch die GSHG eine beratende Stimme haben wird. Der Beirat soll unter dem Vorsitz von Professor Dr. Oliver Auge vor allem über das Konzept zur Realisierung des Hauses beraten.

(pl/ju 0518)

auf Mai 2021 verschoben

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